Ein alternatives Krebsheilmittel, das die Metastasen-Bildung ohne Nebenwirkungen verhindert – wäre das nicht wunderbar? Mit seiner Entdeckung glaubte sich ein Schweizer Krebsarzt am Ziel seiner Träume. Der Onkologe verabreichte das neue Heilmittel seinen Patienten, trotz wachsendem Widerwillen der Behörden – und geriet damit ebenfalls in Teufels Küche.
Internet: www.kroisscancercenter.com Tel.: 0043 – (0)1 – 982 5767 Seine Forschungsergebnisse könnten den grossen Durchbruch in der internationalen Krebsbehandlung bringen. Davon ist Peter Truog nach knapp 20 Jahren Forschung immer noch überzeugt. Und das, obwohl ihm die Entwicklung eines Krebs-Heilmittels auf der Basis einer viel versprechenden «Lipoteichonsäure» (LTA) neben sehr viel Zeit und Geld mittlerweile auch seinen medizinischen Ruf gekostet hat.
Erforscht hat der Schweizer Arzt aus Basel die hoffnungsvolle Substanz zusammen mit verschiedenen Instituten. Auch die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften führte damit von 2002 bis 2006 entsprechende Versuchsreihen durch. «Wir haben den Herstellungsprozess des Wirkstoffes bearbeitet», bestätigt Professor Bernhard Sonnleitner vom Institut für Chemie und biologische Chemie der Hochschule. Es gelang den Forschern, Testmaterial herzustellen, das in Labors eingesetzt werden konnte, wie Sonnleitner bereits 2004 in der Zeitschrift «zhwinfo» der Zürcher Hochschule Winterthur festhielt.
Dann schlugen die Behörden zu…
Eine Registrierung des Medikaments blieb aus. Von der eidgenössischen «Interkantonalen Kontrollstelle für Heilmittel» wurde die Substanz nie zugelassen. Dennoch begann der Schweizer Krebsarzt Truog bereits Ende der 80er-Jahre damit, selbst hergestellte LTA an Tumorpatienten abzugeben, die zuvor operiert worden waren. Knapp 200 Menschen erhielten das Medikament, das gegen Tumorzellen wirken soll – aber dank
Wie hoch ist die schulmedizinische Heilungsrate bei Krebs? Gibt es medizinische Wunder? U
…dass die derzeitige schulmedizinische Heilungsrate bei allen Krebserkrankungen um die 30 bis 40 Prozent beträgt?
…dass ein Patient in der Onkologie als geheilt bezeichnet wird, wenn er mindestens fünf Jahre lang ohne Rückfall überlebt? Diese Definition ist indes problematisch, weil viele Rückfälle erst später erfolgen. So fliessen viele Patienten in die offizielle Erfolgsstatistik ein, die später dennoch an ihrem Krebsleiden sterben.
Ausgabe 1/09 Gesundheit…dass die meisten Patienten nicht am Primärtumor sterben, sondern an dessen Metastasen?
…dass das Risiko für Kinder unter fünf Jahren, an Leukämie zu erkranken, zuzunehmen scheint, je näher ihr Wohnort an einem Kernkraftwerk liegt? Das ergab 2007 eine Studie des Kinderkrebsregisters in Mainz unter Leitung von Prof. Maria Blettner im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz.
seiner Ungiftigkeit so gut wie keine Nebenwirkungen zu haben scheint.
Im April 2001 wurden Truogs Forschungen von den lokalen Behörden jäh gestoppt, nachdem Angehörige von verstorbenen Brustkrebs-Patientinnen Anzeige gegen ihn erstattet hatten. Der Arzt durfte das Heilmittel nicht mehr einsetzen.
2005 folgte für den engagierten Forscher dann der zweite Schock: Er wurde wegen «fahrlässiger Tötung» zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Urteil: Der Arzt habe eine seiner Patientinnen mit einer nicht zugelassenen Substanz behandelt, ohne sie zuvor umfassend darüber informiert zu haben. Da er die Standardtherapie gleichzeitig nicht mehr fortsetzte, habe er damit deren Tod herbeigeführt oder zumindest wissentlich deren Gesundheit Truog appellierte gegen den Entscheid, was ihm aber nicht die erwünschte Rehabilitierung brachte – im Gegenteil.
Das Basler Appellationsgericht verschärfte das Urteil gar noch und dehnte es auf zwei Fälle aus!
Die neuerlichen Vorwürfe hielt nicht nur Truog selber für fehl am Platz – sondern letztendlich auch die höchste Schweizer Instanz. Das Bundesgericht hob die Urteile Mitte 2008 endlich auf und sprach den Arzt – für seine Kritiker durchaus überraschend – in allen Punkten vollumfänglich frei. Begründung: Das Medikament sei von Fachpersonen als «interessant» eingestuft worden und Truog habe das Mittel kostenlos abgegeben. Dass eine Patientin sich an einen anderen Arzt wandte, weil sie Truogs LTA misstraute, zeige zudem, dass die «Opfer» durchaus informiert und keinesfalls hilflos waren.
Sieben Jahre lang als «Scharlatan» verunglimpft zu werden, das war zu viel für Peter Truog: Es seien eben gerade nicht die Grosskonzerne mit ihren Forschungsbudgets, sondern ein- Neue Studie beweist: Hochdosiertes Vitamin C kann Krebswachstum hemmen – ohne Nebenwirkungen!
nicht gefährdet.
Wenn das keine vielversprechende Nachricht ist: Vitamin C bremst das Wachstum von Tumoren! Allerdings nur, wenn es direkt ins Blut oder in den Bauchraum gespritzt wird. Dies ergab eine im August 2008 veröffentlichte Studie der National Institutes of Health in Bethesda (Maryland, USA) im Fachmagazin «Proceedings». Die Forscher hatten die Therapie bei Mäusen mit Erfolg angewandt. Das Krebswachstum aggressiver Tumore der Bauchspeicheldrüse, der Eierstöcke und des Gehirns gingen nach der Behandlung um bis zu 53 Prozent zurück. Weitere Versuche belegten, dass sich auch beim Menschen durch die Gabe hoher Vitamin-C-Dosen ins Blut eine Konzentration erreichen lässt, welche die Zerstörung von Tumor-Ebenso positiv: Gesunde Zellen wurden dabei beeinträchtigt!
Bekannt war bislang lediglich, dass ein hoher Vitamin-C-Spiegel im Blut bei starkem Fleisch- und Wurstkonsum auch das Magenkrebsrisiko massiv senken kann. Grund: Ascorbinsäure ist ein Reduktionsmittel und baut aggressive Oxidantien ab.
zelne, die wie er mit einem Bruchteil dieser Gelder die Entwicklung vorantreiben würden, monierte er gegenüber Journalisten der «Basler Zeitung». «Mit üblen Methoden» habe man ihn zum Schweigen gebracht, «ausgebremst und ausgetrickst».
Der Stadt Basel hat Truog mittlerweile enttäuscht den Rücken gekehrt. Dafür liess er die Wirkung seiner neuen Medizin ab 2000 ergänzend auch von medizinischen Spezialisten in Frankreich, Südafrika und England prüfen. Das Heilmittel wurde patentiert und unter dem Namen «Oncomycin» weiter erprobt – laut Truogs Firmenhomepage «Lunamed» mit erstaunlichem Erfolg gegen Rückfälle nach einer Tumoroperation. Die Entwicklung treibe er über eine Tochterfirma in Australien voran, produziert werde der Stoff im indischen Bangalore, wie zuletzt verlautete.
Und wussten Sie ausserdem…
…dass es tatsächlich auch Spontanremissionen oder «Wunderheilungen» gibt? Als Spontanremission bezeichnet man ein komplettes oder teilweises Verschwinden eines bösartigen Tumors – in Abwesenheit aller Behandlungen beziehungsweise mit alternativen Behandlungen, für die bisher kein Wirksamkeitsnachweis geführt werden konnte. Sie treten – laut schulmedizinischen Statistiken – indes nur bei einem in 50'000 bis 100' 000 Fällen auf.
«Oncomycin» bald auch offiziell erhältlich?
Die Einführung seines LTA-Heilmittels ist für den heute 67-jährigen Mediziner zur Lebensaufgabe geworden. Nach wie vor sitzen im «Advisory Board» seiner Firma namhafte Medizinprofessoren aus Oxford oder Basel. Und noch immer arbeitet Truog darauf hin, «Oncomycin» registrieren zu lassen – zuerst in London.
In zwei bis drei Jahren soll es so weit sein, wie der Schweizer «Krebs-Rebell» gegenüber «mysteries» verrät. Öffentlich über seine «Leidensgeschichte» sprechen mag er nicht mehr.
Ebenso wenig über sein neues Medikament. «Es soll sich niemand Hoffnungen machen, solange die Substanz nicht offiziell registriert und erhältlich ist», winkt er müde ab.

















































