Schatzsuchern GlüCkt Silberner Jahrhundertfund

In der Region Basel hat ein anonymer Sondengänger einen Sensationsfund gemacht. Jetzt fahnden die Behörden nach ihm, um mehr über seine mysteriöse Entdeckung zu erfahren. Gleichzeitig gaben sie nach längerem Schweigen den Fundort des grössten Silberschatzes bekannt, der in der Schweiz je entdeckt wurde.

Das Paket traf anonym ein, adressiert an den Baselbieter Kan tonsarchäologen Reto Marti, abgeschickt in Pratteln – einem kleinen Vorort von Basel. Ein genauer Absenderhinweis fehlte.

Doch der Inhalt hatte es in sich: Bedeutende antike Artefakte.

«Neben römischen und ein paar keltischen Münzen» unter ande rem «ein Fingerring und ein römischer, so genannter Thekenbe schlag», wie Marti gegenüber «mysteries» erklärt.

Weitere Details zu dem aussergewöhnlichen Fund will der Archäologe aus Angst vor Schatzsuchern nicht preisgeben. Vor allem nicht zu einem ganz besonderen «Objekt» aus dem Paket, das aufsehenerregend und wertvoll zu sein scheint. Dieses will Reto Marti nicht einmal ansatzweise be schreiben: «Um keine Betrüger anzulo cken.» Er suche in dieser Angelegenheit aber dringend den Kontakt zum anony men Finder. Obwohl Sondengängerei im Baselbiet illegal ist, garantiert ihm der Behördenvertreter Straffreiheit: Er wolle sich lediglich mit ihm unterhalten, um Genaueres über den Fundort und die Fundsituation zu erfahren. Für ihn sei «nicht das Objekt wichtig, sondern seine Geschichte».

Ein anderes Geheimnis hat der Staatsarchäologe nun gelüf tet: Den bislang geheimgehaltenen Fundort des grössten kelti schen Silbermünzenschatzes, der je in der Schweiz gefunden wurde. Die knapp 300 antiken Geldstücke lagen oberhalb von Füllinsdorf auf 50 Quadratmetern verteilt direkt unter der Erde, in unmittelbarer Nähe eines Wald und Spazierweges. Sie dürf ten dort etwa 144 v.Chr. verbuddelt worden sein. Möglichweise «als keltische Verehrung eines Baumes». Da einige Münzen aus Frankreich und Bayern stammen, sei der Fund «ein wichtiger Be weis für eine OstWestVerbindung durchs Baselbiet».

Maulkorb für die Entdecker, aus Angst vor Raubgräbern Entdeckt hatten den «Jahrhundertfund» bereits 2001 zwei loka le Sondengänger: Wolfgang Niederberger und JeanLuc Doppler, denen von den Behörden bis vor kurzem noch ein Maulkorb ver passt worden war. Bei ihnen handelt es sich um zwei von fünf «legalen» Schatz suchern: Freiwillige, so genannte «archäo logische Späher», die mit Bewilligung der Behörden sondieren dürfen. «Die Zusam menarbeit mit den Spähern hilft uns, seriöse Geschichtsinteressierte in unser Konzept der archäologischen Prospektion einzubinden», erklärt Kantonsarchäologe Marti gegenüber «mysteries».

Die Suche mit dem Metalldetektor benötige eine «besondere Betreuung», denn «bei unsachgemässem Einsatz» könne «sehr rasch viel zerstört werden, und das unwiederbringlich», warnt er.

So pÁege man auch eine enge Zusammenarbeit mit der Polizei, die illegales Schatzsuchen streng ahnde.

fi. ■

Ausgabe 5/2013 39

Ich garantiere dem Finder Straffreiheit, falls er sich bei mir meldet.

Schatzsuchern glückt silberner Jahrhundertfund – Abbildung 2
Schatzsuchern glückt silberner Jahrhundertfund – Abbildung 3
Schatzsuchern glückt silberner Jahrhundertfund – Abbildung 4