Er war der berühmteste Hypnotiseur der Schweiz: «Hermano» alias Hermann Michel. Neben aufsehenerregenden Massenhypnosen sorgte er in den 60er-Jahren vor allem mit seiner Raucherentwöhnung für Furore. Rückblick auf einen begnadeten Künstler und Heiler.

Seine Berufskollegen bezeichneten ihn als «Napoleon unserer Branche». Zu Recht: Abend für Abend zog Hypnotiseur Hermano das Schweizer Publikum in der Nachkriegszeit in seinen Bann.

Und versetzte das Publikum mit seinen Trance-Session in ungläubiges Staunen, so dass sich die Journalisten über ihn bald die Finger wund schrieben.

Zwischen 1944 bis 1948 füllte Hermano den Saal des berühmten Zürcher Corso-Theaters ebenso wie die Säle kleinstädtischer Lichtspieltheater und Mehrzweckgebäude.

Spektakulär, wie der Suggestor mit seinen Medien auf der Bühne arbeitete und Leute aus dem Publikum auf den Brettern in Wachtrance – beispielsweise auf vermeintlichen Weltreisen – die verrücktesten Dinge vollführen liess. Da balancierten Frauen aus dem Publikum verzückt auf einem imaginären Seil.

Und Männer «steuerten» ihre Stühle lässig wie ein Sportcoupé. Ohne sich anschliessend daran zu erinnern. Abend für Abend bat Hermano weitere Hypnosewillige auf die Bühne.

In Trance begannen sie ohne Hemmungen zu singen. Andere sprachen mit einer Balanceakt: Hypnotisierte Zuschauerin.

erwachsenen Person, die in einem Kinderwagen sass, als handle es sich um ein Baby. Dritte sassen auf dem Boden und wähnten sich dabei auf einem fliegenden Teppich durch die Lüfte kreisen.

Legendär auch Hermanos Gruppen-Hypnosen: Die Menge auf der Bühne raffte dabei vermeintliche Goldstücke zusammen. Dann wieder eilte sie vor einem (nicht vorhandenen) Brand davon. Oder sie riss sich die Kleider vom Leib, weil es ihr vermeintlich zu heiss war.

Und als Höhepunkt erstarrten die Freiwilligen schliesslich, legten sich mit Kopf und Füssen auf zwei Stühle: Ohne mit der Wimper zu zucken setzte sich der Hypnotiseur dann mit seiner ganzen Körperfülle auf ihre starren Körper – oder schritt gar über sie hinweg.

Ausgefeilte Technik Die Technik Hermanos bestand im allgemeinen darin, dass er die Augen seines Mediums durch einen schräg über ihn gehaltenen Gegenstand in die so genannte «Millersche Schlafstellung» brachte.

Durch suggestives Sprechen wurde das Medium in einen Zustand der «Schlafüberzeugung» gebracht, der in die eigentliche Hypnose überging.

Dabei wurde das Bewusstsein derart eingeengt, dass die hypnotisierte Person auf Aussenreize nicht mehr reagierte. In diesem Zustand war der Hypnotisierte ausserordentlich stark beeinflussbar.

Heute sind Spektakel, wie sie Hermano bot, nicht mehr öffentlich zu sehen. Die Konkurrenz des Fernsehens, vor allem aber auch ein verändertes Menschenbild führten dazu, dass solche Phänomene als Behandlungsmethoden Eingang in den medizinischen und psychotherapeutischen Bereich fanden.

Schon Sigmund Freud hatte die Hypnose neben der Psychoanalyse als Behandlungsmethode anerkannt. Allerdings sind gewisse Gefahren nicht zu übersehen. Trancezustände mittels Hypnose können denn auch nur herbeigeführt werden, wenn der Patient damit einverstanden ist.

Gewisse Zahnärzte beispielsweise wenden heute eine Behandlung unter Hypnose an. Sie führen mittels beruhigenden Worten und intensivem Augenkontakt einen tranceartigen Zustand herbei – um ihren Patienten die Schmerzen auszureden. Mit Erfolg!

Begabung geerbt Wer aber war Hermano eigentlich? Und was ist aus ihm geworden? Am 7. Juli 1916 im schweizerischen Appenzell geboren, besuchte Hermann Michel – so sein bürgerlicher Name – die Schulen in Zug und St. Maurice (Wallis).

Mit 14 Jahren zog er von zu Hause aus und kehrte nach einem Jahr, ohne je jemandem seinen Aufenthaltsort verraten zu haben, aber des Französischen mächtig, nach Hause zurück. Sogleich begann er, zuerst im Bekanntenkreis und im Militär, später auch auf der Bühne, mit seinen Zauber- und Hypnosevorführungen.

Seine Suggestions- und Hypnosebegabung hatte er von der Mutter geerbt, die damit aber nie hausieren ging. 1936 verheiratete er sich mit Rosa Maria Kessler.

Während und nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Hermann Michel unter dem Namen «Hermano» als Hypnotiseur.

Eines Tages erkannte der tiefreligiöse Michel, dessen äusserliche Besonderheit in seiner aussergewöhnlichen Körperfülle lag, dass er seine seltenen Fähigkeiten nicht nur zur Erheiterung der Menschen, sondern auch zu deren Nutzen einsetzen konnte.

So besuchte er medizinisch-psychiatrische Vorlesungen an verschiedenen Kliniken und begann, Ärztekurse in Hypnosetherapie durchzuführen. Sein Ziel war es, seine Begabung in Zusammenarbeit mit Ärzten weiterentwickeln zu können.

Und er wollte sich im Kanton Aargau als Naturheiler etablieren. Darin erblickte aber der damalige Aargauer Gesundheitsdirektor Rudolf Siegrist eine grosse Gefahr für den Kanton.

Konsequenz: Michel erhielt keine Erlaubnis, eine Praxis zu eröffnen, worauf er sich im appenzellischen Heiden niederliess. Mit Hilfe von dankbaren Sponsoren eröffnete er dort das «Kurhaus Hermano».

Damit hätte die Sache für die Aargauer eigentlich ein für allemal erledigt sein können – wenn nicht Gesundheitsdirektor Siegrist plötzlich von einem hartnäckigen Rheumaleiden befallen worden wäre.

Kein Arzt im Land vermochte ihn zu kurieren – ausser Hermann Michel.

Reumütig trat Siegrist den Canossagang nach Heiden an, und damit war für Michel der Weg zurück in den Aargau geebnet. Er liess sich zunächst in Lenzburg nieder und behandelte dort anfänglich Bandscheibenschäden, Zirkulationsstörungen, Kopfschmerzen, sowie Alkoholund Fettsucht.

Raucher-Entwöhnung In seiner Praxis in Seon (Aargau), wohin er später umzog, spezialisierte sich Hermann Michel in Zusammenarbeit mit einem Arzt auf die Raucherentwöhnung mittels Hypnose. Unzählige Meldungen über den Erfolg seiner Suggestiv- und Handauflegetherapien liessen aufhorchen.

Und als in den Sechzigerjahren – Michel wollte sich gerade als gutsituierter Hemmungslose «Auto-Fahrt». Auch diesen Zuschauer hatte Hermano hypnotisiert.

Hermano bei seiner Raucherentwöhnung. Tausende pilgerten zu ihm.

Hermano zu Beginn seiner Karriere. So präsentierte er sich auf Varieté-Bühnen.

Frührentner zurückziehen – die präventivmedizinische Antinikotinwelle in Bewegung kam, war sein Höhenflug als Heiler nicht mehr zu bremsen.

Tausende von Rauchern pilgerten zu ihm nach Seon, um sich – im Banne seiner pastoralen Erscheinung und seiner sonoren Stimme – durch seine Kräfte von ihrer Sucht befreien zu lassen. Er war der Erste und der Beste auf seinem Gebiet.

Der Ansturm wurde derart gross, dass Hermann Michel für seine bisweilen in Cars anreisenden «Kunden», wie er sie nannte, vor seinem Haus eigens einen grossen Autoparkplatz einrichten und zur Gruppenbehandlung übergehen musste. Die rasche Entwicklung brachte es mit sich, dass er in Notfällen auch via Telefon heilte.

Prominente Patienten Michels Renommee drang in fast aller Herren Länder. So wurde er vom Krebsforschungsinstitut New York nach Amerika gerufen, wo man seine Behandlungstechnik und deren Wirkung wissenschaftlich untersuchte.

An einem internationalen Ärztekongress in Lausanne referierte ein bekannter amerikanischer Mediziner über die Ergebnisse und äusserte seine Verwunderung, dass ein derart begnadeter Mensch in der Schweiz nicht bekannter sei.

Neben Präsident Papadopoulos, Sängerin Maria Callas und König Baudoin von Belgien gehörte auch das italienische Rote Kreuz zu seinen Kunden. Kaum erstaunlich also, dass selbst der damals bekannte Präventivmediziner Professor Meinrad Schär seiner Suggestiv-Antinikotintherapie – zumindest auf kurze Frist – «sehr gute» Heilungserfolge bescheinigte.

Hermann Michel starb nach längerer Krankheit 1979 in Seon. Er hinterliess elf Kinder, von denen vier heute ebenfalls als Heilpraktiker tätig sind. Albert Grimm■

Hermano und Mirin Dajo im Ortsmuseum Wallisellen Die neue Schweizer Wechselausstellung «Medizin, früher und heute» im Ortsmuseum Wallisellen/ZH an der Riedenerstrasse 75 widmet sich neben dem «unverletzbaren Propheten» Mirin Dajo – mit exklusiver Vorführung der Filme seiner schier unglaublichen Durchstechungen – auch dem Wirken von Hermano.

Die Ausstellung ist jeden ersten Sonntag im Monat von 13.30 bis 16.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Auskunft: www.wallisellen.ch

Eine Frau im Kleid tanzt auf einer Bühne.
Ein Mann in einem Anzug sitzt auf einem Stuhl.
Ein Mann in einem Smoking stellt sich für ein Foto.
Ein Mann in einem Anzug schneidet ein anderes Mannes Haar.

Attentat vereitelt!

Bewährtes Team: Pascal Riolo und seine Dolmetscherin Christa Aldea.

Brände in Deutschland, heftigste Kritik an Angela Merkel, Erdbeben – und ein weiterer Medienauftritt von Osama Bin Laden: Dies und noch viel mehr prophezeit Hellseher Pascal Riolo für die nahe Zukunft.

Bereits zum dritten Mal fand am 15./16. Oktober 2005 der «Kongress für Grenzwissen» im bayerischen Regen statt, zu dem auch der Belgier Pascal Riolo eingeladen war. Der 31-jährige Hellseher hatte 2004/2005 nicht zuletzt mit seiner öffentlichen Tsunami-Prophezeiung verblüfft – die kurz danach traurige Realität wurde.

Der Saal im Gasthof zur Alten Post im Ortsteil March war brechend voll, als Pascal die Bühne betrat. Der junge Mann aus der Nähe von Lüttich erzählte dem Publikum dabei Interessantes aus seinem Leben. Doch wollte er auch einiges zeigen.

Pascal bat um absolute Ruhe, damit er in seiner Konzentration nicht gestört würde. Das Publikum folgte seiner Bitte, als er eine Dame aus dem Saal auf die Bühne zu sich bat. Marlis, eine aus der Nähe von Zürich extra wegen ihm angereiste «mysteries»-Leserin, stand vor ihm und sollte nichts anders tun als sich auf den Löffel in seiner Hand zu konzentrieren. Plötzlich begann sich der Löffel zu biegen und brach vor den Augen der Zuschauer entzwei. Als Dankeschön durfte sie den kaputten Löffel, der aus dem lokalen Restaurant stammte, behalten.

Voraussagen fürs neue Jahr Zum Abschluss seines Vortrags machte Pascal einige Voraussagen, die ihm in der Nacht davor als Visionen erschienen: So werde die designierte Bundeskanzlerin Angela Merkel Situationen bewältigen müssen, die sie nur schwer zu beherrschen vermöge. Aus diesen Gründen sei sie heftiger Kritik ausgesetzt, wie sie andere Kanzler nie erfahren hätten.

Für das Jahr 2006 sieht Pascal in Deutschland mehrfach Brände. Er meint aber damit nicht die normalen, fast täglich auftretenden Brandfälle, sondern sieht auch ein grosses Gebäude in Flammen. Das Gebäude liege «am Rande einer Grossstadt unweit eines Wasser, wahrscheinlich eines Flusses, irgendwie zwischen Grossstadt und Wasser. Der Brand wird grossen materiellen Schaden anrichten.»

Eine gute Nachricht für Deutschland sei jedoch aus der Wirtschaft zu erwarten, da sich 2006 die Auftragslage durch eine wachsende Anzahl von Handelsverträgen mit dem Ausland etwas zu verbessern scheine. Zugute käme das vor allem der Industrie und den jeweiligen Firmen.

Im Jahr 2006 werde es in Europa Lebensmittelprobleme geben, vor allem beim Export von Fleisch. Und im ersten und dritten Jahresviertel 2006 sowie zu Beginn 2007 würden vor allem in Europa und Asien Probleme mit Infektionskrankheiten auftreten, die sich grippeähnlich äusserten und vorwiegend die Atemwege beträfen.

Ende 2005 und Anfang 2006 soll es ausserdem zu mehreren Erdbeben kommen: «Davon werden zwei Erdbeben ausserhalb von Europa registriert und in einem Abstand von etwa drei bis fünf Monaten voneinander stattfinden. Das erste davon wird ein warmes Land betreffen, von dem anderen jedoch werden die Menschen überrascht sein, weil es überhaupt nicht zu erwarten ist. Eines dieser beiden wird eine Katastrophe – und viele Menschenleben fordern.»

Attentate – und Bin Laden…

Zum Jahreswechsel werden laut Pascal neue Probleme mit dem Irak auftreten. Obwohl man glaubt, dass sich das Land zu stabilisieren beginnt, fänden erneut militärische Offensiven statt. Auch Osama Bin Laden soll in Kürze erneut in den Medien auftreten. «In den kommenden 12 bis 24 Monaten werden die USA zudem ein weiteres Land militärisch bedrohen.»

Sehr bald soll in Europa auch ein Attentat geplant werden, «das jedoch im letzten Augenblick vereitelt werden kann». Drei bis sieben Personen sollen laut Pascal daran beteiligt sein. «Die Gefahr von Attentaten ist auf keinen Fall gebannt, in den nächsten Jahren werden weitere stattfinden, vor allem auf Gebäude in Europa,Asien und Kleinasien.»

Christa Aldea ■

Zum SS-Protokoll Der Abdruck des Originalbriefs von Heinrich Himmler hat mir eine Gänsehaut verursacht. Gab es dieses Prophezeiungsbuch also doch?! Ich bin gespannt auf die angekündigte Expertise!

Walter Schmid (CH) Subtile, geniale Details?

Schade, dass Sie nur den Artikel vom eher skeptisch eingestellten Forscher Andreas Müller bezüglich des Kornkreises beim Mystery Park veröffentlicht haben, dessen Argumentation auf eher schwachen Indizien beruht, und keinen Auszug der vertieften Untersuchung des Hauptinitiators der grossartigen internationalen Kornkreisausstellung im Mystery Park, des Österreichers Jay Goldner, gebracht haben!

Hinter den behaupteten geometrischen Mängel könnten versteckte, subtile, geniale Details stecken. Noch dazu: Am selben Tag ist in Südengland ein ähnliches Muster erschienen, und es passen einige besondere frühere Kornkreise aus Südengland beziehungsweise bestimmte geometrische Figuren zu dem vor dem Park erschienenen! Könnte es nicht auch eine Art Dankeschön der echten (interdimensionalen?) Kornkreismacher an Jay und mich sein, diese besondere Ausstellung innerhalb kurzer Zeit auf die Beine gestellt zu haben?

Günther Schermann (A) www.kornkreiswelt.at Hocherfreut Hocherfreut war ich über den Beitrag «Sgrena-Affaire: US-Lügenstory aufgeflogen». Weiter so, liebes «Mysteries»- Team! Es tut sehr gut und lässt hoffen, bei Ihnen etwas zu lesen, was die Masse der Lizenz- und Systempresse sich nicht wagt überhaupt zu denken, geschweige denn zu schreiben.

Wilfried Zelder (D) Mumifizierter Zwerg im Iran ausgegraben «Sakrileg» ein Plagiat?

Vogelgrippe ein Phantom?

Grösster Gras-Kreis der Schweiz verblüfft Experten Neues Ungemach für Dan Brown (Bild): Der Bestseller-Autor («Sakrileg») wird des Plagiats beschuldigt. Ausgerechnet von Michael Baigent und Richard Leigh («Der heilige Gral und seine Erben»), die er in seinem Roman ausdrücklich zitiert. Die Gerichtsverhandlung soll in Kürze stattfinden. Je nach Ausgang könnte sich damit auch der geplante Premierentermin der Buchverfilmung im Mai 2006 verschieben. Baigent und Leigh: «Brown hat unserer Material ruiniert.»

Einen reichlich merkwürdigen Fund bekamen iranische Journalisten am 29. Oktober zu Gesicht: Stolz präsentierte ihnen Polizei-Chef Hamid Gorizan (Bild) einen 25 Zentimeter kleinen mumifizierten Gnom. Laut Gorizan soll die Kreatur rund 1000 Jahre alt sein und bei illegalen Ausgrabungen in der Festung von Gudiz bei Shahdad in der Provinz Kerman zum Vorschein gekommen sein. Die Behörden hätten sich im Sommer 2005 als Interessenten getarnt, das Wesen erworben und die Ausgräber dann verhaftet. Diese hätten vorgehabt, es für drei Millionen Dollar in Deutschland zu verschachern. Involviert ist auch Irans «Cultural Heritage and Tourism Organization» (ICHTO). Ihr zufolge sind trotz forensischen Analysen bislang weder das Geschlecht des Wesens noch dessen Alter bekannt. Die Mumifizierung sei wohl auf natürlichem Wege zustande gekommen.

Medizinanalyst Stefan Lanka verärgert einmal mehr die medizinische Fachwelt. In der Berliner «Tageszeitung» (taz) bezeichnete er die Vogelgrippe unlängst als Phantom: «Es gibt keine einzige wissenschaftliche Publikation, in der behauptet wird, dass das Virus direkt nachgewiesen wäre. Alle Belege für H5N1 sind Versuche, das Virus indirekt im Reagenzglas nachzuweisen, weil das Virus selbst nie gesehen und isolierbar wurde.» Sämtliche Virus-Fotos von H5N1 seien «Zellkultur-Artefakte». Lanka: «Die Krankheitsbilder sind natürlich real. Aber es gibt keinen Grund anzunehmen, dass man zur Erklärung ein Virus benötigt.»

Aufregung bei der Kornkreis-Forschergruppe KORE's: Am 30. September 2005 wurde ihr der bislang «grösste und komplexeste Graskreis» gemeldet, der bisher je in der Schweiz registriert wurde. Aufgefunden wurde die Formation (Durchmesser: 30 Meter) in Niederscherli (Bern) – in einer 18 Grad geneigten Wiese. Dazu Thomas Peterlunger von KORE's. «Wir fanden keine Spuren von Fälschern. Das hohe Gras wurde auf 10 Zentimeter heruntergedrückt. Wodurch, ist nach wie vor ein Rätsel. Die Pflanzen sind weder an der Wurzel noch an den Blättern sichtbar geschädigt.»

Ein schwarz-weißes Bild eines Skeletts.
Ein Mann lächelt auf einem schwarz-weißen Foto.
Ein schwarz-weißes Foto eines Erntekreises in einem Feld.
Ein Mann in Uniform sitzt vor einem Mikrofon.
Ein schwarz-weißes Bild eines Sterns.
Ein Mann mit Brillen lächelt auf die Kamera.
Ein schwarz-weißes Foto von Eisbergen, die im Ozean schweben.

Weist ein noch unentdecktes Hakenkreuz-Wäldchen den Weg zu einem vergessenen Nazi-Schatz? Nach wie vor ist unklar, was mit dem Gold geschah, das sich in der Transportmaschine der Führerstaffel befunden haben soll, die am 21. April 1945 bei Börnersdorf abstürzte.

Montag, 25. April 1983: Stolz präsentiert die Redaktion des «Stern» auf einer Pressekonferenz den Medienvertretern aus aller Welt eine «historische Sensation»: Rund 60 Tagebücher des Nazi-Diktators Adolf Hitler – aufgespürt vom Reporter Gerd Heidemann.

Und der wusste eine abenteuerliche Geschichte über die Entdeckung zu verbreiten. Demnach wurden die teils mit Reichsadler und Hakenkreuz versiegelten A4-Kladden kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs aus einem Flugzeugwrack bei Börnersdorf, südöstlich von Dresden, geborgen.

Wenige Tage später steht fest: Die Kunstlederbände sind Fälschungen, die das Papier nicht wert sind, auf dem die Tinte verschrieben wurde. Der «grösste Zeitungs-Coup der Nachkriegsgeschichte» gerät zum grössten Medien-Flop aller Zeiten. Der Rest ist Geschichte. Heidemann und der eigentliche Fälscher, Konrad Kujau, wurden vor Gericht gestellt.

Doch was hatte es mit dem ominösen Flugzeugwrack auf sich, das Heidemann erwähnte? Das Börnersdorfer Wrack war gen sollte.

«Der Pulk sollte Personal und Akten aus der Reichshauptstadt ausfliegen.»

1983 längst nicht mehr an Ort und Stelle. Aber der Crash hatte tatsächlich stattgefunden.

Das belegen verwitterte Holzkreuze auf dem Friedhof der kleinen Gemeinde. Eines der aufgeschlagenen Emailletäfelchen trägt die Inschrift: «Friedrich Gundlfinger, Flugzeugführer». Die zugehörige Sterbeurkunde wurde vom Börnersdorfer Standesamt ordnungsgemäss unter der amtlichen Registriernummer 16/45 ausgestellt.

Gundlfinger war Fliegermajor und in jenen letzten Tagen des «tausendjährigen Reichs» Angehöriger der Führer-Flugstaffel. Laut seinem Chef, dem Hitler-Piloten Hans Baur, gehörte sein Transportflugzeug Ju 352 zu einem Pulk von zehn Maschinen, der Personal und Akten aus der sterbenden Reichshauptstadt ausflie- Ziel der Rotte war Ainring bei Salzburg. «Von allen Maschinen», so Baur, «bekamen wir noch in der Nacht oder in den Morgenstunden Lagemeldungen, von Gundlfingers nicht.»

Und weiter schreibt Baur in seinem Buch «Ich flog die Mächtigsten der Welt»: Eigenen Recherchen zufolge sei der Major «am 25. April 1945 von amerikanischen Jägern über dem Bayerischen Wald abgeschossen worden».

Nur Einer überlebte Die Wahrheit sieht etwas anders aus – sie ist bei der Berliner Wehrmachtsauskunftsstelle festgehalten. Deren Unterlagen zufolge ist Gundlfingers Maschine bereits in den frühen Morgenstunden des 21. April abgestürzt, im «Heidenholz» bei Börnersdorf.

Nur ein Mitglied der Besatzung überlebte die Katastrophe: Franz Westermaier, der Bordschütze der Ju 352. Ob er wusste, was sich tatsächlich in der Transportmaschine befand? Falls ja, hat er sein Wissen für sich behalten. Jedenfalls ist niemand bekannt, den er bis zu seinem Tode 1980 darüber ins Vertrauen gezogen hätte. Nur so viel ist sicher: Die vermeintlichen Tagebücher Hitlers können es mit Sicherheit nicht gewesen sein.

Dennoch löste der in jenen Zeiten durchaus «alltägliche» Absturz des Transportfliegers hektische Aktivitäten aus, wie das Nachrichtenmagazin «Spiegel» 1983 ermittelte. Ein namentlich nicht genannter Angehöriger eines Pionierersatzbataillons der Waffen-SS erklärte gegenüber dem Hamburger Magazin: «Morgens gegen halb sieben kam die Meldung rein, da sei eine Maschine abgestürzt.»

In der irrigen Annahme, die Russen hätten offenbar eine militärische Landung unternommen, erhielt der SS-Oberjunker den Befehl, mit einem Dutzend Männer die Lage zu sondieren.

Tatsächlich traf der Trupp alsbald auf die Absturzstelle, an der sich bereits Fremdarbeiter und Kriegsgefangene von einem nahegelegenen Gutshof eingefunden hatten. An dem Wrack war nach Auskunft des Börnersdorfer Ortsvorstehers «noch niemand dran gewesen».

«Da ist Gold drin gewesen» Dem war längst nicht so, wie sich Erwin Göbel, der Sohn des verstorbenen Bürgermeisters erinnert: «Da ist Gold drin gewesen, in der Maschine… Ist doch alles hier herumgeflogen.» Und ergänzend fügte er an: «Viele haben sich etwas geholt und sich daran gesundgestossen.»

Auch der Börnersdorfer Bauer Richard Elbe berichtete den Journalisten, dass ein paar Leute im Dorf Goldbarren nach dem Absturz hatten. Aber natürlich sind die «schon lange tot».

Den Reibach aber scheint das herbeigeeilte SS-Kommando gemacht zu haben. Jedenfalls nach Aussage des anonymen «Spiegel»-Informanten. Dem Trupp gelang es, 140 kleine Holzkisten mit jeweils vier Goldbarren» zu bergen. «Auf die Kisten», führte der Oberjunker 1983 weiter aus, «war ‹Deutsche Reichsbank› eingebrannt.»

Sechs oder sieben Holzkisten öffneten die Männer der Waffen-SS noch an Ort und Stelle. Nur um den Inhalt zu prüfen?

Wir wissen es nicht. Der Junker jedenfalls behauptete, dass die wertvolle Ladung noch am gleichen Abend in die Dresdner Pionierkaserne transportiert wurde.

«Sechs oder sieben Tage später», als es allmählich Zeit wurde, vor den näher rückenden russischen Einheiten Reissaus zu nehmen, wurden die Goldkisten etwa «150 Meter hinter dem Führungskasino vergraben». Um die Stelle nach dem «Zur Markierung wurden Bäume in Hakenkreuz-Formation gepflanzt.»

«Endsieg» wiederzufinden, bepflanzten die SS-Männer sie mit Bäumen in Hakenkreuzformation.

Weshalb aber liessen die Soldaten den Schatz bei Dresden überhaupt zurück?

Und weshalb pflanzten sie junge Bäumchen über dem Versteck an – noch dazu in Hakenkreuz-Formation?

Hätten die jungen Pflänzchen dem vorrückenden Feind nicht verdächtig erscheinen müssen – selbst wenn die Struktur aus der Luft noch nicht zu erkennen gewesen wäre?

Sicher ist: «Hakenkreuz-Wälder» wurden in der damaligen Zeit tatsächlich angelegt.

Zum Beispiel bei Zernikow (Uckermark). Dort hatte man 1938 rund 100 Lärchen in einem Kiefernwald angepflanzt. Erst 1992 wurde das Symbol aus der Luft entdeckt – und mittlerweile abgeholzt.

Mit Absicht geblufft?

Auch aus Hessen wurden ähnliche «botanische» Nazi-Symbole gemeldet. Allerdings dienten sie nach bisherigem Wissen in keinem Fall zur Markierung eines Versteckes. Insofern stellt sich die Frage nach der Glaubwürdigkeit des SS-Pioniers.

Unzweifelhaft ist bei Börnersdorf eine Transportmaschine der Führer-Staffel zerschellt. Und ebenso sicher ist, dass sie Barren-Gold in beträchtlicher Menge an Bord mitführte. Das belegen die unabhängigen Zeugenaussagen. Doch die Angaben über den Verbleib des Edelmetalls bleiben umstritten.

Wollte man den wahren Verbleib des Goldes mit einer «Täuschungsstory» kaschieren? Fiel der Hort letztlich doch den Russen in die Hände? Oder sagte der Zeuge am Ende doch die Wahrheit? Und wartet in diesem Fall womöglich noch ein weiterer Hakenkreuzwald – samt Goldschatz – auf seine Entdeckung aus der Luft?

Carl Hulot ■

Ein schwarz-weißes Foto von Bäumen im Wald.

Auszug aus der Patentschrift von Muammer Jildiz (21. Oktober 2004). Seine Maschine wurde bereits getestet.

Ein türkischer Erfinder will das Perpetuum mobile erfunden haben. Das Erstaunliche: Ein Fachmann der Uni Eindhoven kommt nach eingehenden Tests zum Schluss, dass die Maschine tatsächlich funktioniert!

Adolf Schneider und seine Frau Inge staunten nicht schlecht: Am 22. Oktober 2005 konnten die beiden als Vertreter ihres Fachmagazins NET-Journal in Dortmund bei einer exklusiven Demonstration eines so genannten «Perpetuum mobile» teilnehmen.

Unter den Augen von rund 50 Leuten – darunter mehrere Professoren – wurde dabei vom Erfinder während einiger Sekunden eine externe Starterbatterie an das rund 25 Kilo schwere Wunderding angehängt.

Nachdem diese wieder abgekoppelt war, lief seine Maschine eineinhalb Stunden autonom und speiste kontinuierlich eine 30-W-Autolampe mit Strom. Dadurch, dass sie in einem Alu-Koffer untergebracht war, konnte eine versteckte Stromzufuhr ausgeschlossen werden.

Vorgesehen war, dass die Maschine unaufhaltsam bis um Mitternacht weiter laufen sollte», wie die Schneiders berichten.

«Dies war dann nicht möglich, weil ein Lager unrund lief.»

Der türkische Erfinder, Muammer Jildiz, behauptet, dass in der Maschine keine Batterie eingebaut sei, sondern eine unbekannte Energiequelle. Er soll das System in der Türkei bereits in Elektroscootern Blick ins Innere der Maschine.

eingebaut haben, die anschliessend ohne Treibstoff fuhren.

Dazu Adolf und Inge Schneider: «Da der Erfinder die Maschine durch an der Demo anwesende Spezialisten des Fraunhofer-Instituts Oberhausen in einem 7-Tage-Test prüfen lassen will und die Maschine für diesen Zweck sogar geöffnet werden soll, kann Betrug ausgeschlossen werden.»

Uni-Mitarbeiter verblüfft Der Erfinder ist nicht ganz unbekannt. Er hatte im Sommer 2005 Kontakt mit dem Philips-Konzern, der das System Ende Juli in der Türkei bereits von Dr. J. L. Duarte von der Universität Eindhoven überprüfen lassen liess. Dieser stellte in einem fünfstündigen Dauertest die autonome Funktion des Geräts fest. Duarte war an der Demo vom 22. Oktober ebenfalls anwesend und stellte das Gerät mit sichtbarer Begeisterung vor.

Seine fünfseitige Analyse liegt «mysteries» vor. Sie ist insofern erstaunlich, als ein ausgewiesener Fachmann darin mit seinem Namen für eine Maschine bürgt, die es nach den gängigen Gesetzen der Physik eigentlich gar nicht geben dürfte.

Am 29. Oktober 2005 sollte die Maschine an einer grossen Medienkonferenz nochmals vorgestellt werden, ehe sie im Fraunhofer-Institut in Oberhausen getestet werden sollte – unter Leitung des Diplomphysikers Thorsten Wack.

Aus gesundheitlichen Gründen musste die Präsentation leider kurzfristig verschoben werden. Ein neuer Termin soll den Medien in Kürze bekannt gegeben werden.

red. ■

ein schwarz-weißes Foto einer Kiste mit den Buchstaben bsmh darauf
ein Papier mit einem Haufen Worten darauf

Herbig-Verlag, München 2003 Preis-Hit: EUR 9.95, SFr. 18.20!

Sprechende Statuen, Funkgeräte und elektrische Lampen – vor Jahrtausenden: Uralte Schriften unserer Historiker beschreiben fantastische technologische Wunderwerke.

Wer drückte unseren Vorfahren modernste Apparaturen in die Hand, noch ehe diese erfunden wurden? Bislang unveröffentlichte Texte und Dutzende von Originalzitaten enthüllen die Präsenz eines geheimnisvollen Phantoms.

Kopp-Verlag, Rottenburg 2003 ISBN: 3930219670 EUR 19.90, SFr. 33.60 NASA-Held verblüfft an Sensations-Fund Militär-Experiment

Ein Schiff in der Mitte des Ozeans.
Hinter einer Pyramide sieht man eine große weiße Sonne.
Ein Buchcover mit einem Mann, der ein Buch ansieht.
Ein Buchcover mit einem Gesicht und dem Namen Luc Buringin.
Ein Mann stellt sich für ein Bild in einer Bibliothek auf.

Vier vergilbte Pergamentblätter. Bedeckt mit faszinierenden farbigen Glyphen. Und einer Botschaft, die manchen nicht gefallen dürfte. Noch weiss nicht einmal die Fachwelt um die Existenz dieses präkolumbianischen Codex. «mysteries» veröffentlicht zum ersten Mal exklusive Bilder der Kostbarkeit, die für erbitterte Kontroversen sorgen dürfte. Denn ihr Inhalt enthält laut Archäologe Neil Steede christliche Anleihen – und das noch vor Ankunft der spanischen Eroberer!

von Luc Bürgin Die vierseitige Bilderschrift misst rund 30 mal 120 Zentimeter. Bis auf eine fehlende Stelle am oberen linken Ecken der ersten Seite und einige kleine Löcher ist sie nahezu komplett. Das gesamte numerische «Layout» der Bildersymbole basiert auf der Zahl 5 – der Nummer des Planeten Venus, der wiederum den Gott Quetzalcoatl symbolisiert.

Der altindianische Codex stammt aus dem nördlichen Mesoamerika – aus dem Staat Tlaxcala in Mexico. Allein schon seine Existenz kommt einer Sensation gleich. Schliesslich verteufelten die spanischen Eroberer ab 1521 jede Schrift der Einheimischen, derer sie habhaft wurden.

In blindem Eifer übergaben sie das kulturelle Erbe der Indianer dem Feuer. Hunderte kostbare Überlieferungen – verloren in alle Ewigkeit.

Wertvolle Einblicke in das komplizierte religiöse Weltbild der mysteriösen Völker boten bisher nicht zuletzt vier faltbare, originale Bilderschriften der Maya, welche die Zerstörungswut der Eroberer wie durch ein Wunder überstanden:

  • «Codex Tro-Cortesianus» (Madrid),
  • «Codex Peresianus» (Paris),
  • «Codex Grolier» (Fragment),
  • «Codex Dresdenenis» (Dresden).

Nun kommt überraschend ein weiterer Pergamenttext dazu – der so genannte «Covenant Codex». Entdeckt und untersucht wurde er vom Archäologen Neil Steede. Noch lässt der Amerikaner indes nur wenige Informationen dazu an die Öffentlichkeit dringen. «Zum ersten Mal damit konfrontiert wurde ich während meiner Zeit an der University of the Ame-Archäologe Neil Steede. Der Amerikaner gräbt seit Jahrzehnten in aller Welt nach uralten Relikten. (Foto: Tatjana Ingold) ricas», erzählt er. «Zwar konnte ich den Codex damals nicht persönlich in Augenschein nehmen, erhielt aber immerhin eine Beschreibung davon.»

Wie ein Schatz gehütet Aufbewahrt wurde der Codex offenbar über Jahrhunderte von den Stammesweisen der Einheimischen. Erst jetzt sei er auch Aussenstehenden zugänglich. Steede: «Seit der Wiederentdeckung des Codex habe ich alle involvierten Personen interviewt, was mich vom Ursprung des Codex überzeugt hat.»

Das wertvolle Stück besteht laut Steede aus gekämmten Sisal-Fasern, die von einer Art Kleisterschicht («shell plaster») bedeckt worden seien: «Die ‹Scharniere› oder ‹Falten› des Codex bestehen aus Streifen gekreuzter Sisal-Fasern, gemischt mit Seidenfasern, eingebettet in die Kleisterschicht.»

Abgefasst seien die Glyphen in «Cholula Pueblan», auch bekannt als «Cholulan Mixtec»: «Sie stehen in Verbindung mit dem Text, den man im klassischen Teotihuacan und Cholula selber fand. Die meisten mesoamerikanischen Archäologen datieren seine Verwendung in die Region um Cholula, um 600 bis 900 n. Chr.Allerdings «Labor-Tests deuten auf eine Entstehung vor der spanischen Invasion.»

gibt es eine wachsende Anzahl an Archäologen und Epigraphen, welche dieses Datum auf 200 bis 500 nach Christus zurückgesetzt sehen wollen.»

Handelt es sich um eine Fälschung?

Nein, winkt Steede ab. Erste Labor-Untersuchungen der verwendeten Textilien würden klar darauf hindeuten, dass der Covenant Codex noch vor der spanischen Invasion gefertigt worden sein dürfte.

Das ist insofern brisant, als er laut Steede als einziger bekannter präkolumbianischer Codex seiner Art überhaupt eine Erzählung beinhaltet – eine Art Plädoyer für die Quetzalcoatl- und gegen die Jaguar-Religion. Wobei sich darin klare Anleihen zu Jesus Christus, zum Auferstehungsgedanken und zum jüngsten Gericht finden, wie eine erste Übersetzung zeigt, die «mysteries» vorliegt.

Besonders pikant: Der letzte Abschnitt des Codex soll eine Art Duplikat des 21.

Kapitels des neutestamentarischen Offenbarungsbuches beinhalten. «Dieses Kapitel wird von der Katholischen Kirche seit der Zeit von Eusebius um 315 n. Chr. nicht mehr unterrichtet», wie Steede betont.

«Das wiederum bedeutet, dass die ersten Christen den amerikanischen Kontinent bereits vorher erreicht haben dürften.»

Ein altmexikanischer Codex mit

Wird der schlimmste Alptraum wahr? Hinter den politischen Kulissen bereitet sich der Bush-Clan bereits auf das Amtsende von George Junior im Jahre 2008 vor. In seine Fussstapfen treten soll Bruder Jeb – amtierender Gouverneur von Florida. Im schlimmsten Fall könnte Jeb das Präsidentschaftsamt bis 2016 inne haben. Und die Welt damit wohl endgültig ins Chaos stürzen. Seine kürzlichen Äusserungen über den «mystischen Krieger Chang» lassen jedenfalls Übles befürchten…

von Sven Berger Noch drei Jahre. Dann endet die Amtszeit von George W. Bush. Drei Jahre, in denen der amerikanische Präsident mit Sicherheit noch allerlei Katastrophen anzetteln wird. Doch dann nimmt die Bush-Ära unwiderruflich ihr Ende und die Welt kann wieder aufatmen – oder doch nicht?

Polit-Insidern jedenfalls schwant bereits Böses – denn da ist noch Jeb Bush, Bruder des Präsidenten und amtierender Gouverneur von Florida.

Wird er als Kriegstreiber die unrühmliche Ära seiner Familie 2009 fortsetzen und für das Präsidentschaftsamt kandidieren?

«Nein mit Sicherheit nicht», winkte Jeb noch am 17. Oktober 2004 gegenüber dem Fernsehsender ABC ab. «Ich habe daran kein Interesse. Ich werde meine Amtszeit ordnungsgemäss beenden.»

Wieder im Rennen…

So weit so gut. Die schlechte Nachricht: Erstens endet seine Amtszeit in Florida bereits 2006 – er hätte also reichlich Zeit, um seinen Wahlkampf vorzubereiten. Und zweitens brachte Ken Mehlman Bushs Bruder bereits im Dezember 2004 wieder ins Rennen.

An einem Treffen mit der Chefetage der «Washington Times» nannte der Chairman des Republic National Committee acht potenzielle Präsidentschaftskandidaten beim Namen: Bill Frist, George Allen, Bill Owens, John McCain, Mitt Romney, George Pataki, Rudy Giuliani – und eben Jeb Bush.

Die Crux: Mehlman arbeitet für George Bush. Dazu der israelisch-amerikani- Das neuste Bild des Bush-Clans. Zufall oder Absicht, dass Jeb Bush (vorne rechts) am grössten von allen wirkt?

sche Polit-Insider Zev Chafets: «Wäre der Bruder des Präsidenten tatsächlich aus dem Rennen, hätte ihn Mehlman bestimmt nicht erwähnt.» Doch hätte der Mann tatsächlich eine Chance, gewählt zu werden? Ja, meint Chafets: «Wenn George Bush 2008 in den USA erfolgreich und populär agiert, werden sich viele Republikaner eine weitere Bush-Ära wünschen.»

Sicher ist: Jeb ist weitaus cleverer, sensibler und ehrgeiziger als sein älterer Bruder. Seine Schulabschlüsse absolvierte er in Rekordzeit. Und während sein Bruder in jungen Jahren vor allem dem Alkohol zusprach, legte sich Jeb bereits mit 21 Jahren fest – und heiratete.

In Konkurrenz mit dem Bruder Nur in politischer Hinsicht war ihm George stets eine Nasenlänge voraus: Während dieser 1994 zum Gouverneur von Texas gewählt wurde, verlor Jeb die Wahl in Florida.

Erst vier Jahre später war ihm derselbe Erfolg gegönnt. Doch dann dauerte es nur gerade zwei Jahre und Bruder George war Präsident.

Gut möglich, dass Jeb gleichziehen möchte. Jedenfalls soll es ihn mehr als ein- «Jebs Wahl-Betrug wurde von den US-Medien totgeschwiegen.»

mal gewurmt haben, dass sein Bruder politisch gesehen mit Glück mehr erreichte als er mit harter Arbeit. Umso mehr, als es nicht zuletzt ihm zu verdanken war, dass George Bush im Jahr 2001 überhaupt an die Macht kam.

Gerade mal rund 500 Stimmen fehlten Gegenkandidat Al Gore damals im alles entscheidenden Bundesstaat Florida nach einem schier endlosen Rechtsstreit zum Wahlsieg.

Möglich machte dies ein taktischer Schachzug von Jeb Bush. Der liess in seiner Funktion als Gouverneur von Florida im November 2000 nämlich kurzerhand 58’000 Wähler aus den örtlichen Verzeichnissen streichen. Begründung: Als Kriminelle hätten sie in seinem Staat kein Wahlrecht, wurde behauptet.

Zu Unrecht!

Erst nach der Wahl sollte sich offiziell herausstellen, dass ihre Namen zu Unrecht gestrichen worden waren – nach geltendem Gesetz von Florida wären alle von ihnen wahlberechtigt gewesen. Bezeichnend: Es handelte sich dabei um Afroamerikaner, weisse und hispanische Demokraten. Stimmen also, die Herausforderer Al Gore auf sich vereint hätte.

Dazu der US-Journalist Greg Palast: «Drei Wochen nach den Wahlen kam diese aussergewöhnliche Story, wie sie es verdient hatte, auf die Titelseite der einflussreichsten Zeitung des Landes. Unglücklicherweise aber im falschen Land: in Grossbritannien.

In den Vereinigten Staaten suchte man Mit allen Wassern gewaschen. Jeb Bush bei einem seiner öffentlichen Auftritte.

sie vergebens. Sie schaffte es noch nicht einmal auf die Nachrichtenseiten. Im Fernsehen wurde die Story von einem grossen Sender publik gemacht – aber ebenfalls im falschen Land – vom britischen Fernsehen, der BBC.»

Sicher ist: Wenn es um die Erhaltung ihrer Macht geht, stehen die Bushs zusammen – auf Tod und Teufel. Was liegt da näher, als Jeb als Nächsten an die Spitze zu hieven, nachdem er für die Familienehre sogar das Risiko einging, geltendes Recht zu verletzen und damit seine eigene Karriere aufs Spiel setzte?

Weichen sind längst gestellt Innerhalb des Clans ist das Thema jedenfalls bereits besprochen worden, wie Peter und Rochelle Schweizer wissen.

Während vier Jahren arbeiteten sie an einem Buch über die Bushs, für das sie unzählige Interviews mit Insidern und Familienmitgliedern führten. Ihre Vermutung: Die Weichen für Jebs Kandidatur sind längst gestellt.

So habe man etwa mit Vizepräsident Dick Cheney bewusst einem Mann prote- «Jeb sollte seine Finanzprobleme regeln, im Hinblick auf eine Kandidatur.»

giert, dessen hohes Alter und labile Gesundheit eine spätere Kandidatur ausschlössen, wie sie unter anderem zu bedenken geben.

Ausserdem sei Jeb von seiner Familie ans Herz gelegt worden, seine finanziellen Probleme zu regeln – um später nicht dafür angeprangert werden zu können, wie Mutter Bush zu Protokoll gab.

Und dann ist da noch die mysteriöse Verquickung der Bushs mit dem politisch orientierten Geheimorden «Skull & Bones» und ihr Hang zu okkulter Symbolik.

Mysteriöse Rituale, die Jeb offenbar mit seinen Familienangehörigen teilt. Wie sonst lässt sich seine seltsame Geste im September 2005 erklären, als er dem neuen republikanischen Sprecher des Repräsentantenhaus, Marco Rubio, zum Amtsantritt ein goldenes Schwert in die Hände drückte?

Noch kurioser: Mit dem Ausspruch «Lass uns Chang entfesseln!» brachte er bei dieser Gelegenheit einen «imaginären Gefährten» ins Spiel, der in den Ritualen des Bush-Clans offenbar eine gewichtige Rolle spielt. Jebs Erläuterungen sorgten unter den Anwesenden trotz Applaus denn auch für einige Verwirrung.

«Mystischer Krieger» Der Gouverneur wörtlich: «Chang ist ein mystischer Krieger. Chang ist jemand, der an konservative Prinzipien glaubt, ebenso wie an unternehmerischen Kapitalismus. Und er glaubt auch an moralische Werte, die eine freie Gesellschaft untermauern. In meinem öffentlichen Leben vertraue ich ohne Unterlass auf Chang. Er war an meiner Seite – und manchmal habe ich ihn im Stich gelassen. Aber Chang, dieser mystische Krieger, hat mich nie im Stich gelassen.»

Dann zückte Jeb das Schwert, blickte Rubio in die Augen und fügte an: «Ich werde Dir jetzt das Schwert eines grossartigen konservativen Kämpfers verleihen.» Was er damit wohl gemeint hat?

Findige Köpfe erinnerten sich bald an ähnliche Aussprüche von Bushs Vaters, dem ehemaligen Präsidenten, der die USA von 1989 bis 1993 regierte. Auch er hatte Ende der Achtzigerjahre nach seinem Amtsantritt dieselbe Redewendung gebraucht – wenn es beim Tennisspielen galt, seine Gegner einzuschüchtern. «Entfesselt Chang!» soll er dann jeweils vielsagend geraunt habt.

Eine Anspielung auf den brutalen chinesischen Nationalisten und Machthaber Chiang Kai-Shek, wie manche munkeln?

Ein Insider-Slogan aus der Zeit des Kalten Krieges, mit dem es dem späteren Diktator von Taiwan von den USA «erlaubt» werden sollte, die Kommunisten wieder aus China zu vertreiben? Vielleicht. Vielleicht steckt aber auch etwas anderes dahinter.

Rituale haben in der Bush-Familie jedenfalls eine lange Tradition. Ebenso wie Lügen. Insofern ist es nur bedingt be-

Ein Mann und eine Frau stehen zusammen in einem schwarz-weißen Foto.
Ein Mann, der ein Schwert vor einem anderen hält.
Ein T-Shirt mit dem Wort Jeb darauf
Ein Hemd, auf dem steht: "Jeb President 2008".
Ein Fabrikschornstein, der Rauch in die Luft spuckt.

«Geistwesen» begleiten ihn auf Schritt und Tritt. Er prophezeite dem Arzt von Stevie Wonders Ex-Frau deren Ableben auf die Minute. Und er vermittelt seinen Klienten seit 30 Jahren Kontakte zum Jenseits. Bereits mit 37 Jahren ernannte ihn die offiziell anerkannte spiritualistische Kirche von England zum «Minister», also zu ihrem offiziellen geistlichen Vertreter. Damit war Bill Coller das jüngste Medium, das je diesen Titel erhielt. «mysteries» unterhielt sich mit ihm anlässlich der Basler Psi-Tage.

von Patrizia Derungs Am 5. Februar 1979 wird Hans Lenzlinger in seiner abhörsicheren Villa in Zürich-Höngg ermordet aufgefunden. Lenzlinger, der zahlreiche Kontakte zur Zürcher Halb-und Unterwelt unterhielt, hatte sich in den 70er-Jahren auf das Geschäft der kommerziellen Fluchthilfe spezialisiert. Bis zu seinem Tod verhalf er Hunderten von Menschen zur Flucht aus der DDR.

Der Fall Lenzlinger beschäftigte sowohl die Polizei als auch die Medien. Es wurde gemunkelt, dass die ostdeutsche Staatssicherheit für den Mord verantwortlich sei. Beweisen liess sich das allerdings nicht.

1981 wurde das Ermittlungsverfahren im Fall Lenzlinger eingestellt.

Vier Jahre später, im Sommer 1985, erscheint in München eine elegant gekleidete Dame zu einer Sitzung beim schottischen Medium Bill Coller. Coller hat, wie immer, keinerlei Informationen über seine Klientin und kennt nicht einmal deren Namen. Eine Vorsichtsmassnahme, mit der er verhindern will, dass persönliche Vorstellungen seine Kommunikation mit der geistigen Welt beeinflussen, wie er betont. «Ich habe Kontakt zu einem verstorbenen Freund von Ihnen», teilt Bill Coller seiner Klientin mit. «Er sagt, sein Name sei Hans Lenzlinger.

Und er sagt auch, dass er von der Stasi ermordet worden sei.»

Es folgen weitere Informationen.

Dann verabschiedet sich das Medium von seiner Klientin.

Unerwarteter Anruf Einige Monate später in Zürich: Bill Coller weilt auf Besuch bei seinem Freund Hansueli Nabholz, als am späten Abend das Telefon klingelt. «Für Dich. Jemand aus Deutschland», sagt Nabholz und streckt seinem Freund den Hörer entgegen.

«Unmöglich, es weiss keiner, dass ich hier bin!» Doch Bill Coller wird eines Besseren belehrt. «Sie haben im Fall Lenzlinger genug getan», sagt eine Stimme am anderen Ende der Leitung. «Entweder Sie lassen die Finger davon, oder Sie werden es bereuen.»

Achtzehn Jahre später erscheint eine Informationsbroschüre des Schweizer Nachrichtendienstes, in der zu lesen ist, dass es «kaum Zweifel» darüber gäbe, dass «der Mord am erfolgreichen Fluchthelfer Hans Lenzlinger auf das Konto der ostdeutschen Staatssicherheit (Stasi) ging». Beweise dafür gibt es bis heute keine. Bill Coller braucht sie auch nicht.

«Kann sich ein Medium eine eindrücklichere Bestätigung für seine Aussagen wünschen als so ein Telefonat?» scherzt der ehemalige Maschinenbauingenieur und Unternehmensberater, der heute auf eine 30-jährige Karriere als Medium zurückblickt.

Seiner Berufung gefolgt Vor sieben Jahren hat Coller seinen lukrativen Job als Unternehmensberater definitiv an den Nagel gehängt, um seiner Berufung zu folgen. Seither ist der 54jährige Vater von vier erwachsenen Kindern elf Monate im Jahr unterwegs. In Europa, Südafrika, USA und Australien und im Herbst vor allem in der Schweiz, wo er auch als Referent und Berater an den Basler Psi-Tagen teilnimmt.

Die privaten Beratungssitzungen, die Coller seit über zwanzig Jahren am Basler Psi-Kongress durchführt, sind jeweils schon Wochen vor Kongressbeginn ausgebucht. So auch in diesem Herbst.

Bill Coller hat einen langen Tag hinter sich. Wir sitzen in einem Basler Restaurant und trinken Kaffee. Der Schotte krempelt die Ärmel seines Jeanshemdes herunter. Mit seiner feinen, fast faltenlosen Haut, wirkt er jünger, als er ist. Seine hellbraunen Haare reichen ihm bis auf die Schultern. Ein Luxus, den er sich leisten kann, seitdem er nicht mehr als Unternehmensberater tätig ist.

Coller erzählt von seiner Grossmutter Helen Cook. Eine kleine aber robuste Frau sei sie gewesen, erinnert er sich, mit einem eisernem Willen und einer besonderen Bill Coller. Unzähligen konnte er mit seinen übersinnlichen Fähigkeiten schon helfen.

Begabung. «Ich weiss nicht, was ich ohne sie getan hätte.»

Als er im Alter von 20 Jahren zum ersten Mal «in Kontakt mit der geistigen «Was würden Sie sagen, wenn plötzlich ein Indianer in Ihrem Schlafzimmer steht?»

Welt» kam, habe er vor allem eines gehabt: Angst. «Was würden Sie sagen, wenn plötzlich ein Indianer in Ihrem Schlafzimmer steht, und das in voller Montur und Lebensgrösse?»

Fluchtartig verliess Coller damals sein Schlafzimmer. Als er sich wieder zurück wagte, stand der Indianer noch immer da.

«Was willst Du?» fragte ihn Bill verwirrt. «Ich bin hier, um Dir zu sagen, dass sich Dein Leben ändern wird», antwortete der Indianer.

Bill Coller verbrachte die folgende Nacht auf seinem Sofa. Er rührte keinen Alkohol mehr an, in der Hoffnung, dass die «Halluzinationen» verschwinden würden. Doch sie wurden immer stärker. Wo er auch stand und ging, erschienen ihm Wesen aus der «anderen» Welt.

Coller befürchtete, verrückt zu werden.

Nach eineinhalb Jahren war er mit den Nerven am Ende. Endlich beschloss, er seine Mutter ins Vertrauen zu ziehen.

«Geh zu Deiner Grossmutter», riet ihm diese. «Sie kann Dir helfen. Sie ist auch ein Medium.» «Wieso auch?» entgegnete Auftritt an den Basler Psi-Tagen 2005. Bill Coller (r.) an der Seite von Eva und Matthias Güldenstein.

Bill gereizt. «Und was, bitteschön, ist ein Medium?»

Collers Grossmutter Helen Cook nahm ihren Enkel von da an unter die Fittiche. Unter ihrer straffen Führung entwickelte er sich in kürzester Zeit zu einem der renommiertesten Medien Schottlands. Mit knapp 21 Jahren war er soweit, dass er an einer öffentlichen Demonstration in der Church of Spirit, einer spiritualistischen Kirche in seiner Heimatstadt Dundee, teilnehmen konnte.

Panische Angst habe er damals gehabt und die ganze Zeit nur einen Gedanken: Wo ist die nächste Toilette? Nach der Demonstration nahm ihn seine Grossmutter zur Seite und analysierte seine Darbietung bis ins letzte Detail. Ihrer Intuition und ihrem unbestechlichen Blick war nichts entgangen und sie sparte nicht mit Kritik. Erbarmungslos trieb sie ihren Enkel dazu an, noch besser, noch präziser zu werden. Um dies zu erreichen, entwickelte Bill Coller eine eigene Methodik im Umgang mit seinen Erfahrungen, die er mit den Jahren immer stärker verfeinerte.

Kontakt zu Ray Charles Wie präzise seine «Kommunikation» funktioniert, erlebte Bill Coller am 7. Juli vergangenen Jahres in Palmdale, Los Angeles. In seiner Beratung befand sich ein junger Mann mit dunklen Locken – und Bill Coller erhielt Kontakt zu Ray Charles, der wenige Wochen zuvor verstorben war.

«Ray Charles hat mir soeben mitgeteilt, dass Stevie Wonders Ex-Frau gestorben ist.»

«Ich habe Ray Charles hier», teilte Bill seinem Klienten mit. «Ah ja? Wie geht es ihm?» «Gut. Er sagt, sie seien sein Arzt gewesen.» «Das ist korrekt», bestätigte sein Klient. Nach einigen Minuten brach das Gespräch für einen kurzen Moment ab.

«Ray Charles hat mir soeben mitgeteilt, dass Stevie Wonders Ex-Ehefrau Syreeta Wright gestorben ist», liess Bill seinen Klienten wissen. «Unmöglich», winkte dieser ab. «Glauben Sie mir, ich bin ihr Arzt. Ich weiss es.» «Ray Charles besteht aber darauf», insistierte Bill Coller und schaute auf seine Uhr. Es war kurz vor zwei Uhr. «Hören Sie», erwiderte sein Klient irritiert. «Ich habe Syreeta heute morgen untersucht. Es geht ihr gut!»

Dennoch unterbrach der Mann die Sitzung und fuhr auf direktem Weg zum Haus seiner Patientin. Als er dort ankam, war es schon zu spät. Syreeta Wright war kurz zuvor ihrer Krankheit erlegen. Wieder einmal hatte Coller mit seinen Aussagen Recht behalten.

Einzig die öffentlichen Demonstrationen machen ihm bis auf den heutigen Tag das Leben schwer. Noch immer wird ihm jedesmal flau im Magen, wenn derlei Anlässe auf dem Programm stehen. «Eigentlich müsste ich ja gertenschlank sein», meint er und deutet scherzhaft auf seinen Bauch.

Steiler Aufstieg Bill Collers Karriere als Medium verlief kometenhaft. Mit gerade mal 23 Jahren war er bereits Lehrer am renommierten Arthur Findlay College in Stansted bei London, der weltweit einzigen Akademie für Medien.

Coller war nicht nur der jüngste Lehrer im Kollegium, sondern auch um Jahrzehnte jünger als die meisten seiner Schüler. Mit 37 Jahren wurde er zum jüngsten Minister in der Geschichte der National Spiritualist Union gewählt, der offiziell anerkannten spritualistischen Kirche von England.

Als Minister und damit geistlicher Vertreter seiner Kirche wirkt Bill Coller noch heute. Er leitet Taufzeremonien, Beerdigungs- und Hochzeitszeremonien – und das mitunter sogar in der Schweiz. In den vergangenen 30 Jahren hat Coller über 50'000 Klienten beraten, mehrere Dutzend Medien und Sensitive ausgebildet und an ungezählten Veranstaltungen rund um den Globus teilgenommen.

Clinch mit der Polizei Überdies hat er bei Suchaktionen für vermisste Personen mitgewirkt sowie bei der Aufklärung von Verbrechen und mysteriösen Unfällen. So beispielsweise vor rund sieben Jahren, als ihn ein junger Mann um Hilfe anging, dessen Schwester, eine ehemalige Polizistin, mit ihrem Dienstwagen in Florida verunfallt war.

«Ihre Schwester sagt mir, dass die Polizeiwagen von Florida schlecht gewartet werden», übermittelte Coller seinem Klienten. «Sie sagt weiter, dass dies ihren Tod verursacht habe.» Wenige Tage später sass Bill Collers Klient in einer Maschine nach Florida. Zur Rede gestellt, gaben die Verantwortlichen bei der Polizei von Florida ihr Verschulden zu. Es kam zu einer aussergerichtlichen Einigung zwischen den beiden Parteien, in deren Folge die Wartungssysteme für die Polizeiwagen von Florida erneuert wurden.

Trotz seines Erfolges ist Bill Coller bescheiden geblieben. «Du bist nur so gut, wie Deine letzte Sitzung», hat ihm seine Grossmutter stets eingebläut. Und Coller hält sich strikt daran. Etwas anderes bleibt ihm auch gar nicht übrig. Noch heute, 15 Jahre nach ihrem Tod, beobachte Helen Cook das Treiben ihres Enkels mit Argusaugen und melde sich von Zeit zu Zeit aus der geistigen Welt, um einen Kommentar oder eine Kritik anzubringen, wie Coller anmerkt.

Um Ruhm und Ehre geht es ihm bei seiner Arbeit aber ohnehin nicht. Bill Coller versteht die Übermittlung von medialen Botschaften in erster Linie als seelsorgerische Tätigkeit. Seine Aufgabe bestehe darin, die seelischen Schmerzen von Menschen, speziell ihre Trauerschmerzen zu lindern: «Indem ich eine Verbindung zwischen der spirituellen und der materiellen Welt schaffe, kann ich meinen Klienten eine andere Sicht auf ihre Trauer vermitteln», erklärt er.

Dass verzweifelte Menschen während seinen Sitzungen wieder beginnen, Hoffnung zu schöpfen, erlebt er häufig. «Meine Klienten sagen mir oft: ‹Bill, Du hast mein Leben verändert!› Und ich denke dann, was bin ich doch privilegiert, eine solche Arbeit machen zu dürfen.»

Ein wichtiger Teil seiner Arbeit, besteht zudem in der Beratung von Paaren, die den Verlust eines Kindes betrauern.

«Sobald ich die Ausdrucksweise und Charakterzüge ihrer verstorbenen Kinder übermittle, beginnen ihre Augen zu leuchten.» «Typisch unser Sohn» oder «Ganz unsere Tochter» sind Kommentare, die er dann oft zu hören bekomme.

Ist Abtreibung Mord?

Ebenfalls häufig wird er mit Fragen konfrontiert, die heikle Themen wie Selbstmord oder Abtreibung betreffen: Sind Frauen, die ein Kind abtreiben, Mörderinnen? Was passiert mit jemandem, der Selbstmord begeht? Irrt seine Seele orientierungslos im Universum herum oder schmort sie gar in der Hölle?

«Alles Unsinn», winkt Bill Coller dann jeweils ab. Weder schmorten Selbstmörder in der Hölle, noch würden Abtreibungen in der spirituellen Welt als Mord wahrgenommen.

«Bis es zur Abtreibung kommt, hat die Seele den Körper des Kindes schon lange verlassen», erklärt er. Es gelte, zwischen der seelischen Intelligenz und der körperlichen Funktion eines Menschen zu unterscheiden.

Das Restaurant hat sich mittlerweile mit Gästen gefüllt. Coller drängt zum Aufbruch. Er hat einen langen Tag vor sich.

Was er sich für seine Zukunft wünscht? «Dass ich nicht umsonst gelebt habe.»

Und nach einer Pause fügt er hinzu: «Und dass ich wieder einmal Zeit habe, ein paar Runden Golf zu spielen.»

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Psi-Experten versammelten sich in Basel Positive Energie: Psi-Tage-Präsident Prof. Alex Schneider und Thomaz Green Morton.

Drei Leute stehen auf der Bühne mit Mikrofonen in den Händen.
Zwei Männer stellen sich für ein Foto, während einer die Hand hochhält.

Saatgut-Spitzel durchkämmen heimlich Felder. Handybenutzer, die sich in der Nähe eines Brands befinden, erhalten plötzlich Post von der Polizei. Und in der Schweiz beobachten Drohnen den Verkehr. Diese und mehr Skandale offenbarten die diesjährigen «Big Brother Awards».

Ende Oktober 2005 wurden in Deutschland und der Schweiz die Sieger der diesjährigen «Big Brother Awards» bekanntgegeben. Mit diesen satirischen «Preisen, die keiner will» zeichnen die unabhängigen Organisationskomitees beider Länder jedes Jahr die schlimmsten Datenschutzverletzungen aus.

Und die waren einmal mehr haarsträubend: So ging etwa der diesjährige deutsche Award in der Kategorie «Kommunikation» an Erhard Rex, den Generalstaatsanwalt von Schleswig-Holstein, als Leiter der Staatsanwaltschaften Kiel und Lübeck – «für die grossflächige Suche nach Zeugen mittels Handy-Ortung ohne fundierte Begründung und für die Verweigerung, die entsprechenden Unterlagen den Datenschützern des Landes Schleswig-Holstein

«Mobilfunk-Firmen wurden aufgefordert, jeden Kunden in Tatortnähe zu melden.»

verdächtig.

zur Einsicht zur Verfügung zu stellen».

Hintergrund: Als im Juni 2005 ein Restpostenmarkt in Bad Segeberg durch Brandstiftung in Flammen aufgeht, beantragt die Staatsanwaltschaft, dass die Polizei eine so genannte Funkzellenabfrage durchführen darf.

Die Mobilfunkanbieter T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 werden in der Folge aufgefordert, jeden ihrer Kunden zu ermitteln, der in der Nacht der Brandstiftung zur Tatzeit in der Nähe des Tatortes telefoniert hat.

700 Handy-Besitzer werden daraufhin von der Polizei angeschrieben. Sie sollen in einem Fragebogen angeben, wo sie in der fraglichen Nacht waren, wer bei ihnen war und ob ihnen etwas aufgefallen sei.

Gegenüber der Presse gibt die Polizei zu verstehen: Wer nicht antwortet, macht sich Der Fragebogen ist umfangreich: Wer beispielsweise in einem Fahrzeug sass, soll Kennzeichen, Marke, Typ und Farbe angeben – seines eigenen Fahrzeuges!

Werden hier wirklich nur Zeugen gesucht?

Unter den Adressaten dieses Fragebogens ist auch ein Journalist, der über das Feuer berichtet und am Tatort telefoniert hatte. Presseberichte lösen schliesslich eine Behandlung des Themas im Innen- und Rechtsausschuss des schleswig-holsteinischen Landtags aus.

Dabei stellt sich heraus, dass diese Funkzellenabfrage eine Premiere darstellt: Zum ersten Mal sollen keine Verdächtigen oder gar Täter ermittelt werden, sondern Zeugen. Die jedoch werden gleich als mögliche Verdächtige behandelt.

Ein Mord in Oedendorf, südöstlich von Hamburg, im Juli 2005, führt ebenfalls zu einer Handyortung. Rund 3000 Personen werden auf Anordnung der Staatsanwaltschaft ermittelt, aber der öffentliche Druck ist gross, die Aktion wird gestoppt.

Bis dahin wurden jedoch bereits 150 Personen telefonisch befragt. Wie viele von ihnen werden sich – durch unbedachte Äusserungen oder Missverständnisse – verdächtig gemacht haben? Schliesslich liegt der Tatort in der Nähe einer Landstrasse und einer Autobahn. Viele Handybenutzer, die hier unterwegs waren, geraten ins Visier der Ermittler.

Was mit den ermittelten Daten und den Gesprächsprotokollen geschehen ist, bleibt unklar. Denn als im September Mitarbeiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz die Datenverarbeitung überprüfen wollen, verbietet die Staatsanwaltschaft der Polizei die Herausgabe der Akten.

Verdeckte Testkäufer Den diesjährigen deutschen «Big Brother Award» in der Kategorie Wirtschaft wiederum erhielt die Saatgut-Treuhand Verwaltungs GmbH in Bonn. Grund: Bauern erhalten Post von Rechtsanwälten, Felder werden kontrolliert, die Kundendaten bei Genossenschaften ermittelt, über 2500 Bauern, welche die Auskunft verweigern, wurden bereits verklagt.

Zusätzlich sind verdeckte Testkäufer der Saatgut-Treuhand unterwegs, kaufen auf Bauernhöfen Kartoffeln und stellen damit Beweismaterial sicher, um Täter zu überführen. Was geht hier vor? Welcher Straftat werden die Bauern bezichtigt: Haben sie gefährliche Giftcocktails gespritzt? Das Grundwasser mit Gülle verunreinigt? Oder heimlich gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut?

Nein – viel schlimmer – diese Bauern werden verdächtigt, Feldfrüchte aus eigenem Anbau aufzubewahren und für die Aussaat im nächsten Jahr zu verwenden – also ihre eigene Ernte auszusäen! Wir stutzen: Genau das tun Bauern schon seit Jahrtausenden – die eigene Ernte wieder aussäen. Wo liegt das Problem?

Nun, seit den 90er-Jahren gibt es eine internationale Vereinbarung, die erst ins EU-Recht und schliesslich auch ins deut- «Für Saatgut muss jedes Jahr eine Lizenzgebühr bezahlt werden.»

sche Recht eingegangen ist und die besagt: Für Saatgut muss eine Lizenzgebühr an die Saatgutfirma, die die Sorte angemeldet hat, bezahlt werden. Und zwar nicht nur einmal, wenn das Saatgut gekauft wird, sondern – seit der Änderung des deutschen Sortenschutzgesetzes von 1997– jedes Jahr wieder, auch wenn das Saatgut die eigene Ernte ist. Das sind die so genannten Nachbaugebühren. Und um diese von den Landwirten einzutreiben, wurde die Saatgut-Treuhand aktiv.

Die Saatgut-Treuhand schreibt Briefe und will detailliert wissen, was wo angebaut wird. Mehr als 2500 Bauern, die keine Auskunft geben, wurden bereits verklagt, und zwar durch alle Instanzen.

Doch die Bauern halten dagegen – mit Erfolg: Der Europäische Gerichtshof hat im Frühjahr 2003 entschieden, dass es keine allgemeine Auskunftspflicht der Bauern gegenüber der Saatgut-Treuhand gibt. Im Herbst 2004 wurde auch die allgemeine Auskunftspflicht der Saatgutaufbereiter vom Gericht verneint.

Ebenso urteilte der Bundesgerichtshof: Saatgutfirmen müssen Anhaltspunkte haben, dass ein Bauer über Saatgut der von ihr geschützten Sorte verfügt und damit Nachbau betreiben könnte, bevor sie Auskunft verlangen können. Ein Anhaltspunkt kann nach dem Europäischen Gerichtshof der Erwerb einer geschützten Sorte sein.

Doch die Saatgut-Treuhand fordert nach wie vor Auskunft, auch wenn sie mittlerweile formlose Meldungen akzeptiert, lässt auskunftsunwillige Bauern von Rechtsanwaltskanzleien mit Drohbriefen traktieren, zusätzlich schickt die Saatgut-Treuhand verdeckte Testkäufer auf Höfe, die gegen Quittung ein paar Zentner Kartoffeln kaufen und ganz nebenbei fragen, ob sich die Kartoffeln auch zu Pflanzzwecken eignen. Wer da nicht unter Zeugen entschieden verneint, wird von der Saatgut-Treuhand verklagt.

Auch in der Schweiz…

Nicht viel besser sieht es bei den Eidgenossen aus: So ging etwa der «Staats- Preis» der «Big Brother Awards» in diesem Jahr an die Gemeinde Emmen. Sie stellte per 1. Februar 2005 den 31-jährigen ehemaligen Polizeibeamten Christoph Odermatt als «Sozialinspektor» ein, um ihre Sozialhilfebezüger zu überwachen.

Doch das war nur die Spitze des Eisberges. Allein ein Blick in die diesjährigen Nominationen lässst vielen Eidgenossen wohl die Galle hochkommen: Zeitmesser im Tunnel Neu sollen im Belchentunnel Temposünder bestraft werden, deren Durchschnittsgeschwindigkeit im Tunnel zu hoch ist.

Das System soll sich auf die digitale Erfassung der Autonummern aller einund ausfahrenden Fahrzeuge stützen. Aus der Zeitdifferenz zwischen dem Ein- und Ausfahren aus dem Tunnel lässt sich die Durchschnittsgeschwindigkeit der Fahrzeuge berechnen. In Österreich ist unter dem Namen «Section Control» ein ähnliches System im Einsatz.

Gesichts-Scan im Flughafen Am Flughafen Zürich-Kloten setzt die Zürcher Kantonspolizei bei der so genannten vorgelagerten Grenzkontrolle weiterhin ein System zur biometrischen Gesichtserkennung ein. Nach einer ersten «Pilotphase» von Mitte Februar 2003 bis Mitte Juni 2003 findet inzwischen bereits eine zweite «Pilotphase» von FAREC («Face Recognition») statt.

Den Bedenken des kantonalen Datenschutzbeauftragten wurde nur insofern Rechnung getragen, als inzwischen eine gesetzliche Grundlage für den Test geschaffen wurde: Der Zürcher Regierungsrat erliess eine befristete Verordnung.

Weil die Resultate aus dem ersten Testlauf in der Praxis nur wenig taugten, soll in der zweiten Phase nun die Durchführung mehrerer Suchläufe im System ermöglicht und die Frist der Datenaufbewahrung auf 60 Tage verlängert werden.

«Drohne» am Himmel Um die Ostertage 2005 beobachtete die Schweizer Luftwaffe mit einem unbemannten Flugobjekt (UAV, «Drohne») den Autoverkehr auf der Gotthardautobahn. Es handelte sich um «eine Übung im Auftrag der Kantonspolizei Uri». Die Drohne hatte die Aufgabe, den Verkehr aus einer Höhe von 1500 bis 3000 Meter über Meer zu beobachten.

Die Polizei betonte, es gehe um eine globale Beobachtung. Details wie Gesichter und Nummernschilder seien nicht erkennbar. Wichtige Beobachtungen würden unverzüglich dem Lagebüro bei der Verkehrspolizei Göschenen mitgeteilt.

Gemäss einem Bericht der «Sonntagszeitung» vom 27. März 2005 soll es nicht bei dieser einen Übung bleiben: «Der Kommandant der Urner Kantonspolizei denkt darüber nach, die Strassenüberwachung durch Armee-Drohnen auf der ganzen Nord-Süd-Achse einzuführen.»

Versteckter Millionenkredit Nachtragskredit für die Satellitenabhorchanlage ONYX – neu unter dem Decknamen «Malachit»: Im Budget 2005 beantragte der Bundesrat, insgesamt 186,1 Millionen Franken für die Projektierung, Erprobung und Vorbereitung von Rüstungsbeschaffungen bereitzustellen. Ein Anteil von zehn Millionen dieses so genannten PEB-Kredits ist offenbar so geheim, dass nicht einmal die Finanzkommission des Nationalrats genau weiss, für was er vorgesehen ist.

Eine Minderheit dieser Kommission wollte den Kredit deshalb um diesen Betrag kürzen. Am 27. November 2004 stellte der in der Regel sehr gut informierte Journalist Bruno Vanoni im «Tages-Anzeiger» die Vermutung auf, dass es sich beim besagten Betrag um einen Zusatzkredit für die Satellitenabhorchanlage ONYX handle – neuer Deckname sei «Malachit».

Junge Spitzel gesucht Offenbar werden mit elektronischen Job-Inseraten an der Universität Zürich und der ETH «junge Leute gesucht, die gerne sporadisch über politische Veranstaltungen Reports schreiben». Interessenten, die sich auf diese «Stelle» beworben haben, berichten, man habe ihnen erklärt, der staatliche «Dienst für Analyse und Prävention» (DAP) suche Leute, die «bei von linken Kreisen organisierten Demonstrationen und Anlässen herausfinden sollten, was geplant werde».

Gegenüber dem «Tagesanzeiger» wird der Sachverhalt vom DAP bzw. von den kantonalen und städtischen Staatsschutzabteilungen weder bestätigt noch dementiert. Die private Inserate-Firma «Personnel Representative» ihrerseits bestreitet den Vorwurf, sie suche nach Spitzeln für Bund und Polizei: Man arbeite für private Firmen, Kontakte zu irgendwelchen staatlichen Organisationen, inklusive Polizei, gebe es nicht. Die Wahrheit bleibt damit vorderhand im Dunkeln.

Kuba-Zahlung weitergemeldet Am 20. September 2004 überwies der Zürcher Informatiker Hartwig Thomas für eine Kuba-Reise den Betrag von 1528 Dollar von seinem Postcheckkonto auf das Konto eines kubanischen Reisebüros bei der UBS in Zürich. Der Betrag wurde ihm mit 1963 Schweizer Franken belastet.

Einen Monat später erfuhr Hartwig Thomas von der Postfinance, dass die Zahlung vom US-Finanzministerium blockiert worden sei, weil Kuba wegen des US-Handelsembargos auf einer «schwarzen Liste» steht.

Aus diesem Vorfall wurde klar, dass die Postfinance – die für den Schutz der Daten ihrer Kunden verantwortlich ist – Zahlungsdaten an die USA weitergibt, sogar wenn die Transaktionen von der Schweiz in die Schweiz erfolgen – ohne den Kunden darüber zu informieren.

Die Postfinance stritt zunächst jede Schuld ab und forderte den Betroffenen auf, selber dafür zu sorgen, dass die Gelder von den USA freigegeben wurden. Erst nach einer Intervention des Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten lenkte die Postfinance schliesslich ein.

Papierkörbe durchsucht Im Dezember 2004 wurde publik, dass Bundesanwalt Valentin Roschacher die Papierkörbe von rund 100 Angestellten der Bundesanwaltschaft «präventiv» durchsuchen liess. Gemäss Zeitungsberichten wurde diese Aktion kurz vor Büroschluss eingeleitet.

Unter der Führung von Paul-Xavier Cornu, Stabschef der Bundesanwaltschaft (BA), gingen Roschacher und «zwei weitere Mitarbeiter von Bürotisch zu Bürotisch und suchten in Papierfetzen nach verdächtigen Spuren» (gemäss «Sonntagszeitung»).

Eine genauere Begründung für diese Papierkorb-Schnüffelei wollte der Chef der Bundesanwaltschaft weder gegenüber den Medien noch gegenüber den Mitarbeitenden geben. Der Leiter des Rechtsdienstes der BA räumte in einem Mail an die Angestellten ein, dass es «für die Papierkorbaktion keine hinreichende Rechtsgrundlage» gebe. Die Aktion motiviere aber die Mitarbeitenden dazu, den Aktenvernichter zu verwenden.

Der Pressesprecher der BA betonte, es habe sich bloss um eine «Routinekontrolle» gehandelt: Man habe prüfen wollen, ob die Mitarbeitenden die «operationellen Papiere» vorschriftsgemäss vom normalen Abfall getrennt hätten.

red. ■

Ein schwarz-weißes Foto eines Augen.