Er ist einer der zwölf Männer, die ihren Fuss auf unseren Trabanten gesetzt haben: Apollo-14-Astronaut Edgar Mitchell (75). Und er verblüfft mit einer kontroversen Behauptung: «In den USA lagert ein abgestürztes UFO!»
Als erster Apollo-Astronaut spricht der Mann öffentlich aus, was viele für blanke Spekulation halten: Der geheimnisvolle Flugkörper, der 1947 in Roswell (Neu Mexico) vom Himmel donnerte, so Ed Mitchell, war ein ausserirdisches Raumschiff. «Daran gibt es für mich keinen Zweifel.»
Offizielle Aussagen der USA, dass es sich um einen Wetterballon oder ein anderes Spionage-Vehikel gehandelt hätte, dienten laut Mitchell lediglich dazu, die Sache zu verschleiern. Zugang zu den Überresten hätte bis heute nur eine kleine geheime Sondereinheit.
Der Apollo-14-Astronaut, der unter anderem einen Doktorgrad des Massachusetts Institute of Technology besitzt, beruft sich dabei auf zahlreiche Firsthand-Aussagen, die er von lokalen Augenzeugen erhalten haben will, aber auch aus Kreisen des Militärs und der Geheimdienste.
Enthüllt hat Mitchell diese erstaunliche Tatsache vor knapp 600 Zuschauern am diesjährigen World Mystery Forum, das Anfang November 2005 im Schweizer Mystery Park in Interlaken stattfand.
Alle Tassen im Schrank Dass der Mann auch mit 75 Jahren noch alle Tassen im Schrank hat, bewies er mit einem eindrücklichen Referat. Darin berichtete er über allerlei Details seiner Mond-Landung – und blieb dabei, wie auch in den anschliessenden Diskussionen, stets auf dem Boden der Tatsachen.
Angesprochen auf die Mond-Mission seines Kollegen Harrison Schmitt (Apollo 17) und dessen seltsame Funkbemerkung («Es sieht so aus, als hätte hier schon mal jemand vor uns gearbeitet») meinte er abwinkend: «Da ist nichts dran. Ich kenne Schmitt sehr gut.»
Er könne zwar nicht ausschliessen, dass der Mond in grauer Vorzeit von anderen Lebewesen als Landebasis benutzt worden sei. «Aber wir fanden keinerlei konkreten Beweise dafür.»
Mit scharfen Worten grenzte sich Mitchell auch von allerlei kursierenden Verschwörungsthesen ab. «Zur Frage, ob die Mond-Landung eine Fälschung war, rate ich Ihnen nur eines: Verschwenden Sie nicht weiter Ihre Zeit damit. Konsultieren Sie im Internet www.badastronomy.com.
Dort werden alle vermeintlichen Widersprüche zufriedenstellend erklärt.»
Umso mehr erstaunt es, dass der Ex-Astronaut in Bezug auf Roswell Klartext sprach: So sei er selber in der Absturzgegend aufgewachsen und habe viele der Augenzeugen persönlich gekannt. Ebenso wie das Militär- und Geheimdienstpersonal, das ihm entsprechende Informationen zugetragen habe. «Mir gegenüber waren die Militärs sehr offen. Immerhin war ich ja als Astronaut und Testpilot quasi einer von ihnen – und nicht irgendein abgedrehter esoterischer Spinner.»
Verletzt Ed Mitchell mit seinen Enthüllungen über das Roswell-UFO seine militärische Schweigepflicht? «Ganz und gar nicht», betont er. «Als ich das Militär verliess, musste ich ja auch meine Topsecret-Clearence abgeben. Und alle Informationen über den Absturz wurden mir ohne deren Hilfe zugetragen.»
Damit hat der Astronaut erstmals auch in Europa öffentlich bestätigt, was er 1998 bereits einmal in ähnlicher Form in den USA verlauten liess. Damals tönte er gegenüber Journalisten an, dass er der Roswell-Sache anfänglich äusserst zynisch gegenüber gestanden sei. «Ich war überhaupt nicht davon überzeugt, bis ich mit damals involvierten Militärs zu sprechen begann. Man hat mir dann geheime Berichte gezeigt. Sie dokumentierten, dass die Regierung darüber informiert war – doch sie entschied, der Öffentlichkeit nichts darüber zu erzählen.»
Warum aber die ganze Geheimnistuerei? «Weil wir damals überhaupt nicht gewusst hätten, wie wir mit der Technologie von Aliens umgehen sollten, die so hochentwickelt waren, dass sie ein Raumschiff zur Erde schicken konnten. Die Welt wäre 1947 in Panik geraten, falls sie erfahren hätte, dass wir von Ausserirdischen besucht wurden.»
Am 18. Februar 2004 doppelte Mitchell gegenüber der «St. Petersburg Times» auf Anfrage überdies nach, dass die Leichen der abgestürzten Wesen bis heute von einigen wenigen Insidern untersucht würden. Allerdings hätte dieses Team nach dem Tod von Kennedy aufgehört, die US-Präsidenten darüber zu unterrichten.
Dass es keinen Grund gibt, Mitchells Enthüllungen a priori zu misstrauen, dürfte sein Auftritt am diesjährigen World Mystery Forum bewiesen haben, wo er seine Aussagen nun also auch live untermauert hat. «mysteries» erlebte den 75jährigen dabei als gebildeten, agilen und scharfsinnigen Denker.
Ohne mit der Wimper zu zucken bestätigte der Mond-Astronaut: «Eine staatliche Geheimorganisation zur Geheimhaltung dieses Zwischenfalls arbeitet bis heute erfolgreich an der Vertuschung dieses wichtigsten Ereignisses in der Menschheitsgeschichte.» Weiss er, wo die Trümmer des UFOs heute aufbewahrt werden?
Nein, schüttelt Mitchell den Kopf. «Aber ich kenne Leute, die es wissen.»
Tarnen sich fremde Welten?
Unterstützung erhielt er in seinen Ausführungen von der spanischen Atomphysikerin Beatriz Gato-Rivera vom Departement für «Particle Physics and Cosmology» am «Scientific Research Council» in Madrid.
Auch sie ist von der Existenz ausserirdischer Zivilisationen überzeugt, wie sie am Kongress ausführte. Einige von ihnen seien uns zwangsläufig überlegen. Gato-Rivera unterscheidet diese in friedliche und aggressive Kulturen: «Insofern ist es nur logisch, dass hochentwickelte Zivilisationen ihre Welten aus Sicherheitsgründen mit allerlei Hightech-Methoden vor neugierigen Augen schützen.»
Solche Gesellschaften könnten mit Sicherheit auch Daten über Temperatur oder Atmosphärenzusammensetzung ihres Planeten nach Belieben manipulieren. «Kein Wunder also, wenn wir sie mit unseren vergleichsweise primitiven Hilfsmittel nicht orten.»
red. ■ Mehr zum World Mystery Forum auf Seiten 50 – 52


