Natürlicher Blutdruck-Senker

Knoblauch hilft bei Bluthochdruck. Die Knolle wirkt aber auch gegen Viren und Bakterien, wie neuere Forschungsergeb nisse zeigen. Wer jedoch lieber zu entsprechenden Kapseln aus der Apotheke greift, sollte sich schlau machen – denn die Wirkung der künstlichen Präparate ist umstritten.

Bluthochdruck ist eine weit verbreitete Zivilisationskrankheit.

Die Ursachen sind meist unklar. Die Folgen – Herzinfarkt oder Schlaganfall – können jedoch zum Tod führen. Gefährlich am Bluthochdruck ist, dass er oft lange unerkannt bleibt. Zeigen sich dann die ersten Folgeschäden, bleibt meist nur noch der Griff zu ACE-Hemmern, Kalzium-Antagonisten oder Betablockern.

Wer das umgehen will, sollte regelmässig Knoblauch zu sich nehmen. Die würzige Knolle verdankt ihre Heilwirkung verschiedenen Schwefelverbindungen, in erster Linie dem Allicin. Dieses wirkt gegen freie Radikale, gegen Bakterien sowie Viren, erweitert die Gefässe und wirkt blutverdünnend. Die antibakterielle Wirkung nachgewiesen hatte 1858 bereits der berühmte französische Mikrobiologe Louis Pasteur.

Chinesische Forscher haben nun herausgefunden, dass die Einnahme von Knoblauch und grünem Tee offenbar sogar das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken signiÀkant verringert (»Can- Arzt umrechnet.

cer Prevention Research«, Juli 2013). Auch die gefässerweiternde Wirkung, die gegen Bluthochdruck hilft, wurde neulich erneut untersucht. So ergab eine saudi-arabische Studie, dass Knoblauchpulver sowohl den oberen als auch den unteren Blutdruckwert deutlich senkt (»Pakistan Journal of Pharmaceutical Sciences«, September 2013).

Auch die »Deutsche Hochdruckliga e.V.« empÀehlt deshalb die Einnahme der geschmacksintensiven Knolle. Für Dieter Klaus, ehemaliger Direktor der Medizinischen Klinik der Städtischen Kliniken Dortmund, steht fest: »Knoblauch lässt den oberen Blutdruckwert durchschnittlich um 8 mm Hg (Millimeter auf der Quecksilberskala) sinken, den unteren um 5 mm Hg.« Dazu würde ein Hochdruckpatient täglich etwa vier Gramm frischen Knoblauch benötigen – also in etwa eine kleine Zehe, wie der

Was hilft gegen unerwünschte Gerüche?

Doch so hilfreich der Verzehr von Knoblauch, so hilÁos ist man gegen dessen Ausdünstungen. Ingwer, Petersilie, Kardamom, Milch und Zitrone sollen Abhilfe leisten. Komplett unterbinden lässt sich Knoblauchgeruch damit aber nicht. Als Alternative bieten sich deshalb Präparate in Tabletten- oder Kapselform an. Ob diese gleich gut wirken wie das Original ist jedoch fraglich. So testete 2009 das Verbrauchermagazin »Ökotest« 17 verschiedene Knoblauchpräparate. Das Ergebnis war ernüchternd: »Nicht einmal die Hälfte aller Produkte erreicht gerade noch ein ›ausreichendes‹ Gesamturteil, der Rest ist ›mangelhaft‹.« Man solle deshalb »vorzugsweise Präparate aus Knoblauchtrockenpulver auswählen, in denen noch alle ursprünglichen Bestandteile enthalten sind«, empÀehlt das Informationsportal»Zentrum der Gesundheit«. Noch besser sei es natürlich, möglichst frischen Knoblauch zu verzehren, am besten roh. »Beim Kochen empÀehlt es sich, Knoblauch erst zum Schluss an das Essen zu geben.« Ebenfalls gut zu wissen: »Die Kombination mit Öl steigert die Wirksamkeit.« ■

Knoblauch – Abbildung 2

»Demeter«-Produkte boomen – zunehmend auch in unseren Supermärkten. Von Bio-Freunden und Konsumentenschützern hochgelobt, bei gutbetuchten Verbrauchern beliebt – und von anderen dennoch kritisch beäugt, weil den landwirtschaftlichen Erzeugnissen »kosmische Energie« innewohnen soll, die etwa Kühe mit ihren Hörnern»von oben« empfangen. Anthroposophischer Humbug? Esoterischer Schabernack? Oder tatsächlich »biodynamischer Superfood«?

irchlich geweihtes Heilwasser aus Lourdes? Wer damit handelt, darf Kzumindest in christlichen GeÀlden mit hohem Absatz und wenig Kritik rechnen. »Bioenergetisch gequirltes« Wasser von selbsternannten Heilern? Wer solches zu hohem Preis vertreibt oder erwirbt, muss mit heftiger Kritik rechnen.

Und»Demeter«-Produkte?

Die werden trotz ebenso esoterisch anmutender Produktionsphilosophie mittlerweile in den siebten Himmel hochgejubelt.

»Strenger als alle anderen Bio-Labels!«, liest man immer wieder. Dennoch waren Demeter-Erzeugnisse jahrzehntelang nur in kleinen Bio-Läden präsent. Begehrt bei Hardcore-Ökos. Mittlerweile boomt die Marke und ihre Produktpalette trotz hoher Preise – und wird seit wenigen Jahren in Deutschland mit zunehmendem Erfolg auch von grossen Supermarkt-Ketten angeboten. Auch Schweizer Lebensmittelriesen führen seit 2016 zunehmend mehr Demeter-Erzeugnisse im Sortiment. »Wir stellen eine steigende Nachfrage danach fest«, bestätigt »Coop«. »Gewisse Produkte wie die Demeter-Milch sind aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit schnell ausverkauft.« Ähnlich die Erfahrung bei der »Migros«: Oft übersteige »die Nachfrage das vorhandene Demeter-Angebot«, heisst es dort.

Hokuspokus oder Nonplusultra?

Viele Konsumenten schätzen es, dass Demeter-Produkte ohne Kunstdünger, chemisch-synthetische PÁanzenschutzmittel oder Gentechnik daherkommen. Viele Konsumenten aber sind sich nicht bewusst, dass das biologische Label auf streng anthroposophische Erzeugungsregeln gründet – von Ungläubigen als Hokuspokus verteufelt, von Gläubigen als Nonplusultra vergöttert.

Die Wahrheit liegt – wie meist – irgendwo dazwischen.

Was also bedeutet »biodynamisch«, wie es Demeter im Titel führt, konkret? »Die biologisch-dynamische Landwirtschaft stärkt den Boden, die Tiere, die PÁanzen und die Menschen«, heisst es dazu beim anthroposophischen Bio-Verband. »Die Bauern gestalten alle diese Bereiche bewusst in einem gesunden Kreislauf zur Identität ihres Hofes. Sie greifen aktiv in die Naturprozesse ein, immer mit dem Ziel, die Lebenskräfte zu stärken.« Naturwissenschaftlich lässt sich Letzteres bis heute kaum nach- Rudolf Steiner (1861–1925). Bis heute halten sich Demeter-Bauern streng an die geistigen Eingebungen und Anbauempfehlungen des Esoterikers.

Erfreuen sich dank Bio-Boom wachsender Beliebtheit. Demeter-Produkte im Supermarkt.

weisen, bleibt also Glaubenssache, muss deswegen aber nicht schlecht sein. Im Gegenteil.

Die Idee der biodynamischen Landwirtschaft geht zurück auf den bis heute kontrovers diskutierten Vordenker der Anthroposophie, Rudolf Steiner (1861–1925). An PÀngsten 1924 hatte der Impulsgeber der Biodynamik in Koberwitz bei Breslau acht Vorträge »zum Gedeih der Landwirtschaft« gehalten. »Eine Gruppe von Bauern, die sich von der Anthroposophie inspiriert fühlte, hatte den visionären Vordenker dazu gedrängt«, beschreibt Demeter die Entstehung ihrer Verbandskultur. Die Landwirte hatten sich Hilfestellungen für eine zukunftsfähige Agrarwirtschaft erhofft. Sie seien besorgt gewesen, »weil die Qualität der Lelogischen Landbaus« gewesen, betont Demeter.

»Vitalisierende Zubereitungen« Kernstück des Öko-Landbaus nach Steiner sind und bleiben die so genannten »Biodynamischen Präparate«. »Keine andere Massnahme im Ökolandbau wirft so viele Fragen auf wie die besagten Präparate, die für Demeter-Agrarkultur charakteristisch sind«, räumt selbst der Verband offen ein. Deren Anwendung ist für jeden zugehörigen Betrieb verpÁichtend. Es handle sich um»vitalisierende Zubereitungen für Boden und PÁanzen«. »Uns faszu sammeln und dann in Wasser dynamisiert als so genanntes Hornmistpräparat auf Wiesen, Felder und Garten fein verspr üht verteilt zu werden.« Hornmist gehört zu den »Spritzpräparaten«. Wie auch der»Hornkiesel«, für den fein gemahlener Quarz ebenfalls in einem Kuhhorn unter die Erde gebracht und später zur Förderung des pÁanzlichen Stoffwechsels und zur Reife eingesetzt wird. Zudem gibt es noch die Gruppe der »Kompostpräparate«, für die ausgewählte HeilpÁanzen verwendet werden und die »in kleinen Mengen Mist, PÁanzenkompost oder Gülle beigegeben und Demeter-Bauer mit Präparatebox. Die biodynamischen Kompost- und Spritzpräparate unterliegen strikten Herstellungsregeln.

bensmittel, die Fruchtbarkeit der Böden und die Gesundheit von ziniert das ›Lebewesen‹ Boden, und wir erleben diesen tagtäg- PÁanzen und Tieren sp ürbar nachgelassen hatte«.

lich als die Grundlage unserer Nahrung. Wir hegen und pÁegen Zehn Tage lang hatte Steiner damals referiert und mit den ihn: mit Kuhmist – nicht mit Chemie!« Anwesenden diskutiert (siehe Seite 46). Seine Kernthese war, Insbesondere der Herstellungsprozess jener Präparate wirft dass der bäuerliche Betrieb als möglichst geschlossener Orgabei Rationalisten manche Fragen auf. So vergraben Demeternismus zu betrachten sei: »Eine gesunde Bauern hierzu Kuhhörner mit unter- Landwirtschaft müsste dasjenige, was sie schiedlichen, meist pÁanzlichen Füllun-Vergrabene Hörner mit selber braucht, in sich selber eben auch gen, um sie nach sechs Monaten wieder hervorbringen können.« Der Einsatz von auszubuddeln und zu wundersam anmu- Kuhdung sollen kosmische Chemie und Kunstdünger sei in einem tenden Heilmitteln zu verarbeiten. »Ein Kräfte sammeln.

derartigen Kreislauf absolut inakzeptabel, halbes Jahr haben sie in der Erde Zeit, betonte Steiner – und war seiner Zeit dakosmische Kräfte und die Energie der mit um Generationen voraus. Seine Thesen vor einem knappen tierischen Hülle zu sammeln«, erklärt Demeter das Prozedere: Jahrhundert seien deshalb nicht nur die Geburtsstunde des ei-»Manche bezeichnen es als Magie, wenn Kuhdung im Kuhhorn genen Verbandes, sondern ganz allgemein »des modernen ökovergraben wird, um über den Winter hinweg kosmische Kräfte

Bio-Wunder dank kosmischer energie? – Abbildung 2
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Der medizinische Tausendsassa aus Asien

Shiitake ist der weltweit am zweithäuÀgsten verzehrte Pilz. In Asien werden dem »Königsgewächs« unzählige Heilwirkungen zugeschrieben – zu Recht, wie immer mehr wissenschaftliche Studien dokumentieren. Positive Effekte sind nicht zuletzt auch bei der Krebstherapie belegt.

In Asien gilt Shiitake als wahres Lebenselixier. Als Speisepilz wird er auch in Europa kultiviert und ist – nach dem Champignon – sogar der am häuÀgsten gegessene Pilz der Welt. Seine grosse Heilkraft wurde in der Traditionellen Chinesischen Medizin schon vor Jahrtausenden erkannt. Doch auch moderne medizinische Studien bestätigen: Wer regelmässig Shiitake isst, lebt gesünder!

Sowohl die Traditionelle Chinesische Medizin als auch Pilzheilkundler empfehlen den Pilz »zur Kontrolle erhöhter Cholesterinwerte und der daraus resultierenden Risiken für das Herz-Kreislaufsystem, zur Prävention und Behandlung von mikrobiellen und viralen Infektionen sowie zur generellen Stärkung des Immunsystems«, wie die »Gesellschaft für Vitalpilzkunde Schweiz« bestätigt.

Gegen zu hohen Cholesteringehalt wirkt die im Shiitake enthaltene chemische Substanz Eritadenin, die den Transport von Fetten zur Leber fördert. Der Shiitake kann aber noch mehr. Dank dem Wirkstoff Lentinan ist der Pilz antibakteriell und stärkt das Immunsystem. Dieser Effekt konnte in Tierstudien nachgewiesen werden. So hat der belgische Veterinär Christian J. Van Nevel von der Universität Gent den »EinÁuss von Shiitake-Präparaten auf bakteriologische und morphologische Aspekte im Dünndarm von Ferkeln« untersucht. Die Ergebnisse seiner Studie wurden 2003 in der britischen Zeitschrift »Archives of Animal Nutrition« publiziert.

heitlich.« Der Pilz hilft aber auch bei der körpereigenen Abwehr von Tumoren. So gibt es etwa »Veröffentlichungen über positive Effekte von Shiitake-Präparaten (Lentinan) auf das Immunsystem bei der Krebs- und Aids-Behandlung (James, J., 1986; Gordon, M. et al., 1995)«, wie das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung 2004 festhielt. Darin konnte eine signiÀkante Verminderung bei der Tumorbildung nachgewiesen werden. Eine Tierstudie der Universität Wuhan in China hat diesen Effekt 2005 bestätigt. Publiziert wurde sie in der Zeitschrift »International Immunopharmacology«.

Dass der Pilz bei Krebserkrankungen einen positiven Effekt ausübt, konnte der Deutsche Franz Schmaus am eigenen Leib erfahren. Der Gründer des Pilzheilkunde-Instituts »Mykotroph« litt unter Leukämie. Da er sich schon Jahre vor der erschütternden Diagnose für asiatische Heilpilze interessierte, war ihm die Heilkraft des Shiitake bekannt, vor allem der stärkende EinÁuss auf das Immunsystem. Daher verzehrte er während seiner Erkrankung begleitend zur schulmedizinischen Behandlung regelmässig Pilze. Zunächst roh und später getrocknet, in Form von Pulverkapseln. Schon bald normalisierten sich seine Blutwerte, und er überstand die Chemotherapie ohne die üblichen Nebenwirkungen.

»Nach zwei Jahren war ich vollkommen gesund«, sagt Schmaus.

Heute verbreitet sein Institut »Mykotroph« Informationen zu Heilpilzen, berät Hilfesuchende und vermittelt Therapeuten. Empfohlen wird die Einnahme von getrockneten Pilzen:»Sonst müsste man Unmengen verspeisen, um dieselbe Wirkung zu erreichen«, erklären Institutssprecher. Wer von der Heilkraft des Shiitake proÀtieren wolle, solle zudem darauf achten, dass dieser aus schadstofffreiem Anbau komme. Ausserdem empfehlen sie Pulver oder Kapseln, die den ganzen Pilz enthalten – und nicht nur Extrakte. »Der Pilz wirkt letztlich auch in der Natur ganz- Tatsächlich liefert der Shiitake neben cholesterinregulierenden und antibakteriellen Wirkstoffen auch die Vitamin-B-Kombination B1, B2 und B3, Kalzium, Kalium und die Spurenelemente Zink, Eisen und Phosphor. Das Ergosterol, eine Vorstufe von Vitamin D, macht ihn zu einer wertvollen und erst noch köstlich schmeckenden Alternative für Vegetarier und Veganer.

Königspilz Shiitake – Abbildung 2
Königspilz Shiitake – Abbildung 3
Königspilz Shiitake – Abbildung 4