Der Deutsche Wunderheiler von Ibiza
Wo findet sich womöglich noch Hilfe, wenn kein Arzt mehr helfen kann? Tausende sind in ihrer Verzweiflung nach Ibiza geflogen – zum europaweit bekannten Handaufleger Rolf Drevermann. Und für viele von ihnen war der Wunderheiler Retter aus grösster Not. In Deutschland dagegen wurde er erbarmungslos von der Staatsanwaltschaft verfolgt, trotz Unterstützung durch den damaligen Wirtschaftsminister Möllemann. Als sei das Handauflegen eine kriminelle Tat…
von Robert Sebastian
Nach Operationen und langen Klinikaufenthalten hatten ihr die Ärzte gesagt: «Sie müssen sich damit abfinden, Ihr künftiges Leben im Rollstuhl zu verbringen.»
Die 24-jährige Andrea aus Holzhausen in Bayern war nach einem Autounfall querschnittsgelähmt. Sie war ohne Hoffnung – das Leben für sie nicht mehr lebenswert.
Ein Jahr nach dieser schrecklichen Diagnose treffe ich Andrea in einem Hotel bei München. Zur Begrüssung kommt sie mir, wenn auch auf Krücken, entgegen. Der Mann an ihrer Seite hat das Wunder vollbracht – es ist Rolf Drevermann.
Andrea, die einst Hoffnungslose, sagt zu mir: «Herr Drevermann hat mir ein zweites Leben geschenkt. Und ich glaube daran, dass ich nach weiteren Behandlungen eines Tages auch ohne Krücken gehen kann.»
Begegnung in Ibiza Ich treffe an diesem Tag noch die Sekretärin Eva (25) aus München. Und was sie mir erzählt klingt genauso unglaublich wie die Geschichte von Andrea.
Eva fühlte sich von einer geheimnisvollen Krankheit befallen: Schwellung der Lymphknoten, immer müde, starker Gewichtsverlust, die Sehkraft des rechten Auges nimmt rapide ab – bis auf 18 Prozent.
Mehrwöchiger Klinikaufenthalt, aber die Ärzte finden nichts und können ihr auch nicht helfen. Um auf andere Gedanken zu kommen, macht sie mit ihrem Freund Urlaub auf Ibiza. Dort treten die Krankheitssymptome verstärkt auf.
Eva: «Mein Kopf war glühend heiss, ich war immer müde, das rechte Auge tränte – und ich hatte wahnsinnige Angst, auch links zu erblinden.»
Eine Augenärztin sagt, sie könne ihr nicht helfen. Aber ein deutscher Arzt vor Ort schickt sie zu Drevermann. Nach zwölf Tagen bei ihm sind alle Beschwerden verschwunden, das rechte Auge hat seine volle Sehkraft wiedererlangt. Eva über Drevermann: «Ich bin froh und dankbar, dass er diese Gabe hat.»
Ein weiteres Beispiel: Schon als Mandy noch ein Baby war, stellten die Ärzte bei ihr schwere Sehstörungen fest. Die Ursache dafür fanden sie jedoch erst viel später – einen Tumor im Kopf.
In acht schweren Operationen entfernten Chirurgen die Geschwulst. Nach dem letzten Eingriff war Mandy blind, und die Ärzte sagten: «Sie werden nie wieder sehen können.» Nach fünf Behandlungen durch Rolf Drevermann fällt Mandy dem Heiler weinend um den Hals: «Danke, danke, lieber Herr Drevermann.» Sie kann wieder sehen, lesen, allein mit dem Bus fahren und einkaufen gehen – ein ganz normales Leben führen.
Wunder über Wunder Für Rentner Peter Durst wiederum kam der Schock urplötzlich. Morgens, beim Rasieren bemerkte er, wie das Bild im Spiegel vor seinen Augen verschwamm.
Am 24. Oktober 1997 diagnostizieren die Ärzte in der Augenklinik Aachen, dass Peter Durst auf beiden Augen blind ist. Sie finden weder die Ursache für den plötzlichen Verlust des Augenlichts, noch können sie ihm helfen. Nach nur vier Behandlungstagen bei Rolf Drevermann kann Durst wieder sehen.
Die Nachtschwester Christel Krause aus Neumünster schliesslich hat Krebs. Ein Karzinom, 7 mal 1 3 Zentimeter gross, zwischen den Leberlappen. Der Hausarzt sagt ihr: «Sie haben nur noch ein halbes Jahr zu leben.» Das war im Herbst 1992.
Doch Christel Krause lebt immer noch – Rolf Drevermann hat das Wunder vollbracht.
Drevermann, der gelernte Speditionskaufmann und spätere Koch, entdeckte seine Heilerfähigkeiten, als er ein Restaurant in Andalusien führte. Die 17-jährige Petra hatte ihm dort über andauernde Schmerzen berichtet, die sie nach einem Reitunfall plagten. Um sie zu trösten, hielt Gastwirt Drevermann seine Hand über Rolf Drevermann: «Nicht ich bin für meine Heilerfolge verantwortlich – sondern Gott.»
ihren Arm und sagte: «Das wird schon wieder.»
Drevermann war selbst verblüfft, als ihn Petra später aus Deutschland anrief ‹‹ In Deutschland heilen darf Drevermann nicht mehr…
und freudestrahlend verkündete: «Meine Schmerzen sind spurlos verschwunden.»
Tausenden hat der Mann, der aus dem westfälischen Warendorf stammt, seitdem geholfen. «Ich verstehe ja selbst nicht, was da passiert», sagt er, «aber ich sehe es als Geschenk des Himmels an, die Gabe zu haben, Schwerkranken helfen zu dürfen.»
Er wurde sogar zum spanischen König Juan Carlos gerufen und in das saudiarabische Königshaus. Doch in Deutschland heilen darf er nicht mehr. Der Oberkreisdirektor von Warendorf hat ihm die Ausübung seiner Tätigkeit untersagt. Laut Gesetz von 1939 dürfen nämlich nur Ärzte und Heilpraktiker Kranke heilen.
Auch ein Schreiben des damaligen Wirtschaftsministers Jürgen Möllemann half nichts: «Ich würde es sehr begrüssen, wenn ein Weg gefunden wird, der es Herrn Drevermann gestatten würde, in Zukunft weiterhin seine Tätigkeit in Deutschland und nicht etwa im Ausland auszuüben.»
Der Staatsanwalt beschlagnahmte




