Grenzchaos Wegen Bomben-Terror?
Bundesgrenzschutz in Aktion. Die verschärften Kontrollen sorgten rund um die Schweizer Grenze für viel Ärger.
Wenige Tage vor dem Bombenanschlag in Madrid wurden die deutschen Kontrollen an der Schweizer Grenze plötzlich massiv verstärkt – auf Druck von Spanien, wie jetzt durchsickerte.
Wusste Spaniens Regierung vom drohenden Al-Kaida-Bombenanschlag, noch ehe er stattfand? Was anfänglich nur gerüchteweise kursierte, scheint sich mittlerweile zu bestätigen: So verschärfte der Bundesgrenzschutz wenige Tage vor dem Anschlag vom 11. März 2004 seine Grenzkontrollen bei Basel massiv – ohne ersichtlichen Grund.
Die Aktion erfolgte derart überraschend, dass die Schweizer Behörden von den kilometerlangen Staus völlig überrumpelt wurden. Man hatte sie nicht einmal informiert. Dem Chaos an der Grenze folgte ein Informationsdebakel, das seinesgleichen suchte.Tagelang widersprach eine deutsche Behörde der anderen, bis niemand mehr wusste, warum überhaupt kontrolliert wurde.
Nun kommt doch noch Licht ins Dunkel: Wie der südbadische Journalist Jan Fischer kürzlich aufdeckte, geht die Kontrollwut offenbar auf eine Beschwerde Spaniens zurück. «Dessen Vertreter hatten im Schengen-Ausschuss darauf hingewiesen, dass Deutschland an seinen Schengen-Aussengrenzen zu lasch kontrolliere», weiss Fischer.
Er beruft sich dabei auf entsprechende Aussagen des Bundesvorsitzenden des Bundesgrenzschutz-Personalverbands, Knut Paul, an der Generalversammlung von Garanto, der Gewerkschaft der stätigen.»
Schweizer Grenzwächter und Zöllner.
«Laut Paul ging vom Innenministerium in Berlin über die Grenzschutzpräsidien in der Folge eine Weisung an alle Grenzschutzämter, ihre Praxis hinsichtlich der Schengen-Vorschriften zu überprüfen.»
Berlin wiegelt ab Bleibt die Frage, warum Spanien derart plötzlich auf schärfere Kontrollen pochte. Lagen womöglich geheimdienstliche Hinweise auf ein Attentat vor? Der Verdacht lässt sich nicht von der Hand weisen. Umso mehr, als kurz darauf in Madrid die Bomben explodierten.
In Berlin wiegelt man derweil ab. «Von hier aus kann ich die Aussagen von Knut Paul so nicht bestätigen», sagte Sprecherin Isabel Schmitt-Falckenberg vom Bundesministerium des Innern gegenüber «mysteries». Also sind die Information falsch? «Ich kann sie jedenfalls nicht belb. ■




