öL-Bild: Das Wort «Blau» Bereits 1969 HöRbar Gemacht

«Acoustic Recordings from Antiquity»: Unter diesem Titel formulierte Richard Woodbridge im August 1969 in den «Proceedings of the IEEE» als einer der ersten einen faszinierenden Gedanken und belegte ihn mit einem kontroversen Experiment. Hier sein Originalartikel (rechts) zum ersten Mal in deutscher Sprache.

Niederfrequente Geräusche hörbar gemacht bezogen sich darin vor allem auf Objekte aus Ton, die nach dem Gravieren gebrannt worden waren. Und sie führten auch erfolgreich entsprechende Experimente durch.

Basierend auf den Erkenntnissen des Amerikaners Richard G. Woodbridge liessen sie von einem Künstler etwa eine Vase herstellen. Während seiner Arbeit an der Töpferscheibe hatte der Mann gesprochen und gesungen. Nach dem Brennen wurde der Topf nach den Vorgaben Woodbridges «abgehört». Dabei waren jedoch einzig die Umgebungsgeräusche und das Drehen der Töpferscheibe zu vernehmen. Damals, 1977, konnte also der endgültige Beweis für die Möglichkeit von Tonaufzeichnungen in Keramik noch nicht erbracht werden.

Vielversprechende Resultate Paul Aström stellte in der Folge weitere Messungen an, um so den mechanischen Widerstand des Tons während des Gravierens sowie die erforderliche Lautstärke des aufzuzeichnenden Klanges zu bestimmen. Ein Zylinder aus Ton wurde dazu mit Bauteilen eines Diktaphons verbunden.

Für das Aufzeichnen modulierter Kerben bei verschiedenen Drehgeschwindigkeiten benutzte man einen einfachen Grammophon-Tonkopf. Auch ein Tongenerator und ein Verstärker wurden angeschlossen. Ernüchterndes Resultat: Die Amplitude der ungebrannten Kerbe war nicht messbar.

Beim späteren Brennen wurde der Zylinder durch Schrumpfung leicht verformt.

Das «Abspielen» erfolgte mit einem üblichen Grammo-Tonarm. Der Zylinder wurde mit ungefähr der gleichen Geschwindigkeit wie bei der Aufnahme gedreht. Und oWunder: Jetzt konnten die Signale sowohl gehört als auch aufgezeichnet werden. Und es zeigte sich, dass sie sich deutlich von den Umgebungsgeräuschen abhoben!

Auch die schwedischen Wissenschaftler kamen deshalb abschliessend zum Schluss, dass sowohl ihre Berechnungen wie auch die durchgeführten Experimente «Anlass zu weiteren interessanten Forschungen» bieten würden.

Wer weiss, welche faszinierenden Perspektiven uns die Technologien der Zukunft bieten werden? Werden wir dereinst tatsächlich in die Vergangenheit lauschen können? So, wie wir heute am Himmel jede Nacht bereits das Sternenlicht erblicken, das vor Jahrmillionen einst ausgestrahlt wurde?

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Öl-Bild: Das Wort «blau» bereits 1969 hörbar gemacht – Abbildung 2