Gold, wohin das Auge blickt: Unermessliche Schätze erwarteten Howard Carter, als er 1922 die Grabkammer Tutanchamuns öffnen liess. Doch von den sagenumwobenen Papyrusrollen des ägyptischen Pharaos fehlt bis heute jede Spur. Stecken sie womöglich in einer der zahlreichen Statuen, wie der Ägyptologe Nicholas Reeves spekuliert? Neue Aufschlüsse könnte jetzt eine spektakuläre Ausstellung liefern, die ab April 2004 im Basler Antikenmuseum über die Bühne geht.

von Luc Bürgin «Zuerst konnte ich nichts sehen, da die aus der Kammer entweichende heisse Luft das Licht der Kerze zum Flackern brachte. Als meine Augen sich aber an das Licht gewöhnten, tauchten bald Einzelheiten im Innern der Kammer aus dem Nebel auf. Seltsame Tiere, Statuen und Gold – überall glänzendes, schimmerndes Gold.

Als Lord Carnarvon die Ungewissheit nicht länger ertragen konnte und ängstlich fragte: ‹Können Sie etwas sehen?› war alles, was ich herausbringen konnte: ‹Ja, wunderbare Dinge!› Dann erweiterten wir das Loch, so dass wir beide hindurch sehen konnten, und führten eine elektrische Lampe ein.»

Unzählige Spekulationen Was wurde über die Entdeckung des Pharaonengrabes von Tutanchamun durch Howard Carter nicht alles schon fabuliert. Hunderte von Werken berichten uns, wie die geheimnisvolle Ausgrabung im Tal der Könige 1922 vonstatten ging.

Hunderte von Autoren erzählen uns vom Fluch, der den Entdecker und seine Kumpane im Laufe der Jahre dahingerafft haben soll. Und Hunderte von Ägyptologen spekulieren bis heute, warum der 18-jährige Pharao 1323 v. Chr. von seinen Zeitgenossen zur Strecke gebracht wurde, wie eine Kopfverletzung erahnen lässt.

Neustes Beispiel der nicht enden wollenden Spekulationen: Tutanchamun soll an einer heimtückischen Erbkrankheit gelitten haben. Dies jedenfalls behauptet die britische Archäologin Gillian Vogelsang-Tutanchamun. Bis heute ranken sich um den ägyptischen Gottkönig zahlreiche Legenden und Spekulationen.

Eastwood vom niederländischen Völkerkundemuseum in Leiden nach einer Untersuchung seiner Kleider.

Sie will festgestellt haben, dass der bedauernswerte Pharao einen «birnenförmigen Körper» mit einem Hüftumfang von 110 Zentimetern besessen haben soll – und erntet für diese Erkenntnis anerkennende Blicke ihrer Fachkollegen.

Kaum dokumentiert Das wirkliche Geheimnis von Tutanchamun wird derweil völlig übersehen: Das Mysterium der verschollenen Papyrus-Rollen. Gerademal eine einzige aktuelle wissenschaftliche Publikation existiert darüber. Und die erschien 1985 auf einigen wenigen Seiten in den «Göttinger Miszellen» – einem Insider-Blättchen der Universität Göttingen, das einem erlauchten Kreis von renommierten Ägyptologen vorbehalten ist.

Worum geht es? Schon bald nach der Entdeckung des Pharaonengrabes träumten damalige Ägyptologen von einem grossen Schatz an Papyrus-Rollen, den das Grab enthalten sollte. Doch ihre Hoffnungen zerschlugen sich: Abgesehen von einem zerfallenen Fetzen, der einen rituellen Text enthielt, fand sich keine Spur der Papyri – weder im Sarg noch in den versiegelten Truhen.

Ein seltsamer Befund. Schliesslich statteten die alten Ägypter ihre verstorbe- ‹‹ Hat sich Carter die Papyri selber unter den Nagel gerissen?

nen Herrscher gerne mit allerlei Dokumenten aus, die historische, literarische und religiöse Texte beinhalteten.

Glaubt man den fantasievollen Thesen des englischen Forschers Gerald O’Farrell, dann gibt es eine Erklärung für die fehlenden Aufzeichnungen: Carter selbst soll sich die Papyri unter den Nagel gerissen haben! Aus religiösen Gründen, wie O’Farrell zu wissen glaubt.

Als Indiz für seine abenteuerliche These bemüht er eine schriftliche Bemerkung Lord Carnarvons an einen Freund, wonach im Grab Papyri gefunden worden seien, «die das Denken der Welt verändern» würden.

«Skandalöse Erzählung» Carter selbst – behauptet O’Farrell weiter – habe sich zumindest bei einer offiziell verbürgten Gelegenheit ausdrücklich dazu geäussert. So soll er anlässlich eines Gesprächs mit den ägyptischen Behörden vorübergehend die Fassung verloren und gedroht haben: «Ich werde der ganzen Welt Papyrus-Texte zur Kenntnis bringen, die ich im Grab gefunden habe! Dokumente, die eine wahre und skandalöse Erzählung des Exodus der Juden aus Ägypten beinhalten…» Wenig von derlei Verschwörungsthesen hält der renommierte Ägyptologe Nicholas Reeves. Auch er muss allerdings einräumen, dass «die Gründe für die bemerkenswerte Absenz der Papyri im Grab von Tutanchamun bis heute nicht zufriedenstellend geklärt werden können».

Reeves zählt zu den ganz Grossen seiner Zunft. Internationale Anerkennung erlangte er vor allem durch seine Forschungen im Tal der Könige. Parallel dazu fahndet er seit vielen Jahren in aller Stille, unbemerkt von Journalisten und Kollegen, nach den verschollenen Schriftrollen von Tutanchamun. Eine einzige wissenschaftliche Notiz zeugt bislang von seiner Suche – diejenige in den «Göttinger Miszellen».

Trotz einiger Rückschläge hat Reeves die Hoffnung noch nicht verloren. Im Zentrum seines Interesses stehen dabei nicht zuletzt die königlichen und göttlichen Holzstatuen, die Carter einst im Grab fand. Ähnliche Figuren kennen die Fachleute nämlich auch aus anderen Gräbern, so etwa demjenigen von Sethos I. Interessanterweise enthalten einige Statuen in ihrem Innern Hohlräume.

Hohlraum im Rücken Eine davon wurde 1898 bei der Entdeckung der letzten Ruhestätte Amenophis II. zu Tage gefördert. Verborgen in ihrem Rücken entdeckte man eine Papyrusrolle.

Für Nicholas Reeves ein klares Indiz, wo die Schrifttexte von Tutanchamun verborgen worden sein dürften. «Zumindest ein Teil der Begräbnistexte könnte in einem oder mehreren der göttlichen und königlichen Darstellungen versteckt worden sein, die man in seinem Grab fand», vermutet er.

Seine Aufmerksamkeit galt dabei lange Zeit den lebensgrossen Wächter-Statuen, die am Eingang von Tutanchamuns Grabkammer gefunden worden waren. Sie stehen heute im Ägyptischen Museum von Kairo. «Zusammen mit einigen japanischen Kollegen arrangierte ich vor einigen Jahren eine Röntgenuntersuchung der Wächter-Figuren», berichtet Nicholas Reeves. «Leider entpuppten sie sich dabei als solide. Das Rätsel um den Verbleib von Tut’s Schriftrollen dauert also an.»

Ist die Sache für ihn damit erledigt?

«Keineswegs», versichert Reeves. «Zu einem späteren Zeitpunkt möchte ich natürlich auch die kleineren Tutanchamun-Figuren diesbezüglich näher untersuchen.

Konkret geplant ist vorläufig aber noch nichts.»

Wer die Grabschätze in der Zwischenzeit auf eigene Faust inspizieren will, kann ‹‹ Howard Carter (r.). Momentaufnahme kurz vor der Öffnung des Grabes.

Warum stellt die neue Ausstellung alle bisherigen in den Schatten?

dies demnächst tun: Nach Paris (1967), London (1972) und Deutschland (1980) kommen die Kostbarkeiten aus der Grabkammer des legendären Pharaos nach über 20 Jahren nämlich erstmals wieder nach Europa – und zwar nach Basel.

Unter dem Titel «Tutanchamun – Das goldene Jenseits» wird in der Rheinstadt damit die bedeutendste europäische Ägypten-Ausstellung der letzten 23 Jahre stattfinden – vom 7. April bis 3. Oktober 2004 im Basler Antikenmuseum. Hinzu kommen Schätze aus anderen Gräbern aus dem berühmten Tal der Könige, so dass rund 120 Originale in Basel zu sehen sein werden.

«Auch als Museumsdirektor hat man Träume. Aber dass ein Traum wie die ‹Tutanchamun›-Ausstellung eines Tages wahr wird, daran wagt man kaum zu denken», schwärmt Peter Blome, Direktor des Antikenmuseum Basel.

Glücksgriff Dank ihrem international guten Ruf und ihren ausgezeichneten Beziehungen zur ägyptischen Antikenverwaltung und dem Nationalmuseum in Kairo war es den Museumsverantwortlichen gelungen, die Freigabe der Grabschätze aus dem Tal der Könige zu erlangen. Ebenfalls trug die ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen den schweizerischen und ägyptischen Behörden massgeblich zu diesem Erfolg bei.

Das Konzept der Ausstellung hat der zuständige Konservator des Antikenmuseums, Dr. André Wiese, mit seinem Team entwickelt. Im Zentrum steht die Frage: Wie sah ein königlicher Grabschatz im Neuen Reich aus, und wie unterscheidet er sich von den Grabbeigaben der königlichen Entourage?

Die Ausstellung zeigt also nicht nur 50 der bedeutendsten Kunstwerke aus dem Grab von Tutanchamun, sondern auch Grabgegenstände aus den übrigen Königsgräbern der 18. Dynastie (15. bis 14. Jahrhundert v. Chr.).

Einen weiteren Höhepunkt bilden Leihgaben aus dem unversehrten Grab von Juja und Tuja, den Schwiegereltern Amenophis III. Es wurde rund 20 Jahre vor Tutanchamun entdeckt, und war bis dahin die am meisten gefeierte Entdeckung im Tal der Könige, ja der gesamten ägyptischen Archäologie.

«Noch nie zu sehen» «Eine Ausstellung mit einer solchen Fülle an hochkarätigen Kunstwerken hat es noch nie gegeben», betont Museumsdirektor Peter Blome. «Viele der Objekte, die wir in Basel zeigen werden, waren bisher ausserhalb Ägyptens noch nie zu sehen.» Das Antikenmuseum Basel ist die einzige europäische Station der Ausstellung.

Die Grabschätze aus der Zeit der 18. Dynastie sind zwischen 3500 und 3300 Jahren alt. Viele sind aus Gold oder vergoldet. Gold galt im alten Ägypten als Farbe der unvergänglichen Sonne und war damit ein Symbol für die Wiedergeburt im Jenseits. Die in die Grabkammern mitgegebenen Schätze sollten dafür sorgen, dass die Verstorbenen im Jenseits eine sichere Fortexistenz hatten. In Basel wird auch ein Nachbau von Tutanchamuns Grabkammer zu sehen sein.

Insgesamt rechnet die Direktion des Museums in den sechs Monaten, in denen die Tore der Ausstellung geöffnet sind, mit einer halben Million Besucher. Und wer weiss: Vielleicht findet einer davon beim Betrachten der Artefakte ja tatsächlich einen neuen Hinweis, wo die sagenumwobenen Schriftrollen des Pharaos einst versteckt worden sein könnten.

Ein schwarz-weißes Foto von zwei Männern, die an einer Wand arbeiten.
Eine Statue eines Pharaos mit einem Kopfbedeckung.
Ein Plakat einer Frau mit Schwert und Drachen.

Verfügte Nazi-Deutschland gegen Ende des Zweiten Weltkriegs über eine eigene Atombombe? War es gar eine deutsche Atombombe, welche die Amerikaner über Japan abwarfen? «Unsinn!» winken viele Historiker ab. Das Dritte Reich habe entsprechende Projekte bereits 1942 storniert, heisst es. Dennoch deutet vieles darauf hin, dass den Alliierten nach dem Einmarsch womöglich mehr «Wunderwaffen» in die Hände fielen, als man uns heute glauben machen will.

von Thomas Mehner «Das Dritte Reich hatte keine Atombombe.» Diese Behauptung wird seit Jahrzehnten vehement durch Zeitgeschichtler, Historiker und wissenschaftliche Experten aller Couleur vertreten.

Tatsächlich ist bis heute innerhalb der bekannten deutschen Atomforschungsgeschichte kein greifbarer Beweis aufgetaucht, der das Gegenteil dokumentieren könnte, und auch die an den bekannten deutschen Atomforschungsvorhaben beteiligten Wissenschaftler wie etwa Heisenberg oder Diebner haben nach dem Krieg nie etwas anderes behauptet.

Seit jeher wird ebenso postuliert, dass die in Deutschland während des Zweiten Weltkrieges tätigen Spezialisten zwar beeindruckende Grundlagenforschung betrieben hätten, diesen Vorsprung jedoch anschliessend aufgrund fehlender finanzieller Mittel, mangelnder Kapazitäten und einer Führung, die das Thema einer friedlich oder militärisch genutzten Kernenergie nicht begriff, einbüssten und sogar überholt wurden.

Deutschland habe auch deshalb keine «Bombe» bauen können, weil weder funktionierende Kernreaktoren, Zyklotrone (von einigen Versuchsgeräten abgesehen) oder ähnliche Anlagen vorhanden waren.

Selbst nachdem man solche Systeme beim Einmarsch in Frankreich, Dänemark oder in die damalige Sowjetunion entdeckt habe, seien nicht die richtigen Schlussfolgerungen daraus gezogen worden.

Die zum Kriegsende hin bekannt gewordenen Äusserungen Hitlers und seines Ministers Goebbels, der Einsatz von neuartigen (Wunder-)Waffen stünde kurz bevor, wurde als Propaganda abgetan; einzig und allein dem Ziel dienend, die deutsche Bevölkerung und die kämpfende Truppe zum Durchhalten zu ermuntern.

Merkwürdig ist nur, dass sich heute eine zunehmende Zahl von Widersprüchen auftut, die es – bei einer stimmigen Geschichtsdarstellung – überhaupt nicht geben dürfte.

Wo Wahrheit ist, hat die Lüge bekanntermassen keine Chance. Doch eine wachsende Zahl von Personen, die sich überall auf der Welt mit der Thematik der deutschen «Bombe» beschäftigen, muss feststellen, dass es eine Vielzahl von Widersprüchen gibt. Und dass die alliierte Geheimhaltung zu manchem Aspekt des Zweiten Weltkrieges, der die damalige deutsche Hochtechnologie betrifft, immer noch anhält.

Plötzlich kursierten Gerüchte Möglicherweise hätte die Öffentlichkeit nie erfahren, dass ein weit umfangreicheres deutsches Atomforschungsprogramm als das bisher bekannte existiert haben könnte, wenn nicht der Zusammenbruch des kommunistischen Systems Ende der 80er-Jahre erfolgt wäre. In solchen Zeiten des Wandels gelangen immer Informationen an die Oberfläche, die jahreund jahrzehntelang unter dem Teppich blieben.

Plötzlich kursierten Gerüchte über eine streng geheime Atom-und V-Waffenforschung bei Skoda, Prag. Ähnliches ereignete sich in Bezug auf das Jonastal, jenen scheinbar geheimnisvollen Abschnitt Thüringens zwischen Ohrdruf und Arnstadt, der – nach bisheriger Geschichtsschreibung – gegen Kriegsende Ziel geheimer Bauaktivitäten der SS geworden war.

Diese neuen Informationen passen genauso wenig ins traditionelle Weltbild wie zahlreiche Andeutungen in Publikationen zeit- und militärgeschichtlicher Art, die von deutschen Uranbomben und Langstreckenwaffen sprechen. Selbst Reichsrüstungsminister Albert Speer deutete in seinen Buch «Erinnerungen» an, dass die SS im Krieg bemüht war, an der Wehrmacht vorbei die alles entscheidende Waffe zu entwickeln. Die Historikerschaft behauptet zwar, dies sei fehlgeschlagen, doch ist diese Einschätzung aufgrund der neuen Faktenlage kaum mehr glaubhaft.

Eine gründliche Recherche ergab, dass insbesondere in den letzten beiden Kriegs-US-Atomtest anfangs der 50er-Jahre. Know-how von Nazi-Deutschland?

jahren und auch bis Anfang 1946 eine Vielzahl von beeindruckenden Informationen durch die alliierte Presse publiziert wurde, die der Wahrheit ziemlich nahe kamen.

Diese Informationen wurden zuweilen im Auftrag von Unterbehörden der Kriegsministerien verbreitet und in solch bekannten Blättern wie der «Washington Post», der «Los Angeles Times» oder der britischen «Times» veröffentlicht.

Sie fanden aber ihren Niederschlag auch in Zeitungen der romanischen Welt und Skandinaviens und sind wohl vor allem der euphorischen Siegesstimmung der Briten und Amerikaner unmittelbar nach dem Krieg zu verdanken.

Als sich dann aber die Voraussage Hitlers, die ehemaligen Alliierten würden eines Tages Feinde werden, bewahrheitete, begriffen die Verantwortlichen, was sie alles in Deutschland gefunden hatten. Diese Waffensysteme bekamen aufgrund der veränderten politischen Situation plötzlich strategische Bedeutung, fielen unter die Gesetzgebung der nationalen Sicherheit und waren damit für eine weitere Publikation tabu.

Um kein unnötiges Aufsehen zu erregen, dementierte man natürlich die schon erschienenen Berichte nicht, sondern hoffte darauf, dass die Öffentlichkeit das Thema vergessen werde.

Tatsächlich schien dieser Plan aufgegangen zu sein, denn über 50 Jahre herrschte beinahe Friedhofsruhe in dieser Hinsicht… Blickpunkt Peenemünde Peenemünde ist jedem geschichtlich Interessierten ein Begriff, der im Zusammenhang mit der deutschen Raketenentwicklung steht. Seit Jahren kursieren hartnäckige Gerüchte, wonach in Peenemünde nicht nur an der Raketenwaffe geforscht wurde.

In der Ausgabe der «Daily Mail» vom 9. August 1945 erschien ein bemerkenswerter Bericht unter der Schlagzeile «AGerman Atom Ace died» («Ein deutsches Atom-As starb»). In diesem Bericht wurde verlautbart, dass das «Meistergehirn» hinter der deutschen Atombombenforschung ein gewisser General Chamier-Chysynaki gewesen sei, der bei dem berühmten Angriff der britischen Royal Air Force (RAF) auf Peenemünde ums Leben kam.

Weiter wurde im Artikel der «Daily Mail» festgestellt, dass «Reports» existieren, wonach die Deutschen die Atombombe im «diesjährigen Oktober», also im Oktober 1945, fertig gehabt hätten!

Wenn der General und andere Wissenschaftler bei dem Angriff der RAF nicht ums Leben gekommen wären, hätte die Fertigstellung der Waffe sogar noch frü- ‹‹ Atombombe bereits im Oktober 1945 fertig gestellt?

her erfolgen können. Die Deutschen hätten ihre (Atom-)Forschungseinrichtungen in Peenemünde, Rjuken (Rjukan) in Norwegen und am Chiemsee (Bayern) errichtet. Eine bedeutende Atomforschungseinrichtung habe sich auch auf Bornholm befunden, die jedoch von den Russen besetzt worden sei – was die Briten sehr zu bedauern schienen.

Korrespondierende autorisierte Meldungen erschienen am 9. August 1945 auch im «Daily Telegraph» sowie im «Daily Express». Weitergehende Recherchen zeigten, dass der deutsche General, auf dessen Tod die Briten so stolz waren, tatsächlich von Chamier-Glisczinski hiess und zum militärischen Führungsstab von Peenemünde gehörte.

Einer der mit der deutschen Atomforschung verbundenen Standorte befand sich im so genannten «Schutzund Trutzgau» Thüringen im Raum zwischen Ohrdruf, Arnstadt und dem Jonastal. Seit Jahren wird über dieses Gebiet heftig debattiert, wobei nach dem Krieg zunächst behauptet wurde, dass hier lediglich ein – bis heute nicht gefundenes – Führerhauptquartier errichtet werden sollte.

Der Einsatz Zehntausender Häftlinge, die strikte Geheimhaltung, die heute noch anzutreffende Angst bei Zeugen, die Tatsache, dass das Projekt S III (Sonderbauvorhaben III) bei Kriegsende unter Leitung von SS-Gruppenführer Dr.-Ing. H. Kammler stand und auch das zugeknöpfte Verhalten heutiger Behörden lassen jedoch anderes vermuten.

Geheime V-Waffen-Fabrik Selbst der bekannte Historiker Eugen Kokon wusste zu berichten, dass das FHQu nicht alles war, was es in diesem Terrain gab, sondern dass auch eine technologische Komponente eine Rolle spielte, wenn er schreibt: «60 km SW von Buchenwald entfernt befand sich ein anderes Arbeits-Aussen- Jonastal (1944). Ort von SS-Bauaktivitäten, die angeblich der Schaffung eines unterirdischen Führerhauptquartiers dienten.

Ein schwarz-weißes Foto einer Baustelle.

Zeitreisen – einst als Utopie verschrieen – rücken heute zunehmend in den Fokus brillanter Naturwissenschaftler. Ergebnis: Reisen durch die Zeit scheinen aus physikalischer Sicht zumindest möglich – noch aber sind wir weit davon entfernt. Einer, der das «Unmögliche» für möglich hält, ist der international renommierte amerikanische String-Forscher Professor Michio Kaku. Für «mysteries» fasst er zusammen, welches beunruhigende Szenario uns erwarten könnte…

von Michio Kaku In H. G. Wells Novelle «Die Zeitmaschine» sprang der Hauptdarsteller in einen speziellen Stuhl mit blinkenden Lichtern, drehte rasch an ein paar Wählscheiben, und schon wurde er einige Hunderttausend Jahre in die Zukunft geschleudert.

England war verschwunden und wurde nun von seltsamen Kreaturen, den Morlock und Eloi, bewohnt.

Dies kann eine grossartige, erfundene Geschichte gewesen sein. Aber die Wissenschaftler haben seit jeher über die Idee von Zeitreisen gespottet, die in ihren Augen in das Reich der Spinner, Mystiker und Scharlatane gehörten, und das mit gutem Recht.

Seither lassen jedoch ziemlich beachtenswerte Fortschritte in der Quantengravitation diese Theorie wieder aufleben; sie ist nun ein gefundenes Fressen für theoretische Wissenschaftler, die ihre Beiträge in naturwissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlichen.

Ein hartnäckiges Problem bei Zeitreisen sind die zahlreichen verschiedenen Typen von Paradoxa. Da ist zum Beispiel das Paradoxon des Mannes ohne Eltern: Was passiert, wenn Du in der Zeit zurück reist und Deine eigenen Eltern umbringst, bevor Du geboren wirst?

Frage: Wenn Deine Eltern vor Deiner Geburt gestorben wären, wie hättest Du dann geboren werden können, um sie danach umzubringen?

Dann gibt es das Paradoxon des Mannes ohne Vergangenheit. Nehmen wir zum Beispiel an, da gäbe es einen jungen Erfinder, der in seiner Garage vergeblich versucht, eine Zeitmaschine zu bauen. Plötzlich erscheint aus dem Nichts ein Aufbruch in unbekannte Dimensionen. Führt uns der Weg in die Zukunft womöglich direkt in die Vergangenheit?

älterer Mann und vermittelt dem jüngeren das Geheimnis für den Bau einer Zeitmaschine. Der junge Mann wird daraufhin mit Börsenspekulationen, Wettrennen und Sportveranstaltungen unvorstellbar reich, weil er die Zukunft kennt. Dann, als alter Mann, entschliesst er sich, seine letzte Zeitreise in die Vergangenheit zu unternehmen und das Geheimnis der Zeitreise seinem jüngeren Selbst preiszugeben. Frage: Woher kam die Idee der Zeitmaschine?

Dann gibt es das Paradoxon des Mannes, der seine eigene Mutter ist: «Jane» wird als Findelkind in einem Waisenhaus zurückgelassen.

Als Heranwachsende verliebt sich «Jane» in einen Herumtreiber, der sie verlässt und schwanger zurücklässt.

Dann schlägt das Schicksal zu. Sie stirbt fast, als sie einem kleinen Mädchen das Leben schenkt, welches später unter mysteriösen Umständen entführt wird.

Die Ärzte sind der Ansicht, dass Jane sehr stark blutet, aber, seltsam genug, über beide Sexualorgane verfügt.

Geschlechtsumwandlung Um nun ihr Leben zu retten, nehmen die Ärzte eine Geschlechtsumwandlung vor, und aus «Jane» wird «Jim». Jim entwickelt sich später zu einem betrunkenen Herumtreiber, bis er einen freundlichen Barmixer trifft (in der Tat ein verkleideter Zeitreisender), der ihn abrupt entfernt, indem er ihn in der Zeit zurückschickt.

«Jim» trifft dort ein hübsches junges Mädchen, welches ungewollt mit einem Mädchen schwanger wird. Ohne sich einer Schuld bewusst zu sein, entführt er das kleine Mädchen und setzt es im Waisenhaus aus. Später tritt «Jim» den Truppen der Zeitreisenden bei, führt ein angesehenes Leben und hat einen letzten Traum: Sich selbst als Barmixer zu verkleiden, um einen gewissen Säufer namens «Jim» in der Vergangenheit zu treffen. Frage: Wer ist «Janes» Mutter, Vater, Bruder, Schwester, Grossvater, Grossmutter und Enkelkind?

Es ist nicht erstaunlich, dass Zeitreisen immer als unmöglich eingestuft wurden.

Sogar Newton verglich die Zeit mit einem Pfeil: Einmal abgeschossen fliegt er unentwegt in einer geraden Linie weiter. Eine Sekunde auf der Erde ist eine Sekunde auf dem Mars. Alle im Universum verteilten Uhren schlagen im gleichen Takt.

Einstein zeichnete uns ein ganz ande- Mann mit vielen Gesichtern. Zeitreise-Experte Professor Michio Kaku.

res Bild. Gemäss Einstein ist die Zeit mehr wie ein Fluss zu sehen, der sich um die Sterne und Galaxien windet, einmal schneller und dann wieder langsamer – etwa um massive Körper – fliesst. Eine Sekunde auf der Erde ist nicht eine Sekunde auf dem Mars. Die im Universum verstreuten Uhren schlagen in ihrem eigenen, fernen Takt.

Kurz bevor Einstein starb, wurde er jedoch mit einem unangenehmen Problem konfrontiert. Einsteins Nachbar in Princeton, Kurt Goedel, der vielleicht grösste logische Mathematiker in den vergangenen 500 Jahren, fand eine neue Lösung zu Einsteins eigenen Gleichungen, die die Zeitreise erlaubten!

Der «Fluss der Zeit» hat nun Whirlpools, in welchen die Zeit sich selbst zu einem Kreis aufwickelt. Goedels Lösung ist ziemlich genial: Sie geht von einem mit rotierender Flüssigkeit gefüllten Universum aus. Jeder, der entlang der Rotationsrichtung geht, findet sich am Ausgangspunkt wieder, aber in der Zeit zurückversetzt.

Verwirrter Einstein Einstein schrieb in seinen Memoiren, dass ihn die Tatsache verwirre, dass seine Gleichungen Lösungen enthielten, welche die Zeitreise erlauben würden.

Schliesslich jedoch schlussfolgerte er: Das Universum rotiert nicht, es dehnt sich aus (wie in der Urknalltheorie beschrieben) und infolgedessen konnte Goedels Lösung aus physikalischen Gründen verworfen werden. (Wenn jedoch der Urknall rotieren würde, wären Zeitreisen im ganzen Universum also offensichtlich möglich!)

Später, 1963, fand der neuseeländischer Mathematiker Roy Kerr eine Lösung für Einsteins Gleichungen über rotierende schwarze Löcher, die eigenartige Eigenschaften aufwiesen. Die schwarzen Löcher würden nämlich nicht (wie ursprünglich angenommen) zu einem Punkt, sondern zu einem drehenden Ring (bestehend aus Neutronen) kollabieren.

Dieser Ring würde sich nun so schnell drehen, dass er durch die frei werdenden Zentrifugalkräfte nicht unter seiner eigenen Anziehungskraft zusammenfällt. Der Ring verhält sich wiederum wie Alices Spiegel. Jeder, der ihn durchschreitet, würde nicht sterben, sondern könnte durch den Ring in ein Paralleluniversum gelangen.

Ein Mann mit der Hand auf dem Kinn.
Ein Mann in Anzug und Krawatte hält den Kopf fest.
Ein Mann mit der Hand auf dem Gesicht.
Ein Mann, der einen Löffel in den Händen hält.