um in die entlegenen Erntezonen zu gelangen. Dazu werden Motorräder und Traktoren aber auch Pferde eingesetzt.» Die Wege sind oft kaum befahrbar, grosse Strecken gilt es für Sammler zu Fuss zurückzulegen.

In mühsamer Handarbeit müssen die Samen nach der Ernte aus den Zapfen herausgeholt, geschält und gereinigt werden.

Doch der Aufwand lohnt sich. So geriet bereits 2005 eine Studie der Militärmedizinischen Akademie Sankt Petersburg zu einer regelrechten Lobeshymne auf die kleinen Kerne: Zedernussöl, so das Fazit der Forscher, erweise sich «als Mittel mit einer vielseitigen klinischen Effektivität». Es helfe «als Nahrungsergänzung» bei chronischer Gastritis (Magenschleimhautentzündung) sowie bei nicht durch Alkoholismus verursachter Fettleber.

Entzündungshemmende Wirkung Durch die «nachgewiesenen positiven Effekte» dürfe Zedernussöl zudem «als ein zukunftsreiches Mittel» bei Krankheiten betrachtet werden, die durch einen erhöhten Cholesterinspiegel hervorgerufen werden, resümieren die russischen Ärzte Dr. Jewgenij Iwanowitsch Sas und Prof. Wladimir Borisowitsch Grinewitsch: «Das HDL-Cholesterin, also das ‹gute› Cholesterin, nahm bei der Therapie mit Zedernussöl um 19 Prozent zu. Das negativ wirkende LDL-Cholesterin ging im gleichen Zeitraum der Untersuchung um 17 Prozent zurück.»

Doch nicht nur den Cholesterin-, auch den Blutzuckerspiegel senken die Zederkerne. Eine weitere medizinische Studie aus Russland, die 2008 im «Journal of Natural Medicines» (Vol.

Wunderperlen voller Omega-Fettsäuren.

wertvoller ungesättigter

62/4) publiziert worden ist, dokumentiert ergänzend, dass das Öl im Tierversuch auch entzündungshemmend wirkt.

«Bereits im 18. Jahrhundert wurden Zedernüsse zur Heilung von Tuberkulosekranken eingesetzt», weiss Importeur Alexander Markow, der sich intensiv mit der Geschichte dieses natürlichen Heilmittels beschäftigt hat. In früheren Jahren nannte man Zedernussöl denn auch «Schamanengold» und die Kerne «Perlen des sibirischen Waldes». Allerlei positive Kräfte werden den Waldfrüchten nachgesagt: Sie steigerten die Potenz, weckten die Lebensgeister und würden auch bei Tuberkulose und Nierenkoliken helfen.

In der Tat schmecken die würzig-süsslichen Zederkerne nicht nur besonders lecker, sie sind auch reich an wichtigen Mineralstoffen wie Mangan, Magnesium, Eisen, Kupfer oder Zink.

Zudem enthalten sie Vitamine in Hülle und Fülle – etwa B1, B2, B3 und B6 sowie Vitamin E (krebshemmende Antioxidantien).

Dazu kommt eine massive Portion Vitamin F, also jede Menge ungesättigter Fettsäuren, die als besonders gesundheitsfördernd gelten. Dies bestätigt auch eine detaillierte Inhaltsanalyse von «Neuform», der Vereinigung deutscher Reformhäuser.

«Zedernussöl ist im Grunde ein Konzentrat von Vitamin F», bringt es Markow auf den Punkt. So finde sich darin eine besonders optimale Mischung an wertvollen Omega-3- und Omega-6- Fettsäuren. Damit sei Zedernussöl auch als Prophylaxe gegen Erkrankungen der Herzkranzgefässe geeignet. Es könne den Blutdruck senken oder Infarkten vorbeugen. Die Kerne wirkten zudem «immunstärkend und allergiehemmend», so Markow.

Zederkern-Ernte.Zederkern-Ernte.

Bereits vor Ort werden Bereits vor Ort werden die Nüsschen geschältdie Nüsschen geschält und gereinigt, umund gereinigt, um später nach Europaspäter nach Europa exportiert zu werden.exportiert zu werden.

Sibirische Zedernüsse: Eng verwandt mit Zirbelkernen aus dem Alpenraum Naturkenner wissen es, Naturkostfreunde oft nicht: Zedernüsse gedeihen unter dem Namen Zirbelkerne auch in unseren Gefilden, speziell im Alpenraum, aber auch in den Karpaten. Denn die hiesige Zirbelkiefer (Pinus Cembra, auch Swiss Pine oder Alpine Arve genannt) ist mit der sibirischen Art (Pinus Sibirica) botanisch engstens verwandt. Verkauft werden die dickschaligeren europäischen Zirbelnüsse hierzulande zumeist ungeschält, als vitaminreicher Snack für Papageien, Kakadus oder Streifenhörnchen. Seltsamerweise fand «mysteries» im Gegensatz zu den Taiga-Kernen keinerlei Expertisen über deren gesundheitliche Wirkung auf den menschlichen Organismus. Dennoch ist davon auszugehen, dass europäische Zirbelnüsse ihren russischen Verwandten in punkto Heilwirkung nur wenig nachstehen dürften.

Aber auch zum Abnehmen scheinen die nährstoffreichen Samen prädestiniert: Wie aus einer am 2. April 2006 in der Fachzeitschrift «Gastroenterology» publizierten Arbeit hervorgeht, senkt die in Kernen von Piniengewächsen reichlich enthaltene Pinolensäure auch den Appetit. Dazu Alexandra Einerhand von der niederländischen Firma Lipid Nutrition, welche an den Untersuchungen beteiligt war: «In unserer Doppelblindstudie konnten wir den stärksten Effekt 30 Minuten nach der Einnahme beobachten: Der Appetit schwindet, das Sättigungsgefühl nimmt zu.»

Der Effekt halte zudem mehrere Stunden an.

Bereits ein Teelöffel voll mindert das Hungergefühl Ganz offensichtlich stimuliere die Pinolensäure die Ausschüttung des Hormons Cholecystokinin (CCK) im Dünndarm, konstatiert mittlerweile selbst die Reformhaus-Vereinigung «Neuform: «CCK unterstützt den Körper bei der Fettverdauung und vermittelt Sättigungssignale vom Darm an das Gehirn. Um die in der Studie ermittelte Menge an Pinolensäure zu sich zu nehmen, sollte man rund vier Gramm oder einen leicht gehäuften Teelöffel Zedernusskerne vor einer Hauptmahlzeit zu sich nehmen.»

Wie ernst es Lipid Nutrition mit ihrer Forschung nimmt, zeigen entsprechende Einträge in den weltweiten Patentregistern aus dem Jahr 2009. Darin erhebt die Firma Anspruch auf die exklusive kommerzielle Vermarktung von Produkten wie «Pinolensäure zur Behandlung von Übergewicht», «Pinolensäure-Zubereitungen zur Behandlung von Fettleber» oder «Verwendung von Pinolensäure zur Senkung des Cholesterinspiegels». Zumindest die Appetithemmer hat die unlängst vom US-Giganten Stepan geschluckte Firma bereits auf den Markt geworfen – unter dem Namen «PinnoThin». Als Kapseln, aber auch als Pulver.

Mühsame Handarbeit. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte ausschliesslich Zederkerne aus zertifizierter Bio-Produktion kaufen.

Synthetische Pillen statt natürlicher Kerne? Nein danke, meint «mysteries» – selbst wenn der weltweite Siegeszug der sibirischen Zedernüsse mittlerweile auch negative Folgen hat, wie etwa zwischenzeitliche Lieferengpässe. Wegen der wachsenden Nachfrage nach den «Gesundheitsperlen» drängen zur Erntezeit zudem immer mehr auswärtige Arbeiter in die Taiga und machen den traditionellen Sammlern Konkurrenz – oft mit rabiaten und alles anderem als naturschonenden Methoden.

«Das sind leider oft rücksichtslose Geschäftemacher, denen die Folgen ihres Handelns egal sind», seufzt Importeur Jochen Wolf. Immerhin hätten die Regierungen in Russland und der Mongolei die Problematik mittlerweile erkannt und mit entsprechenden Gesetzen eingegriffen. Für Alexander Markow von Vega e.K. hat das zunehmende Interesse an der sibirischen Zirbelkiefer aber auch seine guten Seiten: «Das Ernten der Früchte schützt die Wälder vor Abholzung.»

fi.

Infos: www.mare-versand.de (Tel. 09907/159525), floresfarm.com (Tel. 0711/90110880), vega-ek.de (Tel. 06325/1840300)

der Taiga – Abbildung 2
der Taiga – Abbildung 3
der Taiga – Abbildung 4
der Taiga – Abbildung 5
der Taiga – Abbildung 6
der Taiga – Abbildung 7
der Taiga – Abbildung 8
der Taiga – Abbildung 9
der Taiga – Abbildung 10
der Taiga – Abbildung 11
der Taiga – Abbildung 12
der Taiga – Abbildung 13
der Taiga – Abbildung 14
der Taiga – Abbildung 15
der Taiga – Abbildung 16
der Taiga – Abbildung 17
der Taiga – Abbildung 18
der Taiga – Abbildung 19
der Taiga – Abbildung 20
der Taiga – Abbildung 21
der Taiga – Abbildung 22
der Taiga – Abbildung 23
der Taiga – Abbildung 24
der Taiga – Abbildung 25
der Taiga – Abbildung 26
der Taiga – Abbildung 27
der Taiga – Abbildung 28
der Taiga – Abbildung 29
der Taiga – Abbildung 30
der Taiga – Abbildung 31
der Taiga – Abbildung 32
der Taiga – Abbildung 33
der Taiga – Abbildung 34
der Taiga – Abbildung 35
der Taiga – Abbildung 36
der Taiga – Abbildung 37
der Taiga – Abbildung 38
der Taiga – Abbildung 39
der Taiga – Abbildung 40
der Taiga – Abbildung 41
der Taiga – Abbildung 42
der Taiga – Abbildung 43
der Taiga – Abbildung 44
der Taiga – Abbildung 45
der Taiga – Abbildung 46
der Taiga – Abbildung 47
der Taiga – Abbildung 48
der Taiga – Abbildung 49
der Taiga – Abbildung 50
der Taiga – Abbildung 51
der Taiga – Abbildung 52
der Taiga – Abbildung 53
der Taiga – Abbildung 54
der Taiga – Abbildung 55
der Taiga – Abbildung 56
der Taiga – Abbildung 57
der Taiga – Abbildung 58
der Taiga – Abbildung 59
der Taiga – Abbildung 60