Vergessene Einrad-Boliden: Stecken Die »Men In Black« Dahinter?
Im dritten Teil der ComicverÀlmung »Men in Black« (2012) gehts rund: Nach einem Zeitsprung zurück ins Jahr 1969 jagt Will Smith alias Agent J auf einem futuristischen motorisierten Einrad Àese Aliens auf unserem Planeten. Zukunft und Vergangenheit geben sich im Zeitreisespektakel die Hand. Denn derlei Gefährte gab es einst tatsächlich. So wurde das erste motorisierte»Monowheel« samt Sitz und Steuerung bereits 1904 in Mailand der Welt präsentiert, wie die Zeitschrift »La Vie de l'Automobile« in ihrer damaligen Ausgabe vom 23. April berichtete.
Für Aufsehen sorgte 1932 auch das »Dynasphere« des Engländers John Purves. Trotz fortschrittlichem Elektroantrieb kam sein Vehikel aber nie so recht auf Touren. Ganz im Gegensatz zur »Motoruota« eines gewissen Giuseppe Govetosa aus Udine.
Dessen einzylindriges Gefährt soll bereits in den 1920er-Jahren Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde erreicht haben. Mitentwickelt, vertrieben und vermarktet wurde es von Davide Cislaghi. In einer Patentschrift fungieren beide Italiener als ErÀnder. Die Zeitschrift »Popular Science« widmete Govetosa und Cislaghi 1924 sogar die Titelseite ihrer Dezember-Ausgabe (Foto links).
Weiterentwickelte Varianten der »Motoruota« sorgten in den 1930er-Jahren und nach dem Krieg in den 1950er-Jahren kurzfristig für erneutes Aufsehen (»Nilsson Monowheel«). Keiner der schnittigen Brummer konnte sich jedoch langfristig durchsetzen. Und so verschwand das Wissen über motorisierte Einräder allmählich wieder aus unserem Bewusstsein – ganz im Sinne der »Men in Black«, die Erinnerungen an ihre Präsenz im Filmspektakel regelmässig aus dem kollektiven Menschheitsgedächtnis löschen. Mehr oder minder erfolgreich.
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Tollkühner Testfahrer: Dieses Foto aus Arles zeigt einen Schweizer Ingenieur namens Gerder oder Gerdes, der 1931 per Einrad durch Frankreich nach Spanien gebraust sein soll.














