«Warum Ein Buch üBer Hawass? Weil Der Mann GefäHrlich Ist…»

Wer verbirgt sich eigentlich hinter dem Autorennamen «G. F. L. Stanglmeier»? «mysteries» sprach mit dem geheimnisumwitterten deutschen «Phantom», das seit Jahren mit kontroversen News aus Ägypten aufwartet und nun den ersten Sachbuch-Report über den kürzlich gefeuerten Pyramiden-Boss und Altertümer-Chef Zahi Hawass vorlegt («Ägyptens letzter Pharao», Kopp Verlag 2011).

mysteries: Schauplatz Ihres neuen Sachbuchs ist nicht zuletzt das Ägyptische Museum in Kairo. Dort, wo noch vor wenigen Monaten geplündert, protestiert und randaliert wurde.

Worauf sollten Touristen achten, wenn Sie heute durch die altehrwürdigen Säle wandeln?

Stanglmeier: An die interessanten Stellen kommt der gewöhnliche Sterbliche nicht heran. Ich denke da zum Beispiel an die Folterkammer der so genannten «Sicherheitsorgane» oder das äusserst mysteriöse DNA-Labor, die ich in meinem neuen Buch beleuchte. Auch sollen im Museum, genauer gesagt in den Kellergewölben, noch immer Elitesoldaten stationiert sein.

Als erster Autor überhaupt widmen Sie Zahi Hawass ein ganzes Buch – und gehen hart ins Gericht mit ihm. Weshalb?

Weil er meiner Meinung nach gefährlich ist. Der Mann wird schlicht und einfach unterschätzt. Nicht umsonst wurde Hawass schon vor Jahren zu den 100 einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt gewählt. Das wird man nicht, wenn man lediglich Ägyptologe ist…

Angenommen, Sie könnten mit Hawass eine Tasse Tee trinken: Welche Frage würde Ihnen auf den Lippen brennen?

Warum, Herr Hawass, haben Sie während der Aufstände 2011 nichts gegen die Folterungen und sexuellen Übergriffe im Ägyptischen Museum unternommen?

Hawass’ Nachfolger Mohamed Abdel-Fatah El-Banna soll kürzlich nach wenigen Wochen bereits wieder das Handtuch geworfen haben. Ein böses Omen?

Wenn man bedenkt, dass es zu Fatahs erklärten Zielen gehörte, die Korruption in der Business-Ägyptologie zu bekämpfen, ist sein Rücktritt ein schwerer Verlust für diese Wissenschaftsdisziplin.

Obwohl Sie bereits mehrere Sachbücher verfasst haben, agieren Sie oft hinter den Kulissen. Fotos von Ihnen (siehe oben) sind ebenso rar wie Mumien der Amarna-Pharaonen. Warum?

Wer wissen will, was sich hinter den Kulissen abspielt, muss hinter den Kulissen agieren.

Anders gefragt: Wer ist Lothar Stanglmeier wirklich?

Glauben Sie mir: Ein Mensch wie jeder andere Was verbindet Sie mit dem Bullen von Bad Tölz?

Der Bulle von Tölz ist eine erfundene, fiktive Filmfigur. Ich versuche, die Realität aufzudecken.

Und welche archäologische Entdeckung erwartet uns im Land der Pharaonen als nächste?

Das weiss niemand mit Sicherheit zu sagen. Fest steht: Ägypten ist jederzeit für eine Überraschung gut.

Diverses Ausgabe 6/11