Währungswunder im Chiemgau

»Das macht dann zehn Chiemgauer!« So oder ähnlich klingt es in manchen bayerischen Städten, wenn man beim Bäcker oder Metzger seinen Einkauf bezahlen will. Seit rund 14 Jahren ist im Chiemgau Deutschlands erfolgreichste Alternativwährung im Umlauf.

Natürlich kann man dort auch mit dem darbenden Euro bezahlen. Doch vom »Chiemgauer« proÀtieren statt der Banken nicht nur örtliche Ladenbesitzer, sondern auch lokale Vereine – und damit das regionale Gemeinwohl.

er in den oberbayerischen Landkreisen Rosenheim oder Traunstein einkauft, zieht – wenns ans Bezahlen Wgeht – nicht unbedingt Euro-Noten aus seinem Geldbeutel. Seit mittlerweile 14 Jahren können die Einwohner der bayerischen Region Chiemgau ihre Rechnungen bei Einzelhändlern und Gastronomen auch mit »Chiemgauer«-Geldscheinen bezahlen. Der »Chiemgauer« gilt als umsatzstärkste und bekannteste Regionalwährung in Deutschland – und noch dazu als eine der erfolgreichsten Komplementärwährungen der Welt.

2011 gab es in Deutschland zwischen Alpen und Küste noch 63 Regiogeld-Adressen, angefangen bei der »Hansemark« in Hamburg und dem »Roland« in Bremen, über den »Havel-Taler« in Neustadt/Dosse oder den »Braktus« in Hildesheim bis hin zur »Bürgerblüte« in Kassel sowie dem »Rheingold« in Düsseldorf. Manche dieser Währungen verschwanden wieder – doch der Chiemgauer blieb. Und er hängt in punkto Erfolg bis heute alle Konkurrenten ab. Die Nutzer des Regiogeldes können inzwischen selbst ihre Stromrechnung bei der Stadtwerke Rosenheim Versorgungs GmbH mit Chiemgauern begleichen.

Als ErÀnder des Chiemgauers gilt Christian Gelleri (43). Ein erster Impuls kommt dem Diplom-Handelslehrer und Betriebswirt 1989 auf einer Klassenfahrt in die damals kurz vor dem Zusammenbruch stehende DDR. Gelleri wundert sich darüber, dass er und seine Mitschüler für eine Westmark bis zu 50 Ostmark erhalten, obwohl der ofÀzielle Wechselkurs bei 1:1 liegt, dass ein Bier für eine Ostmark zu haben ist und eine Strassenbahnfahrt lächerliche 20 Ostpfennige kostet. »Klar fanden wir es toll, dass wir durch unseren Geldtausch auf dem Schwarzmarkt 50 Bier konsumieren konnten«, erinnert er sich schmunzelnd.

Dennoch kam er ins Grübeln.

Während seines Studiums verschlingt Christian Gelleri Bücher über Geldsysteme und stellt dabei fest, dass alle Währungen dieser Welt immer wieder stark an Wert verloren oder mitunter sogar ganz verschwanden. Für ihn stellen sich deshalb vielerlei Fragen. Vor allem: Wie kann ein Geldsystem nachhaltig funktionieren? Und wie bleibt der Wert stabil und das Geld in der Realwirtschaft ständig im Kreislauf?

Als Gelleri im Herbst 2002 als Wirtschaftskundelehrer an der Waldorfschule Prien beginnt, startet er mit Oberstufen-Schülern einer 10. Klasse das zukunftsweisende Unternehmensprojekt des Chiemgauers. Zu Beginn stellt sich jeder Schüler zwar noch etwas anderes darunter vor, doch machen sich alle voller Begeisterung daran, das Projekt zum Laufen zu bringen: Sie drucken Chiemgauer, sprechen Leute an, betreuen Geschäfte, verhandeln mit Lieferanten, entwickeln Werbestrategien, halten Vorträge – und überzeugen so innerhalb weniger Monate 130 Verbraucher.

Alle nutzen sie nach nur einem Jahr die neue Regionalwährung und setzen Chiemgauer im Wert von 75’873 Euro um.

Je älter ein Schein, desto geringer sein Wert 2004 ist die Zahl der Verbraucher um das Dreifache auf 380 angewachsen. Der Chiemgauer-Umsatz beläuft sich damals bereits auf 306’140 Euro. Tendenz weiter steigend. Doch wie funktioniert die Alternativwährung in der Praxis? Wer mitmachen will, muss sich einmalig registrieren und erhält dafür eine Regiocard. Bei der Kontoführung und Zahlungsabwicklung wird mit regionalen und ethisch-ökologisch orientierten Banken kooperiert. Unternehmer können Chiemgauer im Wert von 1:1 gegen Euro kaufen, hingegen nur gegen eine Gebühr von fünf Prozent in Euro zurücktauschen. Wobei von diesen fünf Prozent 60 Prozent an einen gemeinnützigen Verein gehen, den man bei seiner Registrierung zuvor jeweils selbst ausgewählt hat. Die verbleibenden 40 Prozent dienen der Kostendeckung der Chiemgauer-Herausgeber. Ebenfalls wichtig: Eingetauschte Geldscheine sind jeweils nur sechs Monate gültig, können nach Ablauf dieser Frist jedoch durch Kauf und Aufkleben von Marken im Wert von drei Prozent des Geldscheinwerts verlängert werden.

»Wer hundertprozentig hinter unserer Regiowährung steht, hat kein Problem damit«, sagt Christian Gelleri. Er schuf mit dem Chiemgauer ein Zahlungsmittel, damit die Leute ihr Geld Ausgabe 2/2017 45 ►Inspiriert von Sozialreformer Silvio Gesell: Arbeitswertscheine von 1932/1933 aus dem österreichischen Wörgl.

konsequent in ihrem lokalen Umfeld ausgeben. Und für die Unternehmen der Region besteht ein Anreiz beim Chiemgauer mitzumachen darin, neue Kunden zu gewinnen.

Eine Win-Win-Situation für alle. Gelleris Fazit zum vierzehnten Geburtstag der Regionalwährung im Februar 2017: »Ein Reallabor, das Schritt für Schritt immer besser funktioniert.« Heute nutzen bereits über 3500 Verbraucher das Regionalgeld. Und der Chiemgauer-Umsatz aller Unternehmen liegt inzwischen bei stolzen 7,5 Millionen Euro – Tendenz weiterhin steigend. Mittlerweile prangt an vielen Ladentüren und Kassen das Signet »Wir machen gerne mit!« – samt entsprechendem Währungssymbol.

Die Teilnehmer am System kämen mit der Alterungsfunktion des Regionalgeldes gut zurecht, so das Fazit von ErÀnder Gelleri. Zu Beginn habe es zwar einige Unsicherheiten gegeben, und mancher Unternehmer habe deshalb die Akzeptanz kurz vor Quartalsende abgelehnt. »Doch als sie erkannten, dass deswegen zusätzliche Kunden in ihre Läden kamen, verÁogen ihre Befürchtungen rasch.« Statt dessen hätten die Unternehmer angefangen, das Regionalgeld selber möglichst bald auszugeben. »Im Vergleich zum Euro hat sich eine dreimal so hohe Umlaufgeschwindigkeit entwickelt«, betont Gelleri nicht ohne Stolz.

Wiederholt sich im Chiemgau das Wunder von Wörgl?

Hauptschwierigkeit, mit der er und seine Schüler beim Start im Jahr 2002 zu kämpfen hatten, war die Skepsis von Banken und Gemeinden. »Bis heute gibt es immer wieder politische Widerstände«, sagt Gelleri und verweist auf das Beispiel einer Gemeinde, der vom Bayerischen Kommunalen Prüfverband sogar verboten wurde, beim alternativen Währungssystem mitzumachen. Dieses Verbot habe die Initiative zu Beginn stark zurückgeworfen. Nicht zum ersten Mal in der Geschichte. »Solche Verbote gab es bereits früher.« Das bekannteste Geldexperiment fand im österreichischen Wörgl statt. In der kleinen Gemeinde war 1932 die örtliche Zement- und Zellulosefabrikation derart stark zurückgegangen, dass die Arbeitslosenquote bedrohlich anstieg. Angesichts leerer Kassen begann Bürgermeister Michael Unterguggenberger als Lohn für die Gemeindeangestellten eigene »Arbeitswertbestätigungen« auszugeben – sozusagen den »Wörgler Schilling«.

▲»Die Menschen leben vom Austausch ihrer Leistungen«. Die Rückseite des »Wörgler Schillings«.

Ideenlieferant für den Bürgermeister war damals die Freiwirtschaftslehre von Silvio Gesell (1862-1930), einem kühnen deutschen Finanztheoretiker und Sozialreformer.

Bürgermeister Unterguggenbergers Experiment verlief mehr als erfolgreich. Geldkreislauf und Wirtschaftstätigkeit in Wörgl wurden wiederbelebt und die Arbeitslosigkeit deutlich gesenkt, während das übrige Land tief in der Wirtschaftskrise steckte.

Vom »Wunder von Wörgl« schwärmt man in Deutschland, Frankreich oder Amerika noch heute. Nur die Österreichische Nationalbank hatte keine Freude. Sie klagte vor Gericht erfolgreich gegen die Wörgler Freigeld-Aktion. Nach Androhung eines Armeeeinsatzes beendete der Bürgermeister sein vielversprechendes Experiment im September 1933 – notgedrungen.

Dass der Chiemgauer im Gegensatz zu anderen Regionalwährungen nicht verschwunden ist, führt dessen ErÀnder darauf zurück, »dass wir bei Problemen nicht aufgegeben und immer wieder kreativ nach Lösungen gesucht haben«. Christian Gelleri verweist dabei vor allem auf die wichtige Weiterentwicklung der bargeldlosen Variante des Regionalgeldes, die man zusammen mit regionalen Banken entwickelte.

»Dabei haben wir die Vorteile des Euro-Systems mit den Vorteilen eines Komplementärgeldsystems verknüpft.« Politische Widerstände gibt es bei Regionalgeld leider immer wieder.

46 Ausgabe 2/2017 Zu den aktuellem Herausforderungen, denen sich die Chiemgauer-Banker stellen müssen, zählt die Einführung von Negativzinsen im normalen Geldsystem. »Das ehrt uns einerseits, weil wir diese Idee bereits seit 14 Jahren praktizieren«, sagt Gelleri und fügt an: »Wir stellen das Positive dieser Idee heraus und nennen es lieber ›Umlauf-Impuls‹ oder ›Schwunggeld‹ statt ›Schwundgeld‹.« Vor allem die Medien setzten in ihrer Berichterstattung oft lieber auf letztgenannten negativ besetzten Begriff.

Gelleri ärgert das. Denn: »Das verankert sich so in den Köpfen.« Wird der Franken dereinst zu einer Art Chiemgauer?

Dass der Chiemgauer alle drei Monate zwei Prozent seines Wertes verliert, stellt laut Gelleri bis heute kein Problem dar. Die Nutzer akzeptierten dies, versichert er. Anfänglich habe es zwar etwas gedauert, nach und nach sei dieser »Alterungsprozess« aber als selbstverständlich verstanden worden. Um zu erforschen, welche Rhythmen optimal seien, habe man den Umlauf-Impuls deshalb auf sechs Prozent pro Jahr gesenkt. Die Aufwertung der Chiemgauer-Geldscheine erfolgt nun halbjährlich mit drei Prozent des Wertes.

Gelleri verweist in dem Zusammenhang auf die Region Freisinger Land, wo man mit einer Regionalwährung zusammenarbeite, die jährliche Aufwertungen durchführe. »Die Forschungsergebnisse könnten für Notenbanken durchaus interessant sein, wenn diese bei der nächsten Finanzkrise auch das Bargeld mit einem Negativzins belegen müssen. Man denke nur daran, dass die Trump-Blase platzen und die Wirtschaft stagnieren könnte.« Eine Folge wäre, dass die Flucht in den Schweizer Franken weiter zunehmen und die Notenbanken ihren Negativzins noch stärker anheben müssten. »Die Geldbesitzer würden dann auf Bargeld ausweichen und die Notenbanken müssten mit umlaufsichernden Instrumenten gegensteuern. Damit würde der Franken zu einer Art Chiemgauer.« Das würde den Vermögenden zwar nicht schmecken, da sie den grössten Teil der Liquidität hielten, aber die Wirtschaft, der Staat und die arbeitende Bevölkerung hätten weiterhin ihr Schmiermittel – Papiergeld, das in unserer digitalisierten Welt immer noch für 70 Prozent aller Zahlungsvorgänge und die Hälfte aller Umsätze verantwortlich ist.

Erfinder der Freiwirtschaftslehre: Silvio Gesell (1862–1930).

Apropos Schweizer Franken: In der Schweiz funktioniert ein ähnlich komplementäres Währungssystem seit 80 Jahren, samt Höhen und Tiefen: Der »WIR« ist neben dem Franken die einzige eidgenössisch anerkannte zweite Währung. Beim WIR handelt es sich um ein bargeldloses Verrechnungssystem unter den etwa 60’000 Teilnehmern der WIR-Bankgenossenschaft, die sich 1934 im Zuge der Weltwirtschaftskrise gegründet hatte.

Guthaben und Belastungen werden auf Konten der WIR-Bank verbucht, wobei der Buchungsauftrag als Zahlungsmittel gilt.

Ausserdem sind WIR-Kredite erhältlich. Diese werden nicht durch Schweizer Franken gedeckt, sondern über Grundpfandrechte, Bankgarantien oder Lebensversicherungen abgesichert. Die WIR-Bank muss dabei selbst keine Zinsen dafür aufbringen, weshalb die Zinssätze für einen Kredit besonders niedrig sind.

Neben der Kundenbindung gibt es noch eine weitere Motivation sowohl für Private als auch für lokale Geschäftsleute, um bei Deutschlands erfolgreichstem Regiogeld mitzumachen.

Die Vereine im Raum Chiemgau spielen dabei eine wichtige Rolle. Ob Schulen, Kindergär-WIR-Bank in Basel. Die alternative Schweizer Wirtschaftsring-Genossenschaft wurde 1934 gegründet.

ten, Trachten-und Sportvereine, Musikkapellen, Naturschutz- und Kulturinitiativen, Theatergruppen oder Feuerwehren – sie sind das Bindeglied, betont Christian Gelleri.»Sie werben unter ihren Mitgliedern für das Regionalgeld und erhalten dafür einen festen Prozentsatz.« Dieser wird aus dem Umtausch durch die Unternehmer bezahlt. Die Unternehmer können ihre Kosten minimieren, indem sie möglichst viel im regionalen Kreislauf ausgeben. Tun sie es nicht, spenden sie fünf Prozent für das Gemeinwohl. Mehr als eine halbe Million Euro Áoss den Vereinen und Organisationen seit 2003 zu. Eine gute Sache also, die sich über die Jahre hinweg bewährt hat.

Und noch etwas hat sich bewährt: Während Euro-Geldfälscher immer wieder neue Blüten unter die Leute bringen, ist der Chiemgauer bis heute noch nie gefälscht worden. »Die Region ist überschaubar, daher würde eine grössere Menge Blüten sofort auffallen«, sagt Gelleri. Bereits beim Start des Regiogeldes entschlossen sich Gelleris Schüler beim Druck ihrer 1er-, 2er-, 5er-, 10er-, 20er- und 30er-Noten, neben Seriennummern und UV-Sicherung jeden Schein durch den Aufdruck eines Prägesiegels sowie zwei Originalunterschriften zusätzlich zu sichern.

Idyllische Regiomotive als neues Erscheinungsbild Im vergangenen Jahr wurden zudem neue Chiemgauer ausgegeben, in handlicherem Format und mit einem komplett überarbeiteten Erscheinungsbild. Der Gegenwert der graÀsch aufgepeppten Geldscheine blieb gleich. Sie zeigen nun Fotomotive aus den Orten, welche die Alternativwährung aktiv unterstützen: zum Beispiel die Stadtpfarrkirche Traunstein, die Thorau Alm bei Ruhpolding, das Schloss Herrenchiemsee oder den Rauschberg samt GleitschirmÁiegern. Rund zehn spezielle Sicherheitsmerkmale sollen sicherstellen, dass die neuen Chiemgauer auch in Zukunft »blütensauber« bleiben. Scheine, die älter als vier Jahre sind, werden nicht mehr zur Rückgabe akzeptiert.

Eine notwendige Massnahme, denn derzeit sind 240’000 Chiemgauer in bar im Umlauf, dazu kommen 700’000 in elekt- Christian Gelleri. Für die kommenden Jahre prophezeit er für »seinen« Chiemgauer einen weiteren Aufschwung.

ronischer Form. Seit dem Start vor vierzehn Jahren hat sich Christian Gelleris Zahlungsmittel damit von einem idealistischen Schülerprojekt zu einer international beachteten Währungsalternative entwickelt. Seine zu Anfang von manchem Banker noch belächelte Idee beschäftigt angesichts der anhaltenden Euro-Krise mittlerweile auch Wirtschaftswissenschaftler rund um den Globus. Im British Museum in London werden die Geldscheine inzwischen ausgestellt. Und auch das Geldmuseum der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main hat Chiemgauer angekauft.

Mittlerweile sind Alternativwährungen und lokale »Taler« auch in vielen weiteren Ortschaften in unseren Breitengraden wieder auf dem Vormarsch. Und so scheint die Geschichte von Deutschlands erfolgreichstem Regiogeld noch lange nicht zu Ende – im Gegenteil: Chiemgauer-ErÀn der Gelleri sieht für die kommenden fünf bis zehn Jahre »eine stabil wachsende Zukunftsprognose – in schwierigen Zeiten sogar mit grösseren Sprüngen«. Denn die nächste globale Wirtschaftskrise, so viel steht leider fest, dürfte nicht lange auf sich warten lassen.

Wie schrieb Silvio Gesell Ende des Ersten Weltkriegs in einem offenen Brief an die »Berliner Zeitung am Mittag« 1918 prophetisch: »Trotz des heiligen Versprechens der Völker, den Krieg für alle Zeiten zu ächten, trotz der Rufe der Millionen: ›Nie wieder Krieg!‹, entgegen all den Hoffnungen auf eine schöne Zukunft, muss ich sagen: Wenn das heutige Geldsystem, die Zinswirtschaft, beibehalten wird, so wage ich heute zu behaupten, dass es keine 25 Jahre dauern wird, bis wir vor einem neuen, noch furchtbareren Krieg ste hen!« ■

Ein Mann, der hinter einer Kasse in einem Laden steht.
Ein weißes Kreuz auf einem schwarzen Hintergrund.
Ein Plakat mit grünem Hintergrund und den Worten "Chiemgauf RegiogELD".
ein grünes Plakat mit einem Haufen Karten darauf
Eine Stadt mit einem Berg im Hintergrund.
Ein Bild eines Sees mit Bergen im Hintergrund.
Ein schwarzer Rahmen mit einem weißen Quadrat in der Mitte.
Ein Plakat mit vielen verschiedenen Worten darauf.
Ein schwarz-weißes Bild eines rechteckigen Objekts.
Eine Seite in einer Fremdsprache mit den Worten "An Alle!"
Ein Blick auf eine Bergkette mit blauem Himmel.
Ein Stück Papier mit einer Zeile schwarzer Schrift darauf.
Ein großes Gebäude mit vielen Fenstern und Bäumen vorne.
Ein Mann mit Bart und Schnurrbart und einem Anzug und Krawatte.
Ein Blick auf einen See mit Bergen im Hintergrund.
Ein Mann in Anzug und Krawatte mit Brillen.
Ein weißes Kreuz auf einem schwarzen Hintergrund.
Ein Plakat mit einer Menge verschiedenen Farbkarten darauf.

»Malaysian Airline«-Maschine geortet?

mein Leben lang gelernt, dass man immer offen bleiben muss – offen für Neues.« Schlussendlich sei in unserem Kosmos alles Energie, erklärt Georg Feichter. Jeder von uns besitze ein Energiefeld – und über dieses sei letztlich alles auf dieser Welt miteinander verbunden. »Alles be- Àndet sich in ständiger Schwingung und gegenseitiger Resonanz – auch Gegenstände.« Dies hinterlasse »Abdrücke«, und geübte Geomanten könnten derlei Spuren mittels Pendel und Rute orten, so der Mediziner, stark vereinfacht zusammengefasst. Mittels der einst auch von der CIA eingesetzten Remote-Viewing-Technik tauche er zu diesem Zweck »mental in die Raum-Zeit-Energie« ein. Das bedruckte Papier vor ihm diene dabei lediglich als Medium.

»Die Absturzstelle bietet einige klassische radiästhetische Merkmale, die zu einem Wrack mit toten Menschen passen«, erläutert Feichter: »Einen Seelenraum, einen kleinen horizontalen und einen vertikalen Seelenweg sowie negative Vitalenergie.« Mit Hilfe der GrifÁängentechnik an seiner»V-Wünschelrute« könne er am vermuteten Absturzort »eine Resonanz zu einigen Metallen, die in einem Flugzeug vorkommen, nachweisen – vor allem zu Aluminium, Eisen und Kupfer«.

Was er nicht verstehe, sei indes dieses »jedem Geomanten bekannte deutliche Signal für Gold«, das er erhalte – für ein Material also, das in einem LinienÁugzeug zumindest nicht übermässig vorhanden sein sollte. Ein Hinweis darauf, dass »MH370« tatsächlich gegen eine halbe Milliarde Dollar Gold transportiert haben könnte, welches für Peking bestimmt gewesen sei, wie Luftfahrtjournalist Andreas Spaeth am 20. März 2014 im ZDF bei »Markus Lanz« in die Runde geworfen hatte?

Sicher ist: Die Maschine hatte zusätzlich nicht deklariertes elektronisches Gerät geladen: »Walkie-Talkies mit Lithium-Batte- Die Insel Platte. Das kleine Seychellen-Eiland verfügt über eine Landebahn.

rien, Ladegeräten und Zubehör« im Gesamtgewicht von zweieinhalb Tonnen, über deren Frachtdetails bis heute niemand ofÀziell Auskunft geben will.

Seine Suchergebnisse versteht Georg Feichter nicht als Beweis, aber als »hochgradigen Verdacht«, betont er. Das Rutengehen und Pendeln – die sogenannte Geomantie – sind zwar uralte Kulturtechniken und Erfahrungswissen, welche schon die alten Römer und Griechen kannten, aber »keine hundertprozentig sichere Wissenschaft oder Technik – so ehrlich muss man sein«.

Hoffnung für die Hinterbliebenen?

Über verschiedene Kanäle im Internet hat er versucht, Kontakt zur Hinterbliebenenorganisation der Absturzopfer aufzunehmen.

Denn diese plant – nachdem die staatliche Suche Anfang 2017 ofÀziell eingestellt worden ist – privat weiterzumachen und nach dem Wrack verstärkt vor der ostafrikanischen Küste zu fahnden.

»Da würde es Sinn machen, unsere Fundstelle gleich von Anfang an abzusuchen«, meint der emeritierte Professor.

Für die Feichters ist »ihre« Absturzstelle auch in anderer Hinsicht plausibel: Nicht nur dass an verschiedenen Küstenabschnitten in der dortigen Region Trümmerteile von MH370 aufgetaucht sind. Etwa 20 Kilometer westlich des Ortes, an dem das Pendel reagierte, stiessen die beiden zusätzlich auf eine winzige Insel namens Platte. »Wer dieses Eiland auf Google Maps heranzoomt, kann dort eine Kirche und eine 200 Meter lange Landebahn erkennen, die über die ganze Insel läuft.« Fakt ist zudem, dass der Pilot der Unglücksmaschine kurz vor seinem Verschwinden am heimischen Rechner per Flugsimulator die Landung auf kleinen Inseln geübt hatte. Nur ein kurioser Zufall?

Ihr Mann und sie wollten einfach nur helfen, betont Karin Feichter gegenüber »mysteries«. »Wenn wir nicht erfahren hätten, dass die Suche nach der Maschine eingestellt wird, hätten wir uns nicht gemeldet. Wir denken vor allem an die Angehörigen der Opfer, die sicher unter der Ungewissheit über das Schicksal ihrer Liebsten leiden.« Jan Fischer ■

Ausgabe 2/2017 43

Ein erfahrener Pendler will das Wrack jener Passagiermaschine geortet haben, die 2014 auf ihrem Flug von Kuala Lumpur nach Peking spurlos vom Radar verschwand. Handelt es sich bei dem Geomanten um einen abgedrifteten Esoteriker? Nein, sondern um einen emeritierten Pathologie-Professor der Universität Basel. Er und seine Frau wollen den Angehörigen der Vermissten helfen.

Das Pendel rotiert wie wild zwischen seinen Fingern. Professor Feichter dagegen bleibt ganz ruhig. Den langjährigen Mitarbeiter der Universität Basel bringt so schnell nichts aus der Fassung.

Dennoch glaubt der pensionierte Gynäkologe und Pathologe, eine wichtige Entdeckung gemacht zu haben. »Ich bin mir ziemlich sicher – hier im Meer liegt die seit 8. März 2014 verschollene Maschine der Malaysian Airline, MH370«, sagt er und deutet auf den Bereich der Weltkarte, über dem sein Pendel in Schwingung gekommen ist: südlich der Seychellen, ganz in der Nähe eines Atolls namens Platte, das zu besagtem Inselstaat gehört.

Mit Hilfe eines Fotos der verschwundenen Boeing hätten er und seine Frau Karin »mental mit der Energie der Maschine Kontakt aufgenommen«, erklärt Georg Feichter. Das Pendel habe ihm anschliessend die Flugroute und den Absturzort offenbart.

Demnach sei der Passagierjet von Kuala Lumpur »zuerst in nordöstlicher Richtung geÁogen, hat dann über Vietnam nach Wes ten gedreht, Áog über Thailand in südwestlicher Richtung, über die Andamanensee, den Golf von Bengalen, die Malediven weiter in südwestlicher Richtung über den Indischen Ozean und stürzte 22 Kilometer südlich der Seychellen ab«.

Der Pensionär lächelt, als er aufschaut und den ungläubigen Blick des Reporters sieht. Er ist das gewohnt. Ein emeritierter Professor, der sich seit etlichen Jahren mit Pendeln und Kraftorten beschäftigt? Mit Geomantie und Radiästhesie? Darüber sogar Bücher schreibt? Der anhand von bedrucktem Papier die Spur von realen Katastrophen aufnimmt?

»Das alles ist für Aussenstehende tatsächlich nicht leicht zu verstehen«, bestätigt der 70-Jährige mit ruhiger, sympathischer Stimme. »Aber, wissen Sie, gerade als Wissenschaftler habe ich

Als Wissenschaftler habe ich gelernt, stets offen für Neues zu bleiben.

Ausgab 2/2017

Ein Luftblick auf einen Strand und eine Straße.
Eine Person legt einen Ball auf eine Karte
nicht beantworten

Avatar-Roboter: Gestern noch pure Fiktion, heute bereits erschreckende Realität

Vier Meter hoch, 1,5 Tonnen schwer und über acht Millionen Euro teuer. So lauten die rekordverdächtigen Daten eines neuen zweibeinigen Roboters, den die südkoreanische Hightechschmiede Hankook Mirae Technology Ende 2017 auf den Markt bringen will.

Als der monströse Koloss losstapfte, habe die Erde unter seinen Füssen gebebt, berichteten Journalisten, die der Präsentation von»Method-2« beiwohnten. Inspiriert wurde die Entwicklung des mechanischen Giganten von James Camerons Science-Fiction-Filmen »Aliens« (1986) und »Avatar« (2009), wo derlei menschengesteuerte Riesen ohne Rücksicht auf Verluste unliebsame Gegner plattwalzen.

Willkommen in der Zukunft?

Dänikens »Legacy Night«-Video: Ab sofort kostenlos im Internet

Und noch eine Ehrung für Alien-Forscher Erich von Däniken (82): Am 15.

Oktober 2016 wurde im Londoner Princess Anne Theatre das Erscheinen seines Jahrhundertbestsellers»Erinnerungen an die Zukunft« (1968) gefeiert. Nach einem englischsprachigen Vortrag folgten Videobotschaften von Freunden und namhaften Wissenschaftlern. Darunter persönliche Grussnachrichten seiner Enkel, aber auch von TV-Ikone Frank Elstner. Das über zwei Stunden lange Videomaterial ist ab sofort kostenlos auf Youtube abrufbar. Suchbegriff: »New Erich Von Daniken Chariots of the Gods«.

Ein großer Roboter steht in einem Raum mit Menschen.
Ein Mann sitzt in einem Stuhl in einem Raum mit Robotern.
Ein Mann in blauem Anzug steht hinter einem Podium.
Holzbretter auf einem Tisch
Ein blau-schwarzer Hintergrund mit vielen Punkten.
Eine Frau in einem roten Kleid und einer Tiara.
Ein schwarz-weißes Bild einer Nummer in einem dunklen Raum.
nicht beantworten
Ein Gebäude mit einem Haufen Fenstern und einem Balkon.
Eine Statue eines Helms an der Seite eines Gebäudes.
Ein weißes "S" auf einem schwarzen Hintergrund.
S_06-07_news_mysteries0217_RZ.indd 7 21.02.2017 14:14:14
ein weißes Quadrat auf schwarzem Hintergrund
Ein Felsen wird auf einer dunklen Oberfläche gezeigt.
Eine Silhouette eines Fußes auf einem schwarzen Hintergrund.
Eine Skulptur eines Mannes auf einem Tisch.
Eine Reihe von vier Bildern des Mondes am Nachthimmel.

Das Evangelium des Thomas Jean-Yves Leloup Ein Evangelium, das nicht in der Bibel steht! Dieses vermutlich älteste Zeugnis von Jesus war fast 2000 Jahre lang im Wüstensand Ägyptens vergraben und wurde erst 1945 durch Zufall entdeckt. 114 Aussprüche des Meisters aus Nazareth, frei von Beiwerk und Legenden, dicht und roh wie ungeschliffene Diamanten. Klare Worte, die jeder Zensur entgingen – entdecken Sie, was Jesus wirklich lehrte. Von der Kirche verfemt und unterdrückt, war dieser Text jahrhundertelang nicht viel mehr als ein Gerücht. Doch in der Fachwelt gilt er mittlerweile als 5. Evangelium. Autor Leloup hat das Evangelium des Thomas in eine zeitgemässe Sprache übertragen. Mit seinen Kommentaren erschliesst der französische Mystiker den inneren Gehalt der Jesus-Botschaft.

Kopp, ISBN 978-3864454202, EUR 14.99 Football Leaks – Schmutzige Geschäfte im ProÀfussball Rafael Buschmann & Michael Wulzinger Ein Informant aus dem ProÀfussball hat dem»Spiegel «jüngst 1,9 Terabyte geheimer Daten übergeben: Rund 18,6 Millionen Dokumente über Verhandlungen, Verträge und Abkommen, die deutlich machen, dass für die Akteure im ProÀfussball Moral und Gesetz oft kaum Gültigkeit zu haben scheinen – weder für Vereine, Spieler und Manager noch für die mächtigen, aber im Hintergrund agierenden Spielerberater. Die Autoren präsentieren hier die wichtigsten Enthüllungen, die sie anhand jener Daten erarbeiten konnten. Zugleich ist ihr Buch die packende Geschichte eines mutigen Whistleblowers, der den Fussball von maÀösen EinÁüssen befreien will – und inzwischen selber zum Gejagten geworden ist.

DVA, ISBN 978-3421047816, EUR 14.99 Erstkontakt – Warum wir uns vorbereiten müssen Daniel Gerritzen Ist Kontakt mit Ausserirdischen möglich? Dieses Buch liefert wissenschaftlich fundierte Szenarien zu einem ungeahnt brisanten Thema. Denn die internationale Forschung ist sich einig: Der Kontakt mit Ausserirdischen ist keine Utopie, sondern nur noch eine Frage der Zeit. Dieses Buch stellt erstmals die in der Forschung entwickelten Szenarien für den Ernstfall vor. Was passiert, wenn wir in unserem »Versteck «Erde entdeckt werden? Werden die Regierungen uns überhaupt informieren? Wie reagieren die Medien? Wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig spannend beschreibt Daniel Gerritzen die etwaigen Auswirkungen eines Erstkontakts auf die Menschheit und zeigt, wie riskant es ist, dieses Thema zu verdrängen.

Franckh Kosmos, ISBN 978-3440148716, EUR 25.00 Nazis in Tibet – Rätsel um SS-Expedition Ernst Schäfer Peter Meier-Hüsing Am 21. Dezember 1938 überschritt eine Karawane den Himalayapass Nathu-La zwischen Sikkim und Tibet: Fünf junge Männer, die als erste Deutsche eine Genehmigung zum Besuch der»verbotenen Stadt «Lhasa erhalten hatten. An ihrem Gepäck Áatterten Hakenkreuze – die Männer waren SS-OfÀziere, ihre Expedition stand unter besonderer Förderung Heinrich Himmlers und seiner SS-Organisation»Ahnenerbe «. Was trieb diese Truppe auf das Dach der Welt? Zoologische Forschungen, anthropologische Vermessungen und erdphysikalische Experimente? Oder sollte sie in Tibet womöglich nach Relikten der Ur-Arier suchen? Bis heute ranken sich um die Expedition viele Spekulationen. Autor Peter Meier-Hüsing rollt die Geschichte und das Nachspiel jener Unternehmung auf und liefert dazu eine kritische Betrachtung der ideologischen Versatzstücke, die zu dieser Expedition führten.

Theiss, ISBN 978-3806234381, EUR 24.95

Ausgabe 2/2017

Ein schwarz-weißes Bild einer Reihe von Silberkugeln.
Ein schwarzer Hintergrund mit den Worten neu erschienen in weißen Buchstaben.
nicht beantworten
Das Evangelium des Thomas
nicht beantworten
Fußball-Lecks
nicht beantworten
Ein Plakat einer Gruppe von Männern mit dem Titel "Nazis in Tibet".
nicht beantworten
Ein Buchcover mit einem Gesicht und dem Titel "Erst Kontakt".
Ein Plakat mit einem Haufen Worten darauf.

Wenn historische Stätten touristengerecht aufgehübscht werden, bleibt oft kein antiker Stein auf dem anderen. Das obere Foto erhielten wir vom Publizisten Gernot L. Geise. Geschossen hat er es im Tempel von Luxor, wo ägyptische Restauratoren bei ihrem»Tetris-Spiel« offenbar etwas gar übereifrig vorgingen und zusammenfügten, was nicht zusammenpasst. Noch dilettantischer hantierten kürzlich die Chinesen. Weil ein Teil ihrer weltberühmten Mauer einsturzgefährdet war, kleisterten sie diesen kurzerhand bis oben mit Mörtel beziehungsweise Zement zu (Foto unten). Enthüllt hat den Megapfusch am über 700 Jahre alten Bauwerk 2016 die Agentur »Huashang Morning News«, samt anschliessendem Shitstorm von Lesern und Fachleuten. Ob und wie der Schaden wieder rückgängig gemacht werden kann, wird derzeit abgeklärt.

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Ein Bild eines Weges inmitten eines Waldes.
Ein wolkenvoller Himmel mit ein paar Wolken darin.
Ein Mann, der auf einem Weg in den Bergen geht.
Eine Gruppe von Leuten, die neben einer Wand stehen und auf ihr Schnitzereien gehauen sind.
nicht beantworten
Ein schwarz-weißes Bild einer Reihe von Zahlen.

zu erkennen zu geben. Meier betont, dass er die KauÀnteressenten, die sich in seinem Laden als deutsches Ehepaar ausgaben, in Sachen Adlerfedern mehrfach und vor Zeugen auf die Vorschriften bezüglich der Artenschutz-Papiere hingewiesen hatte.

»Wie allen Kunden händigte ich ihnen ein Info-Papier aus, in dem gesetzeskonform festgehalten wird, dass besagte Artenschutz-Papiere (CITES) auf den Importeur, in diesem Fall also auf mich ausgestellt sind«, betont er. »Individuelle Dokumente für den Käufer, wie in der Reportage fälschlicherweise bemängelt, sind gemäss Schweizer Gesetzgebung weder erforderlich noch üblich. Bei einem Export aus der Schweiz ins Ausland dagegen gelten andere, kompliziertere Bestimmungen.« Als das Journalisten-Paar schwadronierte, dass sie als deutsche Privatpersonen für den Erwerb von Adlerfedern keinerlei Papiere benötigten, insistierte Meier erneut und erklärte, dem sei nicht so. Diese ebenso mit versteckter Kamera geÀlmte Szene wurde im ARD-Beitrag freilich nicht gezeigt. Meier: »Die beiden wollten mich ganz bewusst zu einer Straftat anstiften!« Ebenfalls auf die Palme bringt ihn die im TV-Beitrag gezeigte Aussage eines Kölner Zollfahndungsbeamten, der die Mauserfedern aus dem Kauf bei Meier als »in zu gutem Zustand« bezeichnete, so dass hier »nicht alles mit rechten Dingen« zugegangen sein könne. »Diese Aussage entlarvt die Unkenntnis des Beamten«, ärgert sich Harry Meier. »Sämtliche meiner Federn stammen nachweislich aus seriösen EU-Zuchten.« Verkauft Meier Federn in den EU-Raum, so verschickt er diese nicht vom Berner Oberland aus, sondern von seinem deutschen Federn-Depot hinter der Grenze. »So kann ich die Ware versenden, ohne gegen allfällige AuÁagen zu verstossen«, erklärt er. Ein legales Vorgehen. In seinen Angeboten im Internet verweist er explizit darauf.

»Leider« ist der frühere Sozialarbeiter ein gutmütiger Mensch.

Das erkannten auch die TV-Macher. Dreist stellten sie Meier eine weitere Falle, indem sich telefonisch eine Frau bei ihm meldete und ihn emotional bedrängte, ihr als Geschenk für einen Bekannten kurzfristig eine Adlerfeder zu senden. Meier, der zu- Blick in Meiers Dossier. Für alle von ihm angebotenen Federn liegen ihm die nötigen behördlichen Bescheinigungen vor.

Wenn uns tatsächlich UFOs um die Ohren sausen, wie Piloten, aber auch hochrangige militärische Augenzeugen seit Jahrzehnten unter Eid bezeugen: Warum nehmen ihre Lenker dann nicht Kontakt mit uns auf? Wären wir heute reif für den Besuch einer ausserirdischen Spezies? Nein, betonen namhafte deutsche Psychologen und Soziologen gegenüber »mysteries« und warnen vor einem globalen Kulturschock erschütternden Ausmasses! Vermutlich wissen dies auch hochentwickelte Aliens und agieren deshalb im Verborgenen. Um uns still und leise auf ihre Präsenz vorzubereiten?

von Luc Bürgin

Ein blauer Himmel mit weißen Wolken.
Ein blauer Himmel mit Wolken auf blauem Hintergrund.
Eine Person legt Stempel auf ein Blatt Papier.
Ein Vogel, der durch die Luft mit einem schwarzen Hintergrund fliegt.
Eine Gruppe von Satelliten, die auf einem Feld sitzen.
Ein Bild eines blauen Himmels mit Wolken.
Ein blau-weißes Bild einer Galaxie.
nicht beantworten
Ein blau-schwarzer Hintergrund mit Sternen.
nicht beantworten
Ein Nachthimmel mit Sternen und Wolken.
Ein sehr schöner Himmel voller Sterne und Wolken.
Ein Bild eines blauen Himmels mit Sternen.
Ein blauer Himmel voller Sterne und Wolken.
Ein Bild des Nachthimmes mit Sternen.
Ein Bild eines blauen Himmels mit einer weißen Wolke.
Ein schwarz-weißes Bild eines Barcodes.
Ein schwarz-weißes Bild mit dem Wort Kontakt in der Mitte.
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Königin Silvia: Spuk im schwedischen Schloss

In den Gemächern der schwedischen Königsfamilie Bernadotte spukt es! Das behauptet nicht »mysteries« – sondern Monarchin Silvia höchstpersönlich.»Es sind kleine Freunde … Geister«, gestand die gebürtige Deutsche im Januar 2017 in einer ausführlichen TV-Dokumentation (»Schloss Drottningholm – eine königliche Heimat«) des heimischen Senders SVT.

»Es ist sehr aufregend, aber nicht beängstigend.« Bei den Schlossgeistern im Wohnsitz von König Carl XVI. Gustaf und ihr handle es sich um einen»grauen Mann« und eine »weisse Dame« – beide seien sehr zuvorkommend. Silvia ist mit ihren übersinnlichen Erlebnissen nicht allein: »Es gibt sehr viel Energie in diesem Gebäude – und es wäre doch sonderbar, wenn diese nicht irgendwie in Erscheinung träte«, ergänzte ihre Schwägerin, Prinzessin Christina.

»Solche historischen Bauten beherbergten über Jahrhunderte Menschen. Diese kamen und gingen, aber ihre Energie blieb.« Schloss Drottningholm wurde 1580 errichtet und liegt auf der Insel Lovön bei Stockholm.

Herrscht in Washington die dunkle Seite der Macht? Vom Boden aus kaum zu erkennen, prangt am Nordwestturm der National Cathedral ein Abbild von Darth Vader. Mit diabolischem Blick mustert der Star-Wars-Finsterling von dort die Besucher des US-Gotteshauses.

Wie er dorthin kam? Um 1980 konnten Schüler Vorschläge für die Ausgestaltung der Wasserspeier einreichen. Dabei setzte sich unter anderem die Zeichnung von Christopher Rader durch. Der anglikanischen Kirchenverwaltung sollte es recht sein: In ihrem Souvenirshop verhökert sie Vaders Antlitz seither als bemalte GipsÀgur – für 50 Dollar, samt Lizenzzahlung an den Disney-Konzern.

Unerwarteter Fund im Schweizer Kanton Aargau: Diese und weitere exotisch anmutende Skulpturen sollen 2015 bei Bauarbeiten in Möhlin in knapp 3,5 Metern Tiefe unerwartet zutage gekommen sein. Um die archäologische Bodenforschung nicht auf den Plan zu rufen, wurden die wertvoll anmutenden Objekte auf Geheiss des zuständigen Leiters offenbar eilends weggeschafft, wie »mysteries« hinter vorgehaltener Hand zugetragen wurde. Einige der Relikte sollen sich seither in Privatbesitz beÀnden. Wer weiss mehr darüber?

mond-kalender 2017

12. März 11. April 10. Mai 20. März 19. April 19. Mai 28. März 26. April 25. Mai 3. April 3. Mai 1. Juni Ausgabe 2/2017 7 2017

Eine Frau in einem roten Kleid und einer Tiara.
Ein schwarz-weißes Bild einer Nummer in einem dunklen Raum.
nicht beantworten
Ein Gebäude mit einem Haufen Fenstern und einem Balkon.
Eine Statue eines Helms an der Seite eines Gebäudes.
Ein weißes "S" auf einem schwarzen Hintergrund.
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ein weißes Quadrat auf schwarzem Hintergrund
Ein Felsen wird auf einer dunklen Oberfläche gezeigt.
Eine Silhouette eines Fußes auf einem schwarzen Hintergrund.
Eine Skulptur eines Mannes auf einem Tisch.
Eine Reihe von vier Bildern des Mondes am Nachthimmel.
Ein Bild eines Gebäudes mit einem bewölkten Himmel.
Ein Stein im Sand mit einer weißen Substanz.

1000 Jahren bitte nicht!« (Prof. Michael Schetsche)

»Lange Zeit bestand die Hoffnung, wir müssten gar nicht in den Kosmos gucken, wir haben hier intelligente Lebewesen, mit denen wir uns vielleicht eines Tages verständigen können. Das Beispiel ist deswegen spannend, weil etwa DelÀne zwar auf der Erde leben, ihre Gehirne und ihre Kommunikation im Lebensraum Wasser aber völlig anders strukturiert sind als bei uns Menschen. Bis heute herrscht keine Einigkeit über die Intelligenz dieser irdischen Spezies. Reale Aliens dagegen, die wir treffen könnten, wären wohl weitaus fremdartiger. Man würde vielleicht gar nicht erkennen, dass es sich um ausserirdische Wesen handelt.

Und ein Direktkontakt mit Ausserirdischen? Aus Sicht der Soziologie wäre dies der schlimmste Fall für die Menschheit.

Das Entscheidende ist das schlagartig vorhandene Wissen: Intelligente Wesen aus den Weiten des Universums haben die Erde, haben uns gefunden. Die Geschichte der Menschheit kennt genügend Beispiele aus der so genannten Zeit der Entdeckungen ab dem 15. Jahrhundert. Da gibt es eine Vielzahl von Kulturen, die entdeckt wurden, und manche Kulturen, welche die Entdecker waren. Für die, die aufgespürt und erforscht wurden, gab es in den meisten Fällen sehr schwerwiegende psychosoziale Konsequenzen.

Die Soziologie nennt so etwas einen ›asymmetrischen Kulturkontakt‹. Will heissen: Die einen sind technisch, kulturell oder wie auch immer überlegen, die anderen sind unterlegen oder fühlen sich so. Unterlegen zu sein, ist für Menschen immer schwer zu ertragen, und es wirft vielfältige psychische Probleme auf. Wir haben beispielsweise Berichte von den Grossen Antillen, wo sich Menschen nach der Ankunft der Europäer in grosser Zahl umgebracht haben, weil ihr Weltbild zerstört wurde. Weil die Grundüberzeugungen ihrer Kultur ins Wanken gerieten.

Ich behaupte: Ausserirdische, wenn es sie denn überhaupt gibt, sind derart fremdartig, dass wir kaum eine Chance haben, sie zu verstehen. Und sobald es eine massive Kluft in der technologischen Entwicklung gibt, wären wir ihnen im Falle eines Falles völlig hilÁos ausgeliefert.

Deswegen bin ich auch einer der wenigen, der sagt: Ich möchte zu meinen Lebzeiten so einen Kontakt nicht erleben. Für die Menschheit wäre es sicherlich ganz gut, wenn das noch 1000 Jahre auf sich warten liesse.

Kurz: Lauthals ›Hallo, wir sind hier!‹ ins Universum zu posaunen, könnte ein grosser Fehler sein, möglicherweise sogar unser letzter. Das halte ich für eine hochriskante Strategie. Wir sollten das bleiben lassen. Natürlich könnte ein möglicher Kontakt für beide Seiten positiv verlaufen, er könnte aber auch in eine Katastrophe führen. Wir wissen ja noch nicht einmal, auf welche Weise wir letztendlich von der Existenz der anderen erfahren werden. Sicher ist nur, dass der Kontakt mit einer extraterrestrischen Zivilisation zu den folgenreichsten Ereignissen der Menschheitsgeschichte gehören wird.

Wir sollten über die möglichen Konsequenzen also gründlich nachdenken. Und wir sollten auch darauf vorbereitet sein. Manchmal erhält man bekanntlich keine zweite Chance.« ■

(Michael Schetsche, Soziologe und Politologe an der Universität Freiburg i. Br.)

Ein Bild der Erde mit einer hellen Sonne im Hintergrund.
Ein Bild eines blauen Himmels mit einer Reihe weißer Linien.
ein leeres Bild auf einem schwarzen Hintergrund
Ein Mann mit Brillen hält seine Hand an sein Gesicht.

Weil sich im Westen immer mehr Wähler enttäuscht von den verlogenen Heilsbotschaften neoliberaler Globalisierungseliten abwenden, beherrschen zunehmend Protestwahlergebnisse unsere politische Nachrichtenlage. Als Ursache für den Unmut der Untertanen werden nicht etwa wachsende soziale Ungerechtigkeiten erkannt, sondern vermeintliche »Fake News« aus Russland. Gegen abweichende Meinungsäusserungen blasen unsere Führungsseliten nun zur Grossoffensive: Es geht um nichts Geringeres als die Abschaffung der Meinungsfreiheit im Internet – die Einführung einer Zensur.

kas Demokraten einmal mehr »Oberbösewicht« Wladimir Putin als Verursacher ihrer Niederlage. Nur Russlands höchster Verantwortungsträger könne für den Datendiebstahl während des Wahlkampfes verantwortlich sein, polterte der abtretende US-Geheimdienstchef James Clapper am 5. Januar 2017. Ausgerechnet jener verlogene General, der den US-Kongress drei Jahre zuvor unter Eid in Sachen NSA-Massenüberwachung angelogen hatte – Chef jener Geheimdienste, die dem Irak Massenvernichtungswaffen untergeschoben hatten, um 2003 einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg mit unzähligen Toten zu beginnen.

ie Wahl von Donald Trump zum 45. US-Präsidenten nahm sich aus wie ein Paukenschlag – nicht nur, was die Glaub-Dwürdigkeit renommierter Umfrageinstitute betrifft, die den Sieg von Hillary Clinton prophezeit hatten. Sondern auch für die Bundesregierung, die zwecks Unterstützung von Clinton Millionen an Steuergeldern in deren umstrittene Stiftung investiert hatte.

Normalerweise müsste eine Partei, die eine Wahl verloren hat, mit sich ins Gericht gehen. Stattdessen brandmarkten Ame ri- Ausgabe 2/2017 Wahlergebnis kaum bis gar nicht beeinÁusst!

Zu diesem Schluss kamen jüngst zwei US-Forscher der Universitäten in Stanford und New York. Matthew Gentzkow und Hunt Allcott hatten analysiert, wie viel TrafÀc wäh rend des Wahlkampfes soziale Netze erzielt hatten und welche»Fake News« dabei die grösste Reichweite erzielten. Ausserdem befragten sie 1200 Wähler.

Demnach nannten nur 14 Prozent Facebook & Co. als wichtigste Informationsquellen für die Präsidentschaftswahlen. Für alle anderen waren die etablierten Medien, vor allem das Fernsehen, wichtiger. Selbst die im Internet meistverbreiteten »Fake News« wurden nur von einem Bruchteil der Wähler wahrgenommen – und von denen glaubte die Falschnachrichten auch nur die Hälfte. Kurz: Viel Lärm um Nichts.

Zur Erinnerung: Hillary Clinton sollen 30’000 E-Mails zum Ausgabe 2/2017 37 Doch messen unsere westlichen Verlautbarer Chefankläger Clapper überhaupt Glaubwürdigkeit bei? Und wie! Wie auf Bestellung schwadronieren und warnen seit Jahresbeginn alle deutschsprachigen Mainstream-Medien in Clappers Namen über »Fake News« und »Hackerangriffe Russlands«, obwohl weder eine Wahlmanipulation, noch gefälschte News, geschweige denn vermeintliche Cyber-Grossattacken des Kremls als Ursache seriösen Analysen standhalten.

Wichtig zu wissen: Besagte »Fake News«, die man für den Wahlausgang in den USA verantwortlich macht, haben das»Wie Amerika Jelzin zum Wahlsieg in Russland verhalf…« Titelstory des US-»Time Magazine« vom 15. Juli 1996.

Verhängnis geworden sein, die »Hacker« in ihren Besitz gebracht hätten. Die mehrheitlich nichtssagenden Nachrichten wurden Áugs einer Cyberattacke des Kremls zugeordnet.

Obama bezeichnete den Hackerangriff empört als eine »Einmischung Russlands in den Wahlkampf« – und verwies umgehend 35 russische Diplomaten des Landes. Ein Vorgehen, das in diesen hektischen Zeiten über Krieg und Frieden entscheiden könnte. Doch die Beweise, welche die US-Regierung seither vorlegte, sind mehr als dünn.

Konkret: Die Schadsoftware soll von Cyber-Dieben russischer Geheimdiensteinheiten stammen. Besagte Hacker-Gruppen, APT 28 und 29, gibt es tatsächlich. Doch wie sicher ist die Annahme, sie würden vom Kreml gesteuert? Kronzeuge der Anklage: FireEye aus Kalifornien. Doch das umstrittene, millardenschwere Eliteunternehmen in Sachen Internetsicherheit nimmt lediglich an, dass im Hintergrund ein regierungsnaher Sponsor in Moskau die Fäden zieht. Tatsächlich gründet der 2014 veröffentlichte Bericht von FireEye, auf den sich die US-Regierung bezieht, allein auf der Annahme, dass dessen »Entwickler russischsprachig sind und während der russischen Bürozeiten arbeiten«.

USA manipulierten Jelzin-Wahl Im Gegensatz dazu blicken die USA auf eine lange Tradition von Wahlmanipulationen im Ausland zurück: Allein von 1946 bis 2000 beeinÁussten die Amerikaner bei 81 Wahlen vorsätzlich die Ergebnisse.

Zu diesem Ergebnis kommt der Professor für Politikwissenschaft Dov Levin von der Carnegie Mellon University in Pittsburgh (Pennsylvania).

Prominentestes Beispiel: Boris Jelzin.

Der Amtsvorgänger des jetzigen russischen Präsidenten wurde durch den direkten Eingriff von vier US-Spezialisten für eine zweite Amtszeit ins Amt gepusht.

Beinahe minutiös ist dies nachzulesen in der Coverstory des amerikanischen Magazins »Time«. Dieses titelte bereits am 15.

Juli 1996: »Die geheime Geschichte, wie vier US-Berater Umfragen, Zielgruppen, Negativwerbung und all die anderen Techniken des amerikanischen Wahlkampfes einsetzten, um Jelzin zum Gewinner zu machen«.

Zum Vergleich: Während der Wahlkampf von Donald Trump in den USA unter anderem darin bestand, kleinen Leuten zu versprechen, dass es ihnen bald besser ginge, griffen amerikanische Wahlmanipulierer damals in Russland zu weitaus perÀderen Methoden. Konkret hatten US-Experten mit falschen Gerüchten und TV-Nachrichten gezielt Todesängste in der russischen Bevölkerung verbreitet, indem sie kommunizierten, ohne Jelzin als Präsidenten bräche im Riesenreich ein Bürgerkrieg los.

Verängstigt wählten viele Russen in der Folge Jelzin, einen alkoholabhängigen Präsidenten, der nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion den Raubtierkapitalismus einführte und bis heute für tausende Hungertote in der russischen Bevölkerung die Verantwortung trägt. Ganz zu schweigen von mehreren Kriegen.

Der Datenstick kam aus Kreisen der Demokraten Sollten die Russen die Wahl von Trump manipuliert haben, was nach wie vor nicht deÀnitiv auszuschliessen ist, hätten sie zumindest moralisch jedes Recht dazu gehabt. Putin streitet dennoch ab, mit den 30’000 E-Mails von Clinton zu tun zu haben. Längst ist überdies klar, dass diese nicht »gehackt«, sondern »geleakt« wurden. In der britischen »Daily Mail« enthüllte Wikileaks-Mitarbeiter Craig Murray jüngst, dass er die Daten auf einem Stick von einem Mitglied der US-Demokraten erhalten habe.

Craig Murray ist kein windiger Typ, sondern ehemaliger britischer Botschafter in Usbekistan. Die Motivation der »Leakers« sei deren Enttäuschung über die Korruption in der Clinton Foundation und die Ausbootung von Bernie Sanders in den Vorwah-Hillary Clintons Mails sondern geleakt.

wurden nicht gehackt – US-General Clapper. 2017 trat er nach Verbreitung antirussischer Propaganda zurück.

Ausgabe 2/2017 Will fragwürdigen News auf Facebook unter Strafandrohung einen Riegel schieben: SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann.

len gewesen. »Konkret: Wir haben die Dokumente NICHT aus erkennt, können wir gegen diesen Beitrag kein Beschwerdever-Russland erhalten!«, versichert Murray.

fahren einleiten.« Nichtsdestotrotz plant die deutsche Bundesregierung inzwi- Misstrauisch macht überdies, dass Facebook-Inhalte so geschen ein Gesetz gegen »Fake News«. Mit erhobenem Mahnnannter Qualitätsmedien wie »Spiegel«, »Stern«, »ARD«, »BILD« Ànger kündigte SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann eine und Co. künftig ausdrücklich NICHT von »Correctiv« auf wahre»härtere Gangart« an: »Wenn Facebook nach entsprechender Berichterstattung hin geprüft werden sollen. Begründung der Prüfung die betroffene Meldung nicht unverzüglich binnen 24 Geschäftsführung: Dafür gäbe es ja Rundfunk-Beschwerdestel- Stunden löscht, muss Facebook mit empÀndlichen Bussgeldern len und den Pressekodex.

bis zu 500’000 Euro rechnen.« Doch wer versteckt sich hinter »Correctiv«? Bereits ein Blick Facebook wiederum will in Deutschland vermeintlich »falsche« auf die Führung der 20 Mann kleinen Gruppe macht klar: Hier Nachrichten künftig mit einer Art Stempel versehen und an der sitzen Fachkräfte und Lobbyisten deutscher Konzernmedien am Verbreitung hindern. Ein privater US-Konzern würde so zum Zen-Ruder. Geschäftsführer ist David Schraven (Gehalt: 111’000 surinstrument der deutschen Regierung. Obwohl Zensur laut Euro pro Jahr), der für die »taz«, die »Süddeutsche«, das Springer-Artikel 5 des Grundgesetzes verboten ist. Wer den Wahrheitsge-Blatt »Welt« und die Funke-Mediengruppe gearbeitet hat. Chefrehalt von »Fake News« in Deutschland prüfen soll, steht laut Facedakteur Markus Grill wiederum schrieb als Reporter für »Stern« book ebenfalls fest: Ausgerechnet das fragwürdige Rechercheund »Spiegel«. Stolz schreibt »Correctiv« über seine Mitarbeiter: büro »Correctiv« erhielt den Auftrag darüber zu richten, welche Internet-News wahr oder falsch sind. Jene Journalistentruppe also, die dank ihrer zurecht gebogenen MH17-Reportage gegen Fake-News: Bundespräsident musste Putin und anderen journalistischen Ungenauigkeiten eigene Fake-News-Leichen im Keller hat.

gehen – wegen »BILD«-Lügen Presserat fühlt sich für »Correctiv« nicht zuständig Wussten Sie, dass die »BILD«-Zeitung (»Wer zahlte Chris-Mit seinen Recherche-Erkenntnissen über die Arbeitsweise von tian Wulffs Sylt-Aufenthalt?«) 2012 mittels Fake-News den»Correctiv« hatte sich jüngst auch der deutsche Journalist Billy deutschen Bundespräsidenten zu Fall brachte? Daran er- Six mit einer Beschwerde an den Deutschen Presserat gewandt.

innert hat jüngst einmal mehr der Medien-Blogger Stefan»Die Antwort konnte ich kaum fassen«, berichtet er. Wortreich Niggemeier: »Es ist erstaunlich, wie wenig das bekannt ist erteilte ihm der Presserat eine Absage: »Leider müssen wir Ihund wie wenig das die Leute zu stören scheint. Die beinen mitteilen, dass hier eine Zuständigkeit des Deutschen Presden Autoren der falschen ›Bild‹-Geschichte, Martin Heideserats nicht besteht. Gemäss Paragraf 9, Absatz 2 (…) hat der manns und Nikolaus Harbusch, wurden im Mai 2012 von Deutsche Presserat die Aufgabe, Beschwerden über einzelne den führenden Journalisten des Landes mit dem Henri-Zeitungen, Zeitschriften oder Pressedienste und journalistisch- Nannen-Preis in der Kategorie ›Beste investigative Leisredaktionelle Telemedien der Presse (…) zu prüfen. Da bei der tung‹ geehrt.« Zur Erinnerung: Die 1952 von der alliierten konkreten Seite jedoch keine Verbindung zu einem Presseverlag Siegermacht USA mitinitiierte »BILD«-Zeitung ist die vom erkennbar ist und uns auch keine SelbstverpÁichtungserklärung deutschen Presserat am häuÀgsten gerügte Postille.

vorliegt, mit der das Medium die publizistischen Grundsätze an- Ausgabe 2/2017 Umstrittener Internet-Guru. Facebook-Chef Zuckerberg im Kreis seiner Anhänger.

»Sie arbeiten zum Teil in leitenden Funktionen für grosse regionale und überregionale Medien. (…) Die Macher von correctiv.

org sind die Garanten für unabhängigen Recherchejournalismus und einen ernst genommenen Bildungsauftrag.« Ob es sich bei besagtem Bildungsauftrag nicht eher um westliche Regierungspropaganda handelt, bleibt umstritten. Denn Ànanziert werden die künftigen Facebook-Polizisten vor allem aus Kreisen der deutschen Konzernmedien, der Banken – und vom Staat. Den Löwenanteil (925’000 Euro) der jährlichen Zuwendungen von 1,7 Millionen Euro schiesst die Brost-Stiftung zu, deren Gründerin die Ehefrau des verstorbenen Erich Brost war – seines Zeichens Mitgründer der heutigen Funke Mediengruppe, die in Deutschland zwölf Tageszeitungen (»Hamburger Abendblatt« und andere) sowie seichte Blättchen wie »Echo der Frau« oder »Das Goldene Blatt« publiziert.

Den Rest des Geldes steuern andere Wohltäter bei, darunter die»Spiegel«nahe Rudolf-Augstein-Stiftung, aber auch RTL, das öffentlich-rechtliche ZDF, die Deutsche Bank oder die staatliche Bunvon ›BILD‹ toleriert? deszentrale für Politische Bildung. Alle gehören sie zu den Finanziers von »Correctiv« – das für sich reklamiert, »unabhängig« zu sein. Quintessenz: Vertreter der deutschen Mainstreampresse und machtnaher Eliten sollen künftig als neue Facebook-Polizei deutschen Protestbürgern in den Sozialen Medien Einhalt bieten.

Nebulöse Regeln, undurchsichtige Vorschriften Dabei ist das Recherchekollektiv längst nicht das einzige Instrument bei der Eindämmung unerwünschter Inhalte: Ebenfalls für den US-Facebook-Konzern tätig sind mittlerweile 600 deutschsprachige Mitarbeiter der politisch ebenfalls befangenen, weil regierungsnahen Bertelsmann-Tochter Arvato. Diese regeln im Wieso werden Facebook-News zensiert und Lügen Internet inzwischen den Umgang mit »unangemessenen Inhalten«, »Hate Speech« oder Rassismus.

Nebulös bleiben die Regeln, nach denen entschieden wird, welche Inhalte »unangemessen« sind. Das Regelwerk wird von Facebook wie ein Staatsgeheimnis gehütet.

Die»Süddeutsche Zeitung« zitierte dazu in einem Bericht Ende 2016 Insider, wonach die Vorschriften undurchsichtig seien und sich oft änderten.

2000 Beiträge müsse jeder Mitarbeiter pro Tag prüfen. Die Zeitung spricht von einer »Àrmenintern deÀnierten Form der Meinungsfreiheit«. Das bedeutet: Nicht länger das Grundgesetz, Artikel 5, sondern eine PrivatÀrma bestimmt heute, welche Meinungen Facebook-Nutzern erlaubt sind und welche nicht.

Der bekannte Internetblogger Stefan Niggemeier kritisiert zudem, dass ausgerechnet Mainstream-Medien wie das notorische Lügenblatt »BILD«, die »FAZ« und Co. nicht der Überprüfung bei Facebook unterzogen werden sollen: »Wenn die etablierten Medien diesen Kampf nicht als einen Kampf gegen Desinformationen aller Art führen, sondern als einen Kampf Wir gegen Die; wenn sie den Eindruck erwecken, dass sich Kollegen untereinander nicht wehtun, aber keine Hemmungen gegenüber dubiosen amerikanischen Seiten, Anti-Mainstream-Medien und Einzelpersonen im Netz haben; wenn es scheint, als sei das Haupt-Problem von ›Fake News‹ womöglich gar nicht der Inhalt, sondern der Absender – dann haben sie keine Chance, diesen Kampf zu gewinnen.« Mit Propaganda gegen Propaganda Und die Europäische Union? Die warnt derzeit fast schon panikartig vor neuen »Fake-News«-Attacken gegen Angela Merkel angesichts der kommenden Bundestagswahl. Befürchtet wird eine »russische Desinformationskampagne gegen die deutsche Bundeskanzlerin«, wie viele westliche Leitmedien kürzlich kritiklos kolportierten. Dies mit Bezug auf eine »Arbeitsgruppe für strategische Kommunikation Ost« (»East Strat Com Taskforce«). Wer sich hinter diesem ominösen Namen versteckt? Eine elfköpÀge Propaganda-Truppe in Brüssel, die 2015 von der EU »zur Abwehr russischer Propaganda« ins Leben gerufen wurde, um – Ànanziert mit Steuergeldern – im Osten, aber auch bei uns im Westen auf allen Medienkanälen Stimmung für Europa und gegen Putin zu machen.

Apropos Fake-News-Hysterie: Laut Manager Harald Wahl von»Axel Springer Media Impact« erreicht Europas grösste Lügen-Schleuder »BILD« mit »mehr als 37 Millionen in Deutschland vier Millionen mehr Menschen als Facebook«. Und keinen führenden deutschen Politiker scheint dies aktuell zu empören. Scheinheiliger gehts wirklich nicht.

Ein Mann in Anzug und Krawatte, der einen Daumen hochschüttet.
Ein Mann, der einen Daumen nach oben zeigt, mit einem schwarzen Hintergrund.
Ein Mann in Anzug und Krawatte und hält ein Mikrofon.
Ein Mann in Anzug und Krawatte, der die Hand hebt.
Ein Mann, der den Finger auf die Kamera zeigt.
Ein Mann in einer schwarzen Jacke und hält ein Mikrofon.
Ein Mann in einer schwarzen Jacke mit einem weißen Hemd und einem grauen Schildkrötenhals.
Ein Mann, der mit seiner Hand eine Geste macht.
Eine Frau in einem blauen Anzug zeigt auf etwas.
Das Gesicht und die Hand einer Frau mit einem schwarzen Hintergrund.
Ein schwarz-weißes Bild eines Quadrats.
ein Magazin-Abschlag mit einem Mann darauf
Ein Mann mit Krawatte und Brillen macht ein Gesicht.
Ein Mann in einem Anzug sitzt auf einem Stuhl mit der Hand auf dem Kinn.
Ein Mann, der vor einer Menge Leute steht.

Kaum ein Schweizer, der Franz Schnyders Àlmische Meisterwerke nicht kennt – und kaum einer, der Näheres über dessen Todesdrama wüsste. Weshalb wurde der eidgenössische Meisterregisseur 1992 kurz vor seinem Ableben in einer psychiatrischen Anstalt weggeschlossen? Und warum bleiben Schnyders medizinische Akten in der Bundeshauptstadt unter Verschluss? Was soll die Öffentlichkeit nicht wissen?

Er setzte Schauspielgrössen wie Therese Giese, Heinz Reincke, Theo Lingen oder Ruedi Walter in Szene. Selbst Chaplin erwies ihm bei seinen Dreharbeiten im Emmental die Ehre – um ihm Respekt zu zollen. Kein anderer Schweizer Regisseur hat derart viele Herzen berührt wie Franz Schnyder (1910–1993), der grösste eidgenössische Filmzampano aller Zeiten. Der Erfolg jenseits der Grenzen blieb ihm zwar verwehrt, dennoch lieben Zuschauer seine Meisterwerke bis heute. Ob »Gilberte de Courgenay« (1941), das »Gespensterhaus« (1942), »Ueli, der Knecht« (1954), »Heidi und Peter« (1955), der »10. Mai« (1957) oder die»Kummer-Buben« (1968): Nach wie vor erzielen Schnyders Filme bei jeder Wiederholung im Schweizer Fernsehen Rekordquoten.

Tragisch, aber wahr: Franz Schnyders Leben endete in der Psychiatrie! Das plötzliche Ableben des begnadeten Filmemachers wirft bis heute Fragen auf. Kaum eine Zeitung, kaum eine Zeitschrift, kaum eine Internetseite, welche die Umstände seines tragischen Todes bis heute je näher beleuchtet hätte. Stattdessen wird Schnyder von Behörden und Kulturinstitutionen mittlerweile ein scheinheiliges Denkmal nach dem anderen errichtet, sein tragisches Ableben in jeder Laudatio aber ebenso regelmässig schmählich verschwiegen.

Einst bejubelt – später vergessen Nach etlichen Grosserfolgen war die beruÁiche Laufbahn des Regisseurs ab den 1968er-Jahren zunehmend von Rückschlägen gekennzeichnet. Seine Leinwandepen fanden bei jungen Kritikern immer weniger Anklang. Der erfolgsverwöhnte Schnyder litt darunter. Niemand wollte seine Filme mehr Ànanzieren.

Franz Schnyder (mit Zipfelmütze), hier 1967 während einer Drehpause seines letzten Spielfilms »Die 6 Kummer-Buben«.

Einst bejubelt und später vergessen fühlt sich der wagemutige Produzent von der Filmindustrie je länger desto mehr Ànanziell ausgenutzt.

Obwohl seine Werke nach wie vor Millionensummen einspielen, sieht er davon kaum einen Pfennig.

Der ebenso perfektionistische wie exzentrische Regisseur wird zunehmend verbittert. Auf sich alleine gestellt, fühlt er sich ausgenutzt, unverstanden und im Stich gelassen. Zurückgezogen in seinem Elternhaus frönt er fortan der bildenden Kunst und der klassischen Musik. Seine Finanzen geraten aus dem Ruder…

Es war im Mai 1992, als Franz Schnyder im Alter von 82 wutentbrannt eine höhere Geldsumme in einem Ladenlokal seiner Heimatgemeinde eingefordert haben soll. Weshalb? Darüber weiss man heute nur noch Vages zu berichten. Oder wie vor einigen Jahren kolportiert wurde:»Nachdem er in Burgdorf wegen einer ihm verkauften Rembrandt-Fälschung mit geladener Pistole in der betroffenen Galerie erschienen war, wurde er verhaftet.« Ob’s stimmt? Eine Anfrage von »mysteries« bei der Kantonspolizei Bern (Region Burgdorf) bezüglich Schnyders Verhaftung blieb ergebnislos. »Diese Informationen sind streng vertraulich«, antwortete ein Beamter. Ohnehin sei Schnyders Polizeiakte mittlerweile längst vernichtet worden und genauere Umstände rund um seine Verhaftung so gut wie vergessen…

Zu Tode gespritzt?

Tatsache bleibt: Mitte 1992 wird der aufmüpÀge Filmemacher ofÀziell für psychisch krank erklärt und in die geschlossene Station Nr. 27 der Berner Psychiatrieanstalt Münsingen eingewiesen. Zu Unrecht, wie aus dem 1996 von Marc Rufer publizierten Artikel »Zu Tode behandelt« hervorgeht, der auch in Buchform erschienen ist.

Psychiater Rufer hatte den exzentrischen Regisseur in der Münsinger Klinik Ende 1992 besucht und erinnert sich bis heute an einen freundlichen Empfang durch einen hellwachen »Patienten« samt angeregter Diskussion. Schnyder sei bis zum 31. Januar 1993, wenn auch wie gewohnt herrisch und energisch, geistig und körperlich absolut rege und rüstig gewesen, versichert Rufer. Wie ein Besessener sass er täglich an seiner Schreibmaschine, verfasste Briefe, schrieb und feilte an Drehbuchideen über seinen Landsmann Johann Heinrich Pestalozzi. Verbittert, aber nach wie vor voller Tatendrang.

Umso verwunderlicher, dass Franz Schnyder bereits eine Woche später das Zeitliche segnete. Die Klinikleitung versicherte der Presse, die Todesursache sei eine Lungenembolie gewesen Trieb Schauspieler zu Höchstleistungen an. Schnyder galt als unerbittlicher Perfektionist.

und berief sich auf den Autopsie-Bericht. Was sie verschwieg: Schnyders Tod war eine Woche zuvor eine Zwangsmedikation vorangegangen! Dies entgegen der Empfehlung des damaligen Kantonsarztes Dr. Anton Seiler, der den Regisseur nach einer persönlichen Unterredung in der Klinik als ungefährdet taxiert und seinen medizinischen Kollegen von einer Zwangsbehandlung ausdrücklich abgeraten hatte.

Dennoch wurde Franz Schnyder – gegen seinen Willen und die Empfehlung des Kantonsarztes – vom zuständigen Oberarzt ab dem 31. Januar 1993 dreimal täglich Haldol – ein hochpotentes Neuroleptikum – samt Nozinan verabreicht. Dies, nachdem sich der alte Mann, um die verhasste Ärzteschaft zu provozieren, mit einer Schere zynisch einen winzigen Schnitt im Unterarm zugefügt hatte. Kein Selbstmordversuch. Aber ein Kapitalfehler – weil Schnyder dem Klinikpersonal damit quasi einen Freipass erteilte, ihn als vermeintlich Gefährdeten ein für allemal ruhigzustellen.

Ausgabe 2/2017 51

Eine Gruppe von Männern, die sich umgeben.
Eine Filmrolle wird in Schwarz-Weiß gezeigt.
nicht beantworten
Eine Wand mit einer weißen Wand im Hintergrund.
Ein Mann in Anzug und Krawatte, der auf den Treppen mit anderen Männern steht.