Die Vergessenen Riesen Megalithen Im

Die monumentalsten je bearbeiteten Steinkolosse der Welt liegen unweit von Chinas früherer Hauptstadt Nanjing – derart gigantisch, dass sie selbst heute kaum transportiert werden könnten. In grauer Vorzeit sollten die Monster-Brocken kilometerweit vom Steinbruch entfernt zu einem monumentalen Mahnmal zusammengefügt werden – der grössten Gedenkstele der Welt, die allerdings nie vollendet wurde.

Es hätte die grösste Grabstele aller Zeiten werden sollen. Gefertigt unweit von Nanjing (Jiangsu), Chinas früherer Hauptstadt.

Drei gigantische Bausteine aus hartem Kalkstein liegen bis heute im dortigen Yangshan-Steinbruch. Über ihr exaktes Gewicht und ihre genauen Masse kursieren unterschiedliche, meist fehlerhafte Angaben – nicht zuletzt bei Wikipedia. Laut den 2011 angebrachten örtlichen Schautafeln wiegt der grösste der drei unfertigen Kolosse sagenhafte 6198 Tonnen, die beiden weiteren Riesenbrocken bringen 2617 respektive 862 Tonnen auf die Waage. Zum Vergleich: Der weltweit grösste Monolith in Baalbek (Libanon) wiegt 1650 Tonnen, der unvollendete Obelisk im ägyptischen Steinbruch von Assuan 1100 Tonnen.

Aus dem Felsen gehauen wurden die chinesischen Monsterbrocken vor über 600 Jahren – zur Zeit der legendären Seefahrten von Zheng He. Im Auftrag des dritten Ming-Kaisers Yongle (1360–1424) sollten sie nach ihrer Vollendung gemäss historischen Quellen über 20 Kilometer weit transportiert werden, um das Grab von dessen Vater, dem Gründer der Ming-Dynastie, zu schmücken. Dem traditionellen Design chinesischer Gedenkstelen folgend wurden damals drei Einzelteile in Angriff genommen: Ein Sockelpodest, das später zu einer glücksbringenden Schildkröte geformt werden sollte, dazu die eigentliche Stele samt Inschrift sowie ein Kopfstück (»Krone«). Nach dem Feinschliff hätte die waghalsige Konstruktion aufeinander getürmt eine geschätzte Gesamthöhe von über 40 Metern erreicht!

Ungelöstes Transportproblem Tausende von Fachleuten und Zwangsarbeitern mussten dafür laut chinesischen Überlieferungen 1405 malochen, um im Auftrag ihres Herrschers das Unmögliche zu vollbringen. Doch auf welche Art hätten die steinernen Kolosse kilometerweit bewegt werden sollen? Und wie viele Meter messen ihre heutigen Aushöhlungen konkret? Präzise Angaben dazu sucht man in der Fachliteratur vergeblich.

Der Schweizer Globetrotter Gregor Spörri wollte es genauer wissen. Stundenlang vermass und fotograÀerte er die unfertigen Monumente im September 2016 vor Ort, darunter auch einen 25 Meter langen »Schacht« im geplanten Mittelstück der 32 Ausgabe 1/2017

Ein Haus auf einem Hügel, umgeben von Bäumen.
Ein großer Felsen inmitten eines Waldes.
Eine große Felsstruktur mit vier Öffnungen in der Mitte.
Ein schwarz-weißes Bild einer Reihe von Silberwaren.
nicht beantworten
Eine braune Oberfläche mit einer schwarzen Grenze.
Eine große Felsstruktur inmitten eines üppigen grünen Waldes.
nicht beantworten