News-Debakel: Tv-Profis Kuschen Vor Machtelite
Bilderberg-Geheimzirkel: Mittlerweile auch «undercover» im Internet präsent?
Der Machtzirkel der Bilderberger ist seit kurzem offenbar auch im Internet vertreten.
Selbstverständlich völlig anonym – und rechtswidrigerweise sogar ohne Impressum. Erstaunlich offen listen die Seitenbetreiber sämtliche bisherigen Konferenzen auf und erwähnen stichwortartig die Themen der Geheimtreffen.
Ein wiederkehrender Programmpunkt für die Machtelite ist etwa «The New World Order» – also die neue Weltordnung, die von vielen Skeptikern immer noch als reine Erfindung von Verschwörungstheoretikern abgetan wird. Für die letzten drei Konferenzen führt die Seite sogar eine Teilbetreiber, dass die Bilderberg-Konferenz nicht für den Inhalt der Seite verantwortlich sei.
«mysteries» identifizierte als Domain-Inhaber eine niederländische Internetagentur.
Kaum ein Zufall, schliesslich wurde das Geheimtreffen einst auf Initiative des holländischen Königshauses ins Leben gerufen.
Bei der verantwortlichen Internetfirma gibt man sich in guter Bilderberg-Tradition zugeknöpft: «Es handelt sich um eine offizielle Seite», heisst es dort am Telefon. «Weitere Informationen geben wir zu dieser Seite nicht.»
Anonym im Netz? Neue Internet-Seite.
nehmerliste auf. Allerdings ist anzunehmen, dass sowohl die Themen- als auch die Namenslisten bei weitem nicht vollständig sind.
Interessant: Zum Abschluss erklären die anonymen Seiten-Infos: www.bilderbergmeetings.org bilderberger:S.24-25_mysteries0510 11.8.2010 15:08 Uhr Seite 2
ARD, ZDF, ORF und SF ignorieren Bilderberg-Tagungen
Warum erwähnen unsere öffentlich-rechtlichen TV-Sender die geheimen Bilderberg-Konferenzen mit keiner Silbe? Warum schweigen die Newsprofis dort, wo sie aufschreien müssten? Kritische Nachfragen bei den verantwortlichen Newsredaktionen von ARD, ZDF, ORF und SF erbrachten peinliche Ausreden, über die selbst gestandene Journalisten nur den Kopf schütteln können.
Für kritische Zeitgenossen sind sie ein rotes Tuch: die Bilderberg-Konferenzen. Seit 1954 treffen sich unter diesem Namen die Reichen und Mächtigen dieser Welt: Adlige und Industrielle, Banker und Chef-Journalisten. Politiker und Superreiche. Ganz im Geheimen tagen sie, knüpfen Netzwerke, treffen weit reichende Entscheidungen.
Und schweigen anschliessend.
Nichts vom Beschlossenen darf an die Öffentlichkeit dringen.
Selbst die Teilnehmerliste ist strikt geheim – so auch bei der diesjährigen Konferenz, die im Juni 2010 hinter verschlossenen Türen im spanischen Ort Sitges bei Barcelona stattfand.
Das alles klingt nicht nur nach Vetternwirtschaft und geheimer Weltregierung. Es entspricht auch einem zutiefst elitären und undemokratischen Verhalten. Umso erstaunlicher erscheint da, wie passiv gerade im deutschsprachigen Raum die Leitmedien bleiben. Die Bilderberg-Konferenzen werden – wenn überhaupt – nur sehr oberflächlich, ja gar verniedlichend abgehandelt. Kein Wunder, sind doch regelmässig auch die Spitzen grosser Verlags- oder Sendehäuser bei den Geheimtreffen anwesend. Viele leitende Journalisten mischen mit im elitären Machtzirkel. So zum Beispiel Matthias Nass, stellvertretender «Zeit»-Chefredakteur.
Ein Leser des Internetblogs «Alles Schall und Rauch» (ASR) hat kürzlich bei ARD und ZDF angefragt, warum «Tagesschau», «heute» und Co. die Bilderberg-Konferenzen beharrlich verschweigen. Die Antworten der öffentlich-rechtlichen Sender sind ebenso entlarvend wie erschütternd: «Ja, wie können wir von einem solchen ‹Verschwörertreffen› berichten, wenn doch die Veranstalter verschwörerisch jede Presse und natürlich jede Fernsehkamera verbannen, sich abschotten, mit Bodyguards peinlich darauf achten, dass niemand aufkreuzt, der nicht geladen ist – und schon gar niemand, der da mit journalistischem Interesse eventuell die Verschwörung aufdecken wollte…», schrieb etwa die bekannte «heute»-Moderatorin und Nachrichtenredakteurin Gundula Gause zynisch zurück. Sie räumte dabei sogar ein: « (…) in Einem haben Sie recht: Die Bilderberg-Konferenzen sind natürlich sehr spannend! Wäre zu schön, davon berichten zu können.»
Ausführungen, die nichts anderes darstellen als die Bank-Ausgabe 5/10 Politik bilderberger:S.24-25_mysteries0510 11.8.2010 15:08 Uhr Seite 3 Gegen eine «Neue Weltordnung». Auch 2010 demonstrierten beunruhigte Bürger gegen die Konferenz – diesmal in Spanien.
rotterklärung des investigativen, kritischen Journalismus!
sem Hintergrund könnten wir lediglich berichten, dass eine Bil-Quintessenz: Will man als Machtmensch von den Nachrichtenderberg-Konferenz stattgefunden hat – und ggf. mit welchen redakteuren des ZDF in Ruhe gelassen werden, muss man ih- Teilnehmern. Die Ergebnisse jedoch liegen auch uns nicht vor.
nen lediglich die Arbeit erschweren.
Da die ledigliche Vermeldung einer Konferenz keinen ausrei- Das Dramatische an der ganzen Sache: Gauses Bequemchenden Nachrichtengehalt für eine Meldung innerhalb der lichkeit wird sogar von oben abgenickt: Tagesschau darstellt, sehen wir von ei- «Ohne Bilder, kein Fernsehbeitrag», bener Berichterstattung über die Bilderstätigt der stellvertretende ZDF-Chefreberg-Konferenzen ab.»
dakteur Elmar Thevessen in seiner Antwort. Das sei allerdings nicht der einzige Auch Schweizer TV winkt ab Grund für die Nichtbeachtung des bri- Durch derlei Statements aufgeschreckt santen Geheimtreffens, so der Fernsehklopfte «mysteries» bei den öffentlichmann weiter: «Die Bilderberg-Konferenz rechtlichen Sendern in Österreich und war bei keinem unserer Kollegen, auch der Schweiz an – und fragte ebenfalls: nicht beim Auslandsstudio, auf dem Ra- «Warum berichten Sie nicht über die Bildarschirm. Angesichts der Nachrichtenderberg-Konferenzen?»
Die Antworten lage ist sie auch kein Muss- sondern fielen ebenso erbärmlich aus wie bei ARD eher Kann-Thema und wäre deshalb in und ZDF. «Unser Anspruch ist es, tägden grossen Nachrichtensendungen lich/wöchentlich in unseren Informatiderzeit schwer unterzubringen.»
onsgefässen über aktuelle und relevante Der neugierige Blogleser wandte sich Themen aus der Schweiz und dem Ausmit seiner Frage auch an die ARD. Erland zu berichten. Das heisst aber auch nüchternde Antwort von Thomas Hin-Gundula Gause (ZDF): «Wäre zu schön, Prioritäten setzen. Da die Bilderbergerrichs, Chefredakteur von «ARD-aktuell»: darüber berichten zu können.»
Konferenz hinter verschlossenen Türen «Wie Sie sicher wissen, gestalten sich stattfindet und weder Beschlüsse noch die Bilderberg-Konferenzen als drei Tage andauernde infor- Teilnehmerliste öffentlich sind, findet sie in unserer Berichtermelle Gespräche. Dabei werden vor allem Probleme der Weltstattung nicht statt», heisst es beim Schweizer Fernsehen.
wirtschaft und der internationalen Beziehungen besprochen.
Gar keine Antwort kam vom übrigens ORF – trotz mehrma- Die Gespräche münden jedoch nicht in eine Abschlusserkläliger Nachfragen. Doch schlussendlich ist keine Antwort auch rung und werden auch nicht im Wortlaut veröffentlicht. Vor dieeine Antwort…
Politik Ausgabe 5/10 25





