Das Geheimnis Der Deutschen Atombombe

Verfügte Nazi-Deutschland gegen Ende des Zweiten Weltkriegs über eine eigene Atombombe? War es gar eine deutsche Atombombe, welche die Amerikaner über Japan abwarfen? «Unsinn!» winken viele Historiker ab. Das Dritte Reich habe entsprechende Projekte bereits 1942 storniert, heisst es. Dennoch deutet vieles darauf hin, dass den Alliierten nach dem Einmarsch womöglich mehr «Wunderwaffen» in die Hände fielen, als man uns heute glauben machen will.

von Thomas Mehner «Das Dritte Reich hatte keine Atombombe.» Diese Behauptung wird seit Jahrzehnten vehement durch Zeitgeschichtler, Historiker und wissenschaftliche Experten aller Couleur vertreten.

Tatsächlich ist bis heute innerhalb der bekannten deutschen Atomforschungsgeschichte kein greifbarer Beweis aufgetaucht, der das Gegenteil dokumentieren könnte, und auch die an den bekannten deutschen Atomforschungsvorhaben beteiligten Wissenschaftler wie etwa Heisenberg oder Diebner haben nach dem Krieg nie etwas anderes behauptet.

Seit jeher wird ebenso postuliert, dass die in Deutschland während des Zweiten Weltkrieges tätigen Spezialisten zwar beeindruckende Grundlagenforschung betrieben hätten, diesen Vorsprung jedoch anschliessend aufgrund fehlender finanzieller Mittel, mangelnder Kapazitäten und einer Führung, die das Thema einer friedlich oder militärisch genutzten Kernenergie nicht begriff, einbüssten und sogar überholt wurden.

Deutschland habe auch deshalb keine «Bombe» bauen können, weil weder funktionierende Kernreaktoren, Zyklotrone (von einigen Versuchsgeräten abgesehen) oder ähnliche Anlagen vorhanden waren.

Selbst nachdem man solche Systeme beim Einmarsch in Frankreich, Dänemark oder in die damalige Sowjetunion entdeckt habe, seien nicht die richtigen Schlussfolgerungen daraus gezogen worden.

Die zum Kriegsende hin bekannt gewordenen Äusserungen Hitlers und seines Ministers Goebbels, der Einsatz von neuartigen (Wunder-)Waffen stünde kurz bevor, wurde als Propaganda abgetan; einzig und allein dem Ziel dienend, die deutsche Bevölkerung und die kämpfende Truppe zum Durchhalten zu ermuntern.

Merkwürdig ist nur, dass sich heute eine zunehmende Zahl von Widersprüchen auftut, die es – bei einer stimmigen Geschichtsdarstellung – überhaupt nicht geben dürfte.

Wo Wahrheit ist, hat die Lüge bekanntermassen keine Chance. Doch eine wachsende Zahl von Personen, die sich überall auf der Welt mit der Thematik der deutschen «Bombe» beschäftigen, muss feststellen, dass es eine Vielzahl von Widersprüchen gibt. Und dass die alliierte Geheimhaltung zu manchem Aspekt des Zweiten Weltkrieges, der die damalige deutsche Hochtechnologie betrifft, immer noch anhält.

Plötzlich kursierten Gerüchte Möglicherweise hätte die Öffentlichkeit nie erfahren, dass ein weit umfangreicheres deutsches Atomforschungsprogramm als das bisher bekannte existiert haben könnte, wenn nicht der Zusammenbruch des kommunistischen Systems Ende der 80er-Jahre erfolgt wäre. In solchen Zeiten des Wandels gelangen immer Informationen an die Oberfläche, die jahreund jahrzehntelang unter dem Teppich blieben.

Plötzlich kursierten Gerüchte über eine streng geheime Atom-und V-Waffenforschung bei Skoda, Prag. Ähnliches ereignete sich in Bezug auf das Jonastal, jenen scheinbar geheimnisvollen Abschnitt Thüringens zwischen Ohrdruf und Arnstadt, der – nach bisheriger Geschichtsschreibung – gegen Kriegsende Ziel geheimer Bauaktivitäten der SS geworden war.

Diese neuen Informationen passen genauso wenig ins traditionelle Weltbild wie zahlreiche Andeutungen in Publikationen zeit- und militärgeschichtlicher Art, die von deutschen Uranbomben und Langstreckenwaffen sprechen. Selbst Reichsrüstungsminister Albert Speer deutete in seinen Buch «Erinnerungen» an, dass die SS im Krieg bemüht war, an der Wehrmacht vorbei die alles entscheidende Waffe zu entwickeln. Die Historikerschaft behauptet zwar, dies sei fehlgeschlagen, doch ist diese Einschätzung aufgrund der neuen Faktenlage kaum mehr glaubhaft.

Eine gründliche Recherche ergab, dass insbesondere in den letzten beiden Kriegs-US-Atomtest anfangs der 50er-Jahre. Know-how von Nazi-Deutschland?

jahren und auch bis Anfang 1946 eine Vielzahl von beeindruckenden Informationen durch die alliierte Presse publiziert wurde, die der Wahrheit ziemlich nahe kamen.

Diese Informationen wurden zuweilen im Auftrag von Unterbehörden der Kriegsministerien verbreitet und in solch bekannten Blättern wie der «Washington Post», der «Los Angeles Times» oder der britischen «Times» veröffentlicht.

Sie fanden aber ihren Niederschlag auch in Zeitungen der romanischen Welt und Skandinaviens und sind wohl vor allem der euphorischen Siegesstimmung der Briten und Amerikaner unmittelbar nach dem Krieg zu verdanken.

Als sich dann aber die Voraussage Hitlers, die ehemaligen Alliierten würden eines Tages Feinde werden, bewahrheitete, begriffen die Verantwortlichen, was sie alles in Deutschland gefunden hatten. Diese Waffensysteme bekamen aufgrund der veränderten politischen Situation plötzlich strategische Bedeutung, fielen unter die Gesetzgebung der nationalen Sicherheit und waren damit für eine weitere Publikation tabu.

Um kein unnötiges Aufsehen zu erregen, dementierte man natürlich die schon erschienenen Berichte nicht, sondern hoffte darauf, dass die Öffentlichkeit das Thema vergessen werde.

Tatsächlich schien dieser Plan aufgegangen zu sein, denn über 50 Jahre herrschte beinahe Friedhofsruhe in dieser Hinsicht… Blickpunkt Peenemünde Peenemünde ist jedem geschichtlich Interessierten ein Begriff, der im Zusammenhang mit der deutschen Raketenentwicklung steht. Seit Jahren kursieren hartnäckige Gerüchte, wonach in Peenemünde nicht nur an der Raketenwaffe geforscht wurde.

In der Ausgabe der «Daily Mail» vom 9. August 1945 erschien ein bemerkenswerter Bericht unter der Schlagzeile «AGerman Atom Ace died» («Ein deutsches Atom-As starb»). In diesem Bericht wurde verlautbart, dass das «Meistergehirn» hinter der deutschen Atombombenforschung ein gewisser General Chamier-Chysynaki gewesen sei, der bei dem berühmten Angriff der britischen Royal Air Force (RAF) auf Peenemünde ums Leben kam.

Weiter wurde im Artikel der «Daily Mail» festgestellt, dass «Reports» existieren, wonach die Deutschen die Atombombe im «diesjährigen Oktober», also im Oktober 1945, fertig gehabt hätten!

Wenn der General und andere Wissenschaftler bei dem Angriff der RAF nicht ums Leben gekommen wären, hätte die Fertigstellung der Waffe sogar noch frü- ‹‹ Atombombe bereits im Oktober 1945 fertig gestellt?

her erfolgen können. Die Deutschen hätten ihre (Atom-)Forschungseinrichtungen in Peenemünde, Rjuken (Rjukan) in Norwegen und am Chiemsee (Bayern) errichtet. Eine bedeutende Atomforschungseinrichtung habe sich auch auf Bornholm befunden, die jedoch von den Russen besetzt worden sei – was die Briten sehr zu bedauern schienen.

Korrespondierende autorisierte Meldungen erschienen am 9. August 1945 auch im «Daily Telegraph» sowie im «Daily Express». Weitergehende Recherchen zeigten, dass der deutsche General, auf dessen Tod die Briten so stolz waren, tatsächlich von Chamier-Glisczinski hiess und zum militärischen Führungsstab von Peenemünde gehörte.

Einer der mit der deutschen Atomforschung verbundenen Standorte befand sich im so genannten «Schutzund Trutzgau» Thüringen im Raum zwischen Ohrdruf, Arnstadt und dem Jonastal. Seit Jahren wird über dieses Gebiet heftig debattiert, wobei nach dem Krieg zunächst behauptet wurde, dass hier lediglich ein – bis heute nicht gefundenes – Führerhauptquartier errichtet werden sollte.

Der Einsatz Zehntausender Häftlinge, die strikte Geheimhaltung, die heute noch anzutreffende Angst bei Zeugen, die Tatsache, dass das Projekt S III (Sonderbauvorhaben III) bei Kriegsende unter Leitung von SS-Gruppenführer Dr.-Ing. H. Kammler stand und auch das zugeknöpfte Verhalten heutiger Behörden lassen jedoch anderes vermuten.

Geheime V-Waffen-Fabrik Selbst der bekannte Historiker Eugen Kokon wusste zu berichten, dass das FHQu nicht alles war, was es in diesem Terrain gab, sondern dass auch eine technologische Komponente eine Rolle spielte, wenn er schreibt: «60 km SW von Buchenwald entfernt befand sich ein anderes Arbeits-Aussen- Jonastal (1944). Ort von SS-Bauaktivitäten, die angeblich der Schaffung eines unterirdischen Führerhauptquartiers dienten.

Ein schwarz-weißes Foto einer Baustelle.