äGyptisches Gold In Bayern
Goldschmuck, der in Bernstorf ans Tageslicht kam. Die Reinheit des Metalls deutet auf eine ägyptische Herkunft.
Ein 1998 entdeckter Goldschatz belegt erstmals Kontakte zwischen Südbayern und dem mediterranen Raum – bis nach Ägypten. Und das mitten in der Bronzezeit – kurz vor der Zeit von Pharao Tutanchamun!
Am 11. Juni 2005 lud die Bayerische Staatskanzlei zum Tag der offenen Tür – und präsentierte den Besuchern ein besonderes Schmankerl. In der Schatzkammer konnte der von Hobby-Archäologen entdeckte Goldschatz von Bernstorf bewundert werden.
Aufgespürt worden war er 1998 hoch über dem Ampertal, wo um 1370 v. Chr.
eine bedeutende Burg stand. Die Befestigung und die Siedlung gingen kurze Zeit später nach einem verheerenden Brand zugrunde. Ihre einstige überregionale Bedeutung lässt sich vor allem aus den wenigen von dort stammenden Funden ableiten. Hierzu zählen neben dem Goldfund auch zwei gravierte Bernsteinstücke, wovon eines eine Ritzung in mykenischer Schrift trägt.
Objekte also, die «aufgrund ihrer Gravierungen so aussergewöhnlich sind, dass zunächst die Frage nach ihrer Authentizität, also ihrer gesicherten Herkunft, im ‹‹ So aussergewöhnlich, dass man zuerst an eine Fälschung dachte…
Raume stand», wie das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege selbstkritisch festhält.
Das eine der beiden zeigt das Gesicht eines Mannes mit Kinnbart und auf der Rückseite drei Bildzeichen. Das andere weist vier Zeichen auf. Die Neufunde belegen nach Ansicht der Wissenschaftler einen intensiven Kulturkontakt Südbayerns zum mediterranen Raum, speziell auch zum mykenischen Kreis: «Bislang war dieser Kontakt nur durch das sporadische Auftreten von mediterranen oder mediterran beeinflussten Gegenständen erkennbar. Dass sich nun aber auch die Verwendung von Schriftzeichen belegen lässt, ist vollkommen unerwartet.»
Wem diese Objekte zuzuschreiben seien, einer einheimischen Bevölkerung oder sogar einer Fremdgruppe, müsse derzeit noch offen bleiben.
Reinstes Gold Der Goldfund selber ist nicht minder erstaunlich. Er stellt eine nahezu vollständige Tracht-Ausstattung der Bronzezeit dar, mit Kopfschmuck, Brustschmuck, Gürtel und Nadel. Hinzu kommt ein Stab als besonderes Zeremonialgerät.
«Das verwendete Gold ist so rein, wie Bernstein mit mykenischer Schrift.






