Flaggschiff Von SeeräUber Blackbeard Entdeckt!

Relikte aus dem Piratenschiff.

Amerikanische Unterwasserarchäologen bergen Kanonen und ein kostbares Schwert (r.).

Er ist eine Legende – und der neue Bösewicht im vierten Teil der Hollywood-Filmreihe «Pirates of the Caribbean», der soeben in unseren Kinos anläuft: Der berüchtigte englische Seeräuber Blackbeard (um 1680 – 1780). Doch nicht nur als Film-Kontrahent von Johnny Depp sorgt der Freibeuter derzeit für Aufsehen: Mittlerweile wurde nämlich auch sein gefürchtetes Schiff gefunden.

Anfang des 18. Jahrhunderts machte er die Weltmeere unsicher und raubte dutzende Schiffe aus: Blackbeard! Der Legende nach soll der berüchtigte Pirat dabei besonders grausam vorgegangen sein. Seinen Übernamen «Schwarzbart» bekam der Engländer indes aufgrund seines mächtigen, düsteren Bartwuchses.

US-Wissenschaftler sind mittlerweile überzeugt, das Flaggschiff des Freibeuters gefunden zu haben: die «Queen Anne’s Revenge». Das Wrack liegt in der Bucht von Beaufort/North Carolina.

Taucher hatten es bereits 1996 entdeckt.

Schon damals nahm man an, dass es sich um das berühmte Piratenschiff handeln könnte.

Doch erst jetzt – etliche Tauchgänge, Untersuchungen und Analysen später – sei man «zu 100 Prozent sicher», dass das Wrack tatsächlich Blackbeards ehemaliges Hauptschiff ist, wie der amerikanische Unterwasserarchäologe Mark Wilde-Ramsing gegenüber «mysteries» bestätigt.

Geladene Kanonen und Schildkrötenknochen Die Unterwasserarchäologen bargen aus dem Wrack unter anderem eine alte Münze (kleines Bild) mit dem Konterfei von Queen Anne – der Namensgeberin des Schiffs. Zudem entdeckten die Wissenschaftler 14 Kanonen. Eine davon war mit einer Kugel «durchgeladen» und somit jederzeit schussbereit.

Das sei «typisch für Piraten gewesen», so Wilde-Ramsing. Hergestellt wurde das Geschütz gemäss Prägung 1713 in Schweden – ein weiterer Hinweis auf die «Queen Anne’s Revenge». Denn vor der Kaperung durch Blackbeard war sie ein bewaffnetes, europäisches Handelsschiff namens «La Concorde».

Einen echten Piratenschatz konnten die Wissenschaftler noch nicht hieven. Dafür bargen sie diverse grössere und kleinere Artefakte: antike Weingläser, Flaschen und Waffen, die durch ihre spezifischen Details – etwa Herkunft und Alter – ebenfalls auf den grossen Freibeuter deuten. So seien diese Funde auch die eigentlichen Kostbarkeiten, sagen die Archäologen.

Entdeckt wurde aber auch manche Kuriosität: Etwa ein Urinal-ähnliches Gefäss und unzählige Schildkrötenknochen – wohl Überreste von Piratenessen. Des Weiteren eine Minipistole und ein prächtig gestaltetes Schwert. Ob es sich beim auffallend verzierten Stück um Blackbeards persönliche Waffe handelt, sei indes «zweifelhaft», so Wissenschaftler Marc Wilde-Ramsing. «Es dürfte eher einem der Offiziere auf der Concorde gehört haben.»

Obwohl sie in der Tiefe des Meeres ruht, können auch Laien die «Queens Anne’s Revenge» inzwischen besichtigen. Die Forscher bieten geführte Tauchgänge zu dem Wrack an. Wers lieber trocken mag: Am 10. Juni 2011 startet im North Carolina Maritime Museum in Beaufort eine grosse Ausstellung, die fast alle wesentlichen Fundstücke zeigt, welche die Wissenschaftler aus der «Queen Anne’s Revenge» bergen konnten.

fi.

Infos:www.qaronline.org, www.ncmaritimemuseums.com

Flaggschiff von Seeräuber Blackbeard entdeckt! – Abbildung 2