Noch während ich diese Zeilen in die Tasten haue, bockt mein Laptop. Pling! »Neue Updates verfügbar«, nervt ein lästiges Warnfeld, wie jeden Tag. Pling! »Überprüfen Sie ihre Plugins«, drängelt der-
Klingelingeling! Was soll dieser haarsträubende Klimbim?
Hurra, gerettet! Neben mir liegt meine neue Lebensversicherung: Jodtabletten. Zugestellt von der Schweizer Armee-Apotheke.
Ungefragt. Und kostenlos. Die Pillen sollen uns nach einem Atom-Gau länger am Leben erhalten: »Es handelt sich um eine vorsorgliche Schutzmassnahme für den Fall eines Kernkraftwerk-Störfalls«, so der Staat. Frei nach dem Motto: Lieber Jod als Tod. Wie fürsorglich! Ehrlich gesagt: Eine MagnumÁasche Rotwein wäre mir im Falle des Untergangs als Henkerstrunk lieber. Wie bläute uns die Armeeführung in einem LehrÀlm bereits 1963 wörtlich ein: »Falsch ist es, sich bei radioaktiver Gefahr weiterzuverpÁegen. Nach der Explosion 15 Sekunden, die laut gezählt werden, abwarten, dann das Schutztenue überziehen, um den militärischen Auftrag wieder aufzunehmen.« Um Verseuchung gehts auch im Fall von Ushij Matzer. Seit Jahrzehnten kocht die Bio-Pionierin aus Graz in ihrem Laden mit hölzernen Löffeln, Schabern und Brettchen. Ganz nach Grossmutter Art. Das darf sie ab sofort nicht mehr. Weil EU-Hygienevorschriften in ihrem Fall Kellen aus Plastik vorschreiben. 550 Euro Strafe soll die Österreicherin deswegen bezahlen. Will sie aber nicht. Also wandert die rebellische Dame aus Protest freiwillig in den Knast. So melden es zumindest viele Zeitungen.
Was kann man heute eigentlich noch glauben? Und was nicht? Warum die mediale Hetze gegen die Montagsmahnwachen? Was soll daran schlecht sein, wenn Menschen friedlich protestieren, weil sie keinen Krieg wollen? »Mit Bomben schafft man Friedhöfe, doch niemals Frieden«, mahnte Eugen Drewermann neulich in Berlin. Wer wie er gegen den Strom rudert, braucht Zivilcourage.
Ähnlich wie einst Dürrenmatt, Brecht, Kästner oder Tucholsky: Alle standen sie als zeitkritische Andersdenker im Gegenwind. Die grössten Denkmäler erhielten sie erst nach ihrem Tod. Würden sie noch leben, träfe man sie heute wohl ebenfalls an einer Demo, wo sie von der Mainstreampresse vermutlich ebenso als Verschwörungstheoretiker abgewatscht würden. Wie ich und viele andere.
»Das Problem mit Zitaten im Internet oder der Presse ist, dass man nie weiss, ob sie auch wirklich korrekt sind.«
weil auch »Firefox«. Nein, ich will meinen Browser nicht alle paar Tage aktualisieren. Pling! »Ihr Flash-Player ist veraltet.« Schon wieder? Plingplung! Nein, ich will auch mein iPhone nicht erneut updaten. Weil es dann garantiert wieder zickt. Warum muss eigentlich jede Software, mit der man früher jahrelang glücklich war, neuerdings alle paar Wochen verschlimmbessert werden?
»Bitte geben Sie ein neues Passwort ein«, motzt mich derweil ein Internet-Portal an: »Es muss mindestens 14 Buchstaben beinhalten, zwei Zahlen, einen Grossbuchstaben und zwei Sonderzeichen.« Wie bitte? Ich versuche es erneut und scheitere kläglich: »Dieses Passwort wurde in ähnlicher Form bereits von Ihnen verwendet, versuchen Sie es erneut.« VerÁixt! Welche vermeintlich »sicheren« Passwort-Vorgaben erwarten uns wohl in Zukunft? 66 Buchstaben, 33 Sonderzeichen, 22 Umlaute, 11 Kommata – plus mindestens ein klingonisches Sonderzeichen?
Klingelingeling. Nein, ich will kurz vor Mitternacht auch nicht an einer Telefonumfrage teilnehmen! Umso mehr, als parallel dazu gerade mein Spam-Postfach überquillt. »Sie wurden ausgewählt, um erhalten € 950.000,00 EURO wie Nächstenliebe Spenden Hilfe der Qatar Foundation«, teilt mir Scheich Saad Al Muhanadi mit, gefolgt von weiteren Quälgeistern: »Hallo, ich Justina oneil mit Namen, ein Weibchen nie verheiratet, du einer meiner Auswahl.« Oder: »Sie haben Gewonnen: 1400 EUR im Wert von 120 Euro!!! Kliiik hier.« Und eine weitere Tussi: »Meine Liebe, ich bin Miss Susan, möchte Sie mir küss zurück, so wir eng befreundet.« Wer mailt solchen Stuss? Ali aus Mali? Bernd aus Bali? Wissen will ich es in jener Nacht nicht mehr. Man lebt nicht länger, wenn man sich beeilt. »Schalten Sie öfters mal ab«, beschwört ein ARD-Heini im Fernsehen die Entschleunigung. Gesagt, getan. Zapp – und weg ist er. TV aus. Telefon aus. Facebook aus. PC aus. Stille kann nicht nur bedrückend sein, sondern auch beglückend. Nur in der Stille Ànden wir Frieden. Und den benötigt unsere laute Welt mehr denn je.
Johann Wolfgang von Goethe, 1749–1832 Luc Bürgin (Herausgeber)
Verheerende Regenfälle und ein Erdrutsch legten eine gigantische Steinmauer im Regenwald von Ecuador frei. Handelt es sich um die Seitenwand einer uralten Pyramide, um das Grab von Atahualpa oder vielleicht sogar um das geheimnisumwobene Versteck des legendären Inka-Goldschatzes? Wer mehr erfahren oder gar Exklusivfotos schiessen will, muss sich auf gut Glück stundenlang durch den Dschungel kämpfen.
Die Autorin im Dschungel von Ecuador: Stundenlang quälte sie sich trotz Hangrutsch und Killerwespen durch tiefen Morast.
eit rund einem Jahr kursieren Artikel und Videos im Internet, die von der Entdeckung einer rund 80 Meter hohen Sund 100 Meter breiten Steinmauer mitten im unzugänglichen Nebelwald des Nationalparks Llanganates in Ecuador berichten. Dieses aus symmetrisch zugehauenen, rechtwinkligen Steinquadern bestehende Gebilde soll bereits 1999 nach einem Erdrutsch ans Licht gekommen und von Einheimischen durch Zufall entdeckt worden sein. Genaueres wissen bis heute nur wenige.
Gerade mal eine Handvoll ecuadorianischer und ausländischer Forscher haben den Ort und jenes mysteriöse Mauerwerk besucht. Darunter die erste ofÀzielle wissenschaftliche Expedition von Manuel Palacios, einem Archäologen, und seinem Vater Andres, einem Geologen, im Jahr 2013. Geologe Palacios ist sich sicher: Naturgemacht ist diese rund 60 Grad geneigte Steinwand nicht. Sie muss einst von Menschenhand errichtet worden sein. Doch von wem? Und woher stammen die Steinblöcke für diese gigantische Struktur?
Fantastische Hypothesen von einem Bauwerk der Riesen oder dem lange gesuchten Mausoleum des letzten Inka-Herrschers Atahualpa (ermordet im Jahr 1533 n.
Chr.) werden kolportiert. Manche vermuten dort sogar das Versteck des sagenhaften, verschollenen Goldschatzes der Inka.
Fotos des Bauwerks gibt es nur wenige. Es werden auch kaum konkrete geograÀsche Angaben gemacht, um Raubgräber und Schatzjäger von der Stelle fernzuhalten.
Die Berichte weckten meine Neugierde und liessen mir keine Manche vermuten dort sogar das Versteck des legendären Inka-Golds.
Ruhe. Als neugierige Zeitgenossin faszinierte mich die Vorstellung einer im Dschungel Ecuadors zutage getretenen und bis dahin völlig unbekannten Steinmauer, von der man meint, es könnte sich um eine Wand einer seit Jahrhunderten überwucherten Pyramide, ja sogar um ein Mausoleum oder ein historisches Versteck der alten Inka handeln.
Auf Entdeckungstour quer durch Ecuador Eine Forschungsreise zu diesem kuriosen Bauwerk schien mir unumgänglich. Und so begann ich die Berichte über die Neuentdeckung genau zu studieren, um die mögliche Lage der rätselhaften Steinmauer herauszuÀnden. Mehr als der Name des Nationalpark-Gebietes Llanganates und die Distanz zur Provinzhauptstadt Baños de Agua Santa war den spärlichen Angaben nicht zu entnehmen. Mit diesen dürftigen Koordinaten ausgestattet, begab ich mich im Sommer 2014 in Begleitung meines Gatten auf zweimonatige Entdeckungsreise quer durch Ecuador.
Der Andenstaat am Äquator grenzt im Westen an den PaziÀk, im Osten an das Amazonasbecken. Das Rückgrat des Landes bildet die Cordillera, die bis zu 6000 Metern hohe Bergkette der Anden mit den Vulkanen Chimborazo, Cotopaxi und dem 5000 Meter hohen Tungurahua. Am Fusse dieses aktiven Vulkans liegt Baños, eine idyllische Kleinstadt mit heissen Quellen, die dem Vulkanboden entspringen. Erreichbar ist sie per Überlandbus. Zahlreiche Trekking-Agenturen bieten vor Ort ihre Dienste an.
Dort angekommen, fragten wir nach der neu entdeckten Ausgabe 1/2015 Stein struktur in den unendlichen Weiten des Nationalparkdschungels. Doch leider Fehlanzeige. Niemand konnte oder wollte uns weiterhelfen. Man wusste nichts davon und bietet auch keine Touren in das Gebiet an.
Des Spanischen kundig, gaben wir nicht auf und erzählten unser Anliegen fast jedem Strassenverkäufer, der unseren Weg kreuzte. Und siehe da, eine nette Indiofrau wusste plötzlich, wovon wir sprachen und meinte, sie habe von der Geschichte bereits gehört. Nur leider wisse sie nicht, wo sich das fragliche Ziel beÀnde. Sie könne sich aber vorstellen, dass wir in der Ansiedlung Colonia Azuay am Rio Negro nähere Informationen erhalten könnten.
Mühselige Suche – und eine glückliche Fügung Unverzüglich machten wir uns auf den Weg und bestiegen den Bus in das 40 Kilometer entfernte Pueblo. Dort empÀng uns eine morastige Dorfstrasse. Hunde, Schweine, Hühner waren die einzigen Lebewesen, die wir zunächst zu sehen bekamen.
Schliesslich klopften wir an eine der Hütten und erzählten zum wiederholten Mal unsere Geschichte. Wieder nur Kopfschütteln.
Niemand schien von einer Pyramidenmauer gehört zu haben.
Entmutigt trotteten wir weiter in Richtung der Berge des Nebelwaldes, in der Hoffnung vielleicht einem Traktor oder sons- Mehr als eine Laune der Natur? Am Fuss des Mauerwerks finden sich allerlei seltsam geformte »Steinwerkzeuge«.
tigem Gefährt zu begegnen, welches uns ein Stück des Weges mitnehmen könnte. Die Rettung nahte in Form eines Toyota Pickups, der vor einem Steinhaus hielt.
Hartnäckig wagten wir einen letzten Anlauf. Und oh Wunder: Der Himmel hatte ein Einsehen und sandte uns die Hausfrau Señora Rosa Rodriguez, deren Bruder Luis Holzarbeiter im Regenwald war und der wiederum einen Freund hatte, der sich als Führer verdingte. Genaues wisse man zwar nicht und ebenso wenig, ob es überhaupt eine derartige Mauer gäbe und wo sich diese befände. Im Laufe des Gesprächs stellte sich aber heraus, dass die Familie an der Erkundung des Bauwerks sehr interessiert war, da sie ohnehin ein kleines Tourismusprojekt mit Wandertou- 80 Meter hoch und 60 Grad steil: Wer hat diese Struktur im Dschungel errichtet? Ist ren aufziehen wollte. So bot Luis schliesslich an, seinen Freund sie Teil einer überwucherten Pyramide? Jairon Duran als Führer ausÀndig zu machen und ebenfalls auf die abenteuerliche Erkundungstour mitzugehen. Wir sollten am nächsten Tag wieder kommen.
Frohgemut erschienen wir am folgenden Morgen um 6 Uhr vor dem Haus der Familie Rodrigues. Wer nicht da war, waren die beiden Führer Jairon und Luis. Der eine schlief noch, der andere war vorläuÀg unaufÀndbar. Dennoch verbreitete sich die Kunde unserer Anwesenheit in Windeseile im Dorf und plötzlich waren alle vor Ort. Doch das nächste Hindernis liess nicht lange auf sich warten: Der Urwaldboden war wegen Regenfällen derart aufgeweicht, dass es nicht ratsam sei, solch eine gefährliche Tour durch Schlamm und Morast zu unternehmen, wie man uns besorgt mitteilte.
Auf einem alten Inka-Pfad durch den Morast Unserem Ziel derart nahe wollten wir jedoch nicht aufgeben, und so rüsteten uns die Dorfbewohner mit Gummistiefeln und Proviant für eine Tagesetappe aus. Ein Pickup-Truck fuhr uns einige Kilometer weiter ins Gelände bis zum Ende des Schotterweges.
Dort verwehrte ein Stacheldraht die Weiterfahrt. Glücklicherweise stellte sich jedoch heraus, dass unser Führer Jairon der Sohn des Landbesitzers war, über dessen eingezäunten Grund wir unseren Fussmarsch weiterführen konnten.
Wir folgten einem alten Inkapfad über Stock und Stein. Solange, bis dieser im Morast verschwand. Die Erde wurde zunehmend weicher und schlammiger, so dass wir stellenweise bis zu den Knien einsanken. Unsere Gummistiefel blieben im Morast stecken. Wir Zu allem Übel verlor Jairon auch noch die Orientierung. Erst als beide Führer den Hang auf und ab liefen – triefend vor Schweiss, nass bis auf die Haut, schlammverschmiert bis unter das Hemd – fanden sie die Spur endlich wieder, und wir konnten unseren Weg fortsetzen. Aber der Dschungel blieb unbarmherzig und gefährlich. Extreme Wetterbedingungen zu jeder Jahreszeit machen dessen Erkundung zu einer kräfteraubenden Tortur.
Ein neuerliches Hindernis tat sich auf: Killerwespen hatten ihr Nest just dorthin gebaut, wo unser Pfad vorbei führte! Es blieb nichts anderes übrig als Nylonregenschutz überzuziehen und durch. Mit klopfendem Herzen und schlotternd vor Angst schleppten wir uns weiter.
Endlich erreichten wir den Fluss Rio Topo, einen eiskalten Gebirgsbach mit reissender Strömung. Am gegenüberliegenden Ufer erblickten wir das ersehnte Ziel, die Belohnung für alle unsere Mühen: Einen Berghang, bedeckt mit einer gewaltigen Mauer aus gleichmässigen Steinquadern.
Die tonnenschweren Blöcke sahen aus wie Buckelquader, von Hand bearbeitet, mit abgerundeten Kanten und regelmässigen Fugen. Ein Wasserfall ergoss sich tosend von einer Seite in den Rio. Die schräge Wand wuchs fast senkrecht vor unseren Augen in den Himmel, 80 Meter hoch und 100 Meter breit. Ein spektakulärer Anblick. Wir waren überwältigt.
Dschungel-Geheimnisse und jede Menge Fragen Wer hatte dieses Steinmonument mitten im dichtesten Regenwald auf 2600 Metern Höhe einst erbaut? Woher kamen die Steine? Wie wurden sie transportiert? Was beÀndet sich unter der Mauer? Ein Berghang, ein Bauwerk oder mehr? Welche Strukturen verbirgt der Dschungel dort sonst noch unter seiner Vegetation? Warum wächst diese Wand aus dem Ufer des Ausgabe 1/2015 verloren den Halt und mussten immer wieder das Wasser aus dem Schaft leeren.
Unsere Begleiter Jairon und Luis legten ein mörderisches Tempo vor. Als Alpenbewohnerin und Marathonläuferin hielt ich so gut mit wie ich konnte, lernte von Stein zu Stein und von Grasbüschel zu Grasbüschel springen. Auf diese Weise wichen wir den Schlammlöchern aus und hangelten uns mit Hilfe von Lianen durch den Regenwald.
Der Dschungel wurde immer dichter, und bald musste Jairon den Weg mit seiner Machete freischlagen. Plötzlich ging es aber nicht mehr weiter. Der Weg war versperrt, ein Hangrutsch hatte den Pfad unpassierbar gemacht. Tonnen von Schlamm und Erde lagen nun zwischen uns und unserem Ziel. Es schien aussichtslos, die Pyramidenmauer je zu erreichen. Wir mussten den Hang umgehen. Ein Unterfangen, das viel Zeit kostete.
Killerwespen hatten ihr Nest just dort gebaut, wo wir durch mussten.
Flusses heraus? Wie lange schon Áiesst der Rio Topo den Steinquadern entlang? Fragen über Fragen, die uns durch den Kopf schossen.
Es war bereits Mittag geworden, und so durchwateten wir den knietiefen Fluss und erklommen die Mauer. Die Steigung unterschätzend, rutschten wir immer wieder ab, bis wir eine Art Griff- oder Trittgrübchen in jedem Steinblock entdeckten. Offenbar hatten die Erbauer dieser schrägen Wand die Aufstiegshilfen mit eingeplant. Oder waren es spätere Kletterer, welche die Tritt- oder Greifnischen in die Blöcke gekerbt hatten? Nichts ist darüber bekannt und so können wir nur spekulieren. Die Handteller grossen Vertiefungen eignen sich jedenfalls beim Klettern hervorragend, um Zehen und Ballen oder die Fingerspitzen einer Hand aufzunehmen. Ihre tatsächliche Bedeutung muss wohl erst noch erforscht werden.
Zwischen den tonnenschweren Steinquadern beÀnden sich Àngerbreite Fugen, aus denen Gräser und PÁanzen spriessen. Offenbar erobert der Dschungel sein Territorium wieder zurück. Wenn nicht bald archäologische Arbeiten beginnen, ist die Mauer binnen kurzer Zeit vermutlich erneut überwuchert.
Wie lange dieses Bauwerk wohl unter dem Erdreich verborgen war? Niemand kann es sagen. Ebenso unbekannt bleibt, wie viel Erde sich im Laufe der Jahrhunderte angesammelt hatte, denn der Schlamm wurde vom Fluss weggeschwemmt.
Die Legende vom sagenhaften Inka-Schatz Am Flussufer entdecken wir einen ausgewaschenen Steinblock mit einer kreisrunden Vertiefung von 25 bis 30 Zentimetern.
Vielleicht ein Mahlstein für Getreide? An den Kaskaden des Wasserfalls Ànden sich polierte Steine mit merkwürdigen Formen.
Beim Wasserfall finden wir polierte Steine mit merkwürdigen Formen.
Kletterhilfen im Stein. Wurden die hilfreichen Tritt- und Greifnischen bewusst angelegt? Und wenn ja: Wann und von wem?
Manche davon ähneln einer Figur, sehen aus wie bizarre Plastiken. Etliche Steine erwecken den Eindruck von Werkzeugen.
Manche davon in gigantischer Grösse.
Verwundert betrachte ich einen Steinhammer von 50 Zentimetern Länge und mehreren Kilo Gewicht. Andere Objekte wiederum liegen bequem in meiner Hand. Gut vorstellbar, dass Steinwerkzeuge am Arbeitsplatz zurückgelassen und unter dem Schlamm der Zeit begraben wurden. Nur: Wer waren die Erbauer? Aus welcher Zeit stammen die vermuteten Plastiken und Steinwerkzeuge? Beeindruckt lasssen wir sie liegen – für die Erforschung durch die Archäologen, welche sich dieser Sensation hoffentlich bald annehmen werden.
Währenddessen erzählen unsere beiden Guides Legenden über den letzten Inka-Herrscher und seinen sagenhaften Goldschatz: Atahualpa wurde 1533 vom spanischen Eroberer Pizarro in Cajamarca im heutigen Nord-Peru hingerichtet. Er sei zunächst auch dort begraben, danach jedoch exhumiert, mumiÀziert und an einem unbekannten Ort neuerlich beigesetzt worden.
Atahualpa hatte den spanischen Eroberern Gold und Silber für seine Freilassung geboten. Als der Inka-General Rumiñahui mit dem sagenhaften Goldschatz auf dem Weg nach Cajamarca jedoch vom Tod seines Königs erfuhr, sei er umgekehrt und habe das Gold in den Llanganates-Bergen versteckt. Eine Version der Geschichte betont, er habe den Schatz in einem See versenkt, eine andere weiss von unterirdischen Gängen im Berg, wo das Gold noch immer lagert. Trotz Folterung durch die Spanier habe Rumiñahui die Stelle nie verraten. Generationen von Schatzsuchern haben seither danach gefahndet.
Das Grab des Atahualpa wurde bis heute nicht entdeckt. Von einigen Orten wird behauptet, es sei »el ultimo descanso«, der letzte Ruheplatz des Atahualpa. So etwa von Sigchos-Machay, einem Ort in den Bergen bei La Maná. Besitzer der Ruinen des vermeintlichen Mausoleums ist die Familie des Ehemanns von Alegria Sotomayor, die wiederum die Tochter des verstorbenen Entdeckers der rätselhaften magnetischen Steinartefakte von La Maná ist. Aber das ist eine andere Geschichte.
Einstiegsloch in eine unbekannte Welt?
Die Zeit verrinnt wie im Flug. An einer Stelle der geheimnisvollen Mauer erblicken wir plötzlich eine Öffnung. Hier liegen die Quader nicht fugenlos nebeneinander, es klafft eine Art Eingang in der Grösse von 1,50 mal 1,50 Meter. Wir sehen eine glatte Steinplatte darunter liegen, die seitlichen Blöcke haben plan geschliffene Kanten. Ein Einstiegsloch, eine Öffnung in unbekannte Tiefen? War das Bauwerk bereits vor dem Hangrutsch entdeckt und aufgebrochen worden?
Sollte es sich tatsächlich um eine Pyramide handeln, so wären unterirdische Gänge denkbar, ja sogar zu erwarten, wie sie jüngst auch unter den berühmten Stufenpyramiden Mexikos in Teotihuacan gefunden wurden. In Ermangelung tauglichen Geräts und aus Respekt vor dieser unbekannten Struktur dringen wir nicht tiefer ein.
Am oberen Ende der Steinmauer erreichen wir schliesslich Ausgabe 1/2015 Endlich am Ziel! Die Autorin auf dem tonnenschweren»Verschlussstein«. Führt unter ihm ein Weg ins Innere der überwucherten Steinstruktur?
eine Áache Terrasse. Die Hügelkuppe ist begehbar, allerdings wild überwuchert vom undurchdringlichen Dschungel. Wir kommen nicht weiter voran und müssen aus Zeitmangel unseren Rückzug antreten. Dieser gestaltet sich nicht weniger anstrengend. Nach mehrstündigem Marsch durch den morastigen Regenwald über Berg und Tal erreichen wir erschöpft unseren Ausgangspunkt – kurz vor Einbruch der Dunkelheit.
Überwältigt versuchen wir das Gesehene in Worte zu fassen.
Sollte es sich bewahrheiten, dass der Berg wirklich der letzte Ruheplatz des Inka-Herrschers ist, wäre dies eine historische Sensation ersten Ranges. Das letzte Rätsel in der Geschichte des Inka-Reiches könnte gelöst werden.
Und der Goldschatz? Liegt er noch immer tief im Nebelwald verborgen? Vielleicht sogar unter der mysteriösen Mauer jener Struktur am Rio Topo – dort, wo wir vor wenigen Stunden noch standen, schwitzten und staunten?
Dank jahrelanger Recherche können die beiden Buchautoren Gerd J. Schneeweis und Hermann Alexander Beyeler die Pro venienz, also die Herkunft, des umstritte nen Bozzetto nahezu lückenlos aufzeigen: Nach der Einweihung von Michelangelos»Jüngstem Gericht« in der Sixtinischen Ka pelle im Jahre 1541 wurde das Gemälde gemässs historischer Aufzeichnungen in einem Vorraum des Gotteshauses aus gestellt. Fünf Jahre später schenkte ein Kardinal den Entwurf der Dichterin Vittoria Colonna. In grosse Not geraten gab diese das Bild kurz vor ihrem Tod weiter – an ihre Freundin Margarete von Angoulême, Königin von Navarra.
Mit Heinrich von Navarra reist die Holz tafel 1572 nach Paris zu Karl IX., der mit nur 23 Jahren im Wahnsinn stirbt. 1593 wird schliesslich Heinrich von Navarra zum König von Frankreich gekrönt und 17 Jah re später brutal ermordet. Der Jakobinerpater und Gross inquisitor Sebastien Michaelis verbannt das unheimliche Gemälde darauf in ein Pariser Kloster. Dort wird es weg geschlossen. 1789 wird das Kloster zu einer Versamm lungsstätte der Französischen Revolution. Revolutions führer Maximilien Robespierre entdeckt den Bozzetto und gerät in seinen Bann. Der Freiheitskämpfer landet schliesslich auf der Guillotine – und der Bozzetto fällt im Kloster erneut in Vergessenheit.
1945 entdecken ihn dort die Nazis. Die staatlichen Kunsträuber messen dem Bild keine grössere Bedeutung bei und deponieren es in einer kleinen Pariser Kunst handlung. 1949 erwirbt der Berner Galerist Friedrich Schneeberger dort den mutmasslichen Michelangelo. Im Mai 1949 weisen Kunstexperten ihn auf eine mögliche Übermalung hin. Der Sammler lässt die obere Farbschicht entfernen, und das eigentliche Gemälde in seiner jetzigen Erscheinungsform kommt hervor.
Schneeberger stirbt 1951 unter mysteriösen Umstän den. Sein Lebensgefährte erbt den Bozzetto. Auch ihm bringt das Gemälde kein Glück: Er stirbt wenig später völ lig vereinsamt – vieles deutet auf Selbstmord hin. Wegen fehlender Erben geht das Kunstwerk 1965 an das Kan tonsgericht Bern, welches es 1971 an einen Solothurner Kunsthändler versteigert. Persönlich ruiniert verkauft die ser das Gemälde 1975 an einen Basler Kollegen.
Nun meldet auch eine angebliche Adelsfamilie Besitz ansprüche an. Der Galerist gerät bald ebenfalls in Ànan zielle Turbulenzen und veräussert den Bozzetto an eine Liechtensteiner Finanzgruppe. Auch diese wird mit dem verwunschenen Kunstwerk nicht glücklich, so dass sie es im März 2013 entnervt an einen wohlhabenden Ge schäftsmann verkauft, der bis heute sein Besitzer ist.
Ausgabe 1/2015 Historische Aufnahme.
Wann und wo dieses Foto des gerahmten Bozzetto geschossen wurde, ist bisher unbekannt.
Bei seinen Nachforschungen war Beyeler auch auf das Buch von Schneeweis gestossen.
Er nahm Kontakt zu ihm auf, und es entstand schnell eine vertrauensvolle Männerfreundschaft mit einer gemeinsamen Leidenschaft: dem Bozzetto und seiner dramatischen Geschichte. Unglück und Elend scheinen das Gemälde zu begleiten. Seine Besitzer gerieten früher oder später alle in Not: Sie wurden verfolgt, ermordet, ruiniert oder in den Wahnsinn getrieben (siehe Box rechts).
»Keinem hat es Glück gebracht«, so Beyeler. »Ein Fluch lastet auf ihm.« In ihrem Roman beschreiben die Verfasser in Anlehnung an historische Fakten, wie Michelangelo bei den Entwürfen für die Neugestaltung der Altarwand der Sixtinischen Kapelle fast verzweifelt war. In seiner Not habe sich der Jahrtausendkünstler mit dem Teufel eingelassen. Nicht zuletzt mit dessen Kraft habe er den Bozzetto letztendlich vollendet.
Ein Gemälde als Inkarnation von Gut und Böse Der Meister habe »bei der Fertigstellung des ›Jüngsten Gerichts‹ gegen nahezu jede Regel der traditionellen christlichen Ikonographie verstossen«, lässt das Autorengespann Michelangelo im Roman reuig klagen. So sei es »unabänderlich vorgegeben, dass die zentrale oberste Figur bei der Darstellung der letzten Stunde der Menschheit nur Gott sein« dürfe, umgeben von Maria, seiner Mutter, und seinen Aposteln. Er hingegen habe in diesem Bild seine Auftraggeber, Papst Clemens VII., und sogar dessen Widersacher, Kaiser Karl V., gleich gross mit Jesus Christus auf eine Ebene gehoben, gesteht Michelangelo: »Damit habe ich sie beide in frevelhafter Weise mit Gott gleichgestellt.« So erzählen es die Autoren Àktiv – und meinen es dennoch ernst. Todernst. »Es geht darum, was dieses Bild verkörpert und was bei seiner Erschaffung hineingekommen ist: die Inkarnation des ›Guten‹ wie die des ›Bösen‹«, sagt Beyeler. »Profan ausgedrückt: Im Bozzetto wohnt der Teufel neben Gott.« Das Gemälde Eines von vielen Gutachten, die»mysteries« vorliegen: Einige Kunstprofessoren, wie Giuseppe Fiocco von der Universität Padua, halten den Bozzetto für echt, andere zweifeln an dessen historischem Wert.
soll sogar Spukphänomene wie Erscheinungen und Visionen produzieren. »Es geht eine wirklich unheimliche Kraft von ihm aus – das habe ich selbst gespürt«, bestätigt Schneeweis.
In ihrem Buch berichten die zwei auch von einer »Idola«: Einer Art in Geheimschrift verfassten Bedienungsanleitung für den Bozzetto – sehr ähnlich dem berühmten Voynich-Manuschenken«, so die Meinung des Kunsthistorikers von der Universkript. Das Büchlein sei zwischen dem mächtigen Rahmen des sität Leipzig, der kürzlich einen mächtigen Bildband über den Bildes und seiner Holztafel versteckt gewesen. Nur »Herrscher Meister veröffentlicht hat. Für ihn ist die These von Schneeweis reiner Herkunft« könnten den Bozzetto »führen«, stehe darin geund Beyeler schlicht »absurd«.
schrieben. Mehr sei bisher nicht zu entschlüsseln gewesen.
Tatsächlich schwele seit Jahrzehnten ein Expertenstreit über Ob es diese Schrift tatsächlich gibt? »Wir wissen es nicht gedas Auftauchen eines vermeintlichen Michelangelo-Bozzettos, nau«, räumen Beyeler und Schneeweis auf Anfrage ein. Sie häträumen auch Beyeler und Schneeweis ein. »Zur Urheberschaft ten zwar Hinweise auf ihre Existenz, aber keine konkreten Beweieines Kunstwerkes kann man natürlich immer geteilter Meinung se. »Deshalb wollen wir dies offen lassen.« sein. Dass ein Experte jedoch sogar die Existenz eines solchen Kunsthistoriker wiederum bezweifeln sogar die Existenz des Bozzetto derart kategorisch ausschliesst, verwundert uns dann Bozzettos an sich: »Es gibt keine Bozzetti Michelangelos für Geaber doch sehr«, entgegnen sie.
mälde, lediglich Entwurfskartons«, versichert etwa Professor Zahlreiche Quellen wiesen schliesslich darauf hin, dass Mi-Frank Zöllner gegenüber »mysteries« kategorisch. »Kein seriöser chelangelo sehr wohl einen Gesamtentwurf für sein »Jüngstes Experte würde diesem Unsinn auch nur annähernd Glauben Gericht« erstellt habe. So berichtete bereits im 16. Jahrhundert ein Schüler des Meisters, Ascanio Condivi (1525–1574), in seiner Michelangelo-Biographie (»Le vite de Michelangelo Buo-Plant ein millionenschweres Altnazi-Netz narotti«), dass Papst Paul III. den Künstler auf Basis der EU ein»Viertes Reich«?
damals in dessen kleinem Haus aufge- Im Roman kämpfen die Protagonisten gegen ein Netzwerk von Altnazis. Auch sucht habe. »Er liess sich (…) auch den dieses Szenario sei keine reine Fiktion, betonen die beiden Buchautoren. »Eine Karton vom Jüngsten Gericht zeigen, der solche ultrarechte Untergrundorganisation existiert bis heute«, beteuert Gerd J.
heute verloren ist.« Und auch der zweite Schneeweis. Sie verfüge aufgrund wertvoller Raubschätze und Beutekunst über grosse Michelangelo-Biograf, Giorgio Va-»enorme Finanzkraft« und sei bis in höchste Regierungs und Geheimdienstkrei sari (1511–1574) bestätigt dies.
se vernetzt. Deren Ziel sei die Wiedereinführung einer Art »Vierten Reichs« auf Doch auch neuzeitliche Experten hal- Basis der Europäischen Union. Der rechtsterroristische Nationalsozialistische ten die Existenz eines echten Bozzettos Untergrund (NSU), der derzeit die Diskussionen in den Medien bestimme, sei nur »die Spitze des Eisberges«, betont Hermann Alexander Beyeler.
Vor wenigen Jahren habe er auf Einladung eines entfernten Bekannten per sönlich einem feierlichen und schwer gesicherten Treffen dieser rechtsextre men Seilschaft auf der Elbe in Dresden beigewohnt, erinnert sich der Schweizer Kunstmäzen: »Ein unheimliches Szenario« sei dies gewesen.
für sehr wahrscheinlich: 1981 verfasste der deutsche Kunstwissenschaftler Joseph Erwin Heinzle sogar eine Expertise »Der Bozzetto zum Fresko ›Das Jüngste Gericht‹ in der Sixtinischen Kapelle von Michelangelo Buonarotti«, die er in den 1990er- Jahren nochmals bestätigte. Darin heisst es unter anderem:»In der einschlägigen Literatur herrscht Einigkeit über die Nachricht, dass Papst Paul III. vor Ende des Jahres 1534 in der Casetta di Macel de’Corvi (dem Atelier Michelangelos) in Begleitung von acht oder zehn Kardinälen einen Besuch machte, um sich den Entwurf (…) ›Il cartone del Giudizio‹ zu diesem Grossgemälde zeigen zu lassen und nach Besichtigung (…) den Auftrag zu erteilen, diesen Entwurf ohne jede Änderung zu malen.« Bedeutende Gutachter attestieren Echtheit Der gerichtlich vereidigte Kunstgutachter betont, dass es sich bei den zitierten »cartone« keinesfalls um simple Entwurfskartons handle, wie es etwa Professor Zöllner heute noch vermutet:»Cartone« sei im Mittelalter »keine Materialbezeichnung wie in unserem heutigen Sprachgebrauch« gewesen. Man würde diese Bezeichnung »heute wohl als ›Vorlage‹ übersetzen; Das Wort ›disegno‹ entspricht der Bedeutung unseres Wortes ›Entwurf‹.« Und eben jener Michelangelo-Entwurf sei in der Fachliteratur »bis vor nicht langer Zeit ›als verloren‹« bezeichnet worden.
Heinzle: »Somit leuchtet ein, dass die (…) besichtigte ›Kartonzeichnung‹ nicht die Kartonzeichnungen bedeuten konnte, welche man üblicherweise von einem Fresko für die Ausführung in Originalgrösse erstellt, um ihre Umrisse an die Wand zu übertragen.« Gemeint sei vielmehr ein »Disegno d’Insieme«: »Eine Zeichnung des Gesamten (Bildes).« Bereits 1950, als der Bozzetto nach Jahren im Verborgenen plötzlich wieder in der Kunstwelt herumgeisterte, vermerkte der italienische Kunstprofessor und Michelangelo-Experte Stefano Bottari in einer weiteren Expertise geradezu aufgeregt:»Ich glaube nicht zu übertreiben, wenn ich bestätige, dass die Entdeckung dieses Werks im Bereich der Kunstgeschichte ein denkwürdiges Datum bezeichnen wird: Das Datum der grössten Entdeckung des Jahrhunderts.« Und ein Jahr später hielt der damalige Leiter des Instituts für Kunstgeschichte an der Universität von Padua, Giuseppe Fiocco, in seiner Expertise fest: »Als mir, es war vor ungefähr einem Jahr, die Tafel aus Walnussbaumholz (…), die das ›Jüngste Gericht‹ darstellt und unzweifelhaft mit dem famosen Fresko Michelangelos in der Sixtina in Relation steht – sie beÀndet sich im Besitz einer privaten Sammlung – zum Studium unterbreitet wurde, war ich überzeugt, dass es sich nicht um eine Kopie handeln konnte (…).« Ich war sofort überzeugt, dass es sich nicht um eine Kopie handeln konnte.
Der Rahmen des Bozzetto.
Das imposante Stück stand kurze Zeit in der Galerie von Hermann Alexander Beyeler.
Auch dieser renommierte Wissenschaftler ist überzeugt, dass Michelangelo sehr wohl einen Gesamtentwurf erstellt hat und dass es sich bei besagter Holztafel tatsächlich um eben diesen Bozzetto handelt.
Zu vergleichbaren Interpretationen kommen in anderen Studien Experten wie Henry Thode sowie der damalige Ordinarius für Geschichte, Professor Luigi Coletti, von der Uni Trier, und der Kunstgeschichte-Professor Valerio Mariani aus Rom – um nur einige Namen zu nennen.
»Vor diesem Hintergrund empÀnden wir es schon als zumindest kurios, wenn Professor Zöllner es grundsätzlich ausschliesst, dass es einen Bozzetto von Michelangelo gibt«, konstatiert Schneeweis. Diese Haltung stelle »weniger das Gemälde« als Zöllners »angebliches Expertentum« in Frage. »Letztendlich wollen wir niemanden überzeugen, dass der Bozzetto echt ist. Für uns steht das gar nicht zur Debatte.« Kunstmäzen Beyeler ergänzt: »Wir glauben an dieses Bild und wollen es dorthin zurückbringen, wo es hingehört und wo es zur Ruhe kommen kann. Ich werde es erwerben und dem Vatikan schenken – das verspreche ich!« Denn er sei fest davon überzeugt: »Nur dort kann der Fluch beendet werden.« Bis heute lagert der Bozzetto in einem Schweizer Zollfreilager.
Allerdings nicht mehr in Basel an der deutsch-französischen Grenze, sondern mittlerweile in Zürich. »Die derzeitigen Besitzer des Bildes wissen dabei gar nicht, in welch grosser Gefahr sie sind«, mahnt Beyeler. »Bis jetzt hat der Bozzetto jedem Unglück gebracht, der gierig war und mit ihm Gewinn machen wollte. Er hat viele seiner Vorbesitzer in den Ruin oder den Wahnsinn getrieben. Und in den Tod.« Auch im Umfeld der derzeitigen Besitzer habe es bereits erste Unfälle gegeben. Noch seien diese jedoch alle glimpÁich verlaufen.
»Seit Jahrzehnten wird versucht, einen millionenschweren Interessenten zu Ànden, der dafür viel Geld hinlegen will. Erfolglos!«, so Beyeler weiter. »Es existiert zum gegenwärtigen Zeitpunkt kein Kunstexperte, der diesem Entwurf eine unzweifelhafte Echtheit bescheinigen würde. Das traut sich niemand.« Es gebe schlicht keine hundertprozentige Sicherheit.
Aber genau jene werde von potenziellen Käufern bei Objekten in dieser Preisklasse verlangt. Ausserdem spiele auch das Motiv eine Rolle: »Wer möchte sich solch ein düsteres und gruseliges Endzeitszenario schon gern in die eigenen vier Wände hängen?«, lächelt Schneeweis.
»Vertrackte juristische Situation« Zwischenzeitlich hatte Kunstfreund Hermann Beyeler bereits den mutmasslichen Rahmen des Gemäldes und auch eine Art Vorkaufsrecht am Werk selbst besessen. Doch nach einer Zahlung von zwei Millionen Euro ist beides an die derzeitigen Eigentümer übergegangen. Der Grund hierfür sei die damals »äusserst vertrackte und komplizierte juristische wie vertragliche Situation« gewesen, welche die Besitzverhältnisse rund um den umstrittenen Michelangelo regle, sagt Schneeweis: »Das ganze von Anfang an auf unlauteres Verhalten getrimmte Konstrukt ist schon für uns Juristen schwer durchschaubar und für Laien schier unerklärbar«, winkt der Anwalt ab.
Dennoch bleibt Beyeler gelassen: »Ich bin der einzige, der dieses Bild kaufen will. Und es irgendwann auch wird – da bin ich mir hundertprozentig sicher!« Er habe Zeit, denn je länger sich die derzeitigen Eigentümer zierten, desto günstiger werde das Kunstwerk: »Deren Zögern spielt mir nur in die Hände.« ■
Wir laden Sie ein zu einer Veranstaltung, wie es sie bislang nicht gegeben hat! Feiern Sie gemeinsam mit uns den 80. Geburtstag von Erich von Däniken: auf einem Kongress zum Ehrentag des meistgelesenen Sachbuchautors der Welt. Freuen Sie sich auf Erich von Däniken und auf hochkarätige Referenten aus aller Welt.
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Wir erwarten eine große Nachfrage, und die Anzahl der Plätze ist Während unsere Gesellschaft all diejenigen, die außerirdische Kontakte für möglich halten, als Fantasten abtut, beschäftigen sich immer mehr Menschen mit Fragen, auf die die klassische Schulwissenschaft keine vernünftigen Antworten hat. Fast 70 Millionen verkaufte Bücher Erich von Dänikens weltweit belegen, wie viele Menschen an der »ofÙziellen Version« unserer Geschichtsschreibung zweifeln: Wie ist es erklärbar, dass frühgeschichtliche Menschen rund um den Globus identische Bauwerke errichteten? Warum geht es in ihren religiösen Kulten immer wieder um »Götter«, die vom Himmel auf begrenzt! die Erde kamen? Wie konnten diese primitiven Menschen tonnenschwere Steinblöcke millimetergenau bearbeiten und zu monumentalen Bauwerken zusammensetzen? … Eine ganze Reihe von Forschern und Autoren suchen seit Jahren nach Antworten auf Fragen wie diese – und können mit teilweise spektakulären Antworten aufwarten. Acht der Bekanntesten werden den Kongress zu Ehren Erich von Dänikens am 11. und 12. April 2015 in SindelÚngen zu einem unvergesslichen Erlebnis machen: Sie präsentieren Ihnen ihre neuesten Erkenntnisse und beleuchten verschiedenste Aspekte des Themengebiets.
Veranstaltungsort: Messehalle SindelÙngen Mahdentalstraße 116 71065 SindelÙngen Termin: Samstag, 11. April 2015 und Sonntag, 12. April 2015
Best.-Nr. 121 407 • 120.– €
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Das Expertenteam
Erich von Däniken Erich von Däniken vertritt seit langer Zeit die These, dass vor Tausenden von Jahren Bewohner fremder Planeten auf der Erde landeten und die Geschicke der Menschheit bestimmten. Über Jahrzehnte hat er unzählige Belege gesammelt, die Robert Bauval Edgar Mitchell Luc Bürgin Peter Fiebag diese These stützen. Die Beweise präsentierte er in 41 Büchern, zahlreichen Filmen und Vorträgen einem Millionenpublikum. Auf seinem Geburtstagskongress stellt er Ihnen herausragende Ergebnisse und neueste Erkenntnisse seiner bemerkenswerten Arbeit vor. Freu-Professor Dr. Dr.
Robert Salas Graham Hancock Michael Tellinger en Sie sich auf die unumstrittene Chandra Nr. 1 der Prä-Astronautik!
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/67-der-grosse-internationale-erich-von-daeniken-kongress-zum-80-page9-1.jpg1951304Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2015-01-01 12:00:002025-12-15 19:12:50Der GroßE Internationale Erich-Von-DäNiken-Kongress Zum 80. Geburtstag Des Bestsellerautors
Éléa Baucheron & Diane Routex Spätestens seit Dan Browns »Sakrileg« ist nicht nur experten klar: Die Welt der Kunst steckt voller Rätsel. Motiv und Herkunft eines Bildes, sein Auftraggeber oder der Künstler selbst: Viele Werke bergen ein geheimnis. Das bis heute unergründliche Lächeln der Mona Lisa ist nur eines davon. Aber was hat Rembrandt in seinen mehr als 100 Selbstporträts so besessen gesucht? Welche Rolle spielte Dr. gachet beim Tod Vincent van goghs? Und wie kamen die Moai auf die Osterinseln? in vier Kapiteln folgen die Autorinnen mit detektivischem Spürsinn den geheimnissen von 36 Kunstwerken aus allen epochen und gattungen – von der goldmaske des Agamemnon bis zur identität des
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1 2 3 GrafÀti-Künstlers Banksy.
4 Prestel, ISBN 978-3791349213, eUR 29.95 5 Supernormal Dean Radin 6 Sollten Sie noch nicht davon überzeugt sein, dass es Telepathie, Hellsichtigkeit, Vorherwissen, gedankenlesen und zahlreiche weitere spirituelle Kräfte tatsächlich gibt, dann sind Sie es sicher nach der Lektüre dieses Buches.
7 Dean Radin erforschte als erster in einer wissenschaftlichen Langzeitstudie die verborgenen Kräfte des Menschen, wie sie schon vor zweitausend Jahren 8 in den geheimnisvollen Yoga-Sutras beschrieben wurden. er weist zweifelsfrei nach, dass jene Fähigkeiten, die heute noch als aussergewöhnlich oder als supernormal gelten, einmal die natürlichen eigenschaften jedes Menschen 9 sein werden. ein wahrhaft bahnbrechendes Buch von einem Pionier der modernen Bewusstseinsforschung.
10 Crotona, ISBN 978-3861910602, eUR 22.95 11 Phantasie und Wahrheit norbert Jost 12 ist wirklich alles so geschehen, wie man es uns vorgibt? Akademische Forschungen und errungenschaften überrollen uns täglich mit neuen Resultaten, lassen uns staunen und doch bei Weitem nicht erahnen, was uns in zukunft 13 noch alles erwartet. norbert Jost lädt zu einer gedanklichen Reise ein. 2006 war seine Frau an einem heimtückischen Krebsleiden gestorben. in jener zeit 14 der Trauer befasste sich der Schweizer aus den Walliser Bergen unter anderem mit den Fragen unseres Seins. Aufgrund eigener Studien und Recherchen in allen Bereichen des Seins scheut er sich nicht, auch wissenschaftli- 15 che Theorien in Frage zu stellen. Politische und wirtschaftliche ereignisse der heutigen zeit faszinieren ihn ebenso wie die Vergangenheit.
Kern, ISBN 978-3957160911, eUR 15.90 Bestsellerliste basiert auf den Verkaufszahlen des Kopp Fachbuchversands – www.kopp-verlag.de