Castello von Locarno. Historische Darstellung des Schlosses samt seinem speziellen Bollwerk.

Hat die Schweiz eine Sensation übersehen? Neuste wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass das Bollwerk des Castello von Locarno der weltweit einzige erhaltene Bau von Leonardo da Vinci ist!

Hat Leonardo da Vinci das fünfeckige Bollwerk des Castello im schweizerischen Locarno entworfen? Ja, meint der italienischen Historiker Marino Viganò.

Der Dozent für Geschichte der Militärarchitektur an der Universita Cattolica in Mailand glaubt, den einzigen erhaltenen Bau des Universalgenies entdeckt zu haben.

Ein Teil der technisch ausgeklügelten Anlage kann heute noch besichtigt werden. Einst waren dort Kanonen stationiert, um das Schloss vor Angreifern zu schützen. Form und Bauweise des Bollwerks seien «aussergewöhnlich» für die Region, weiss Viganò. «Es ist, wie wenn man bei einem Stamm, der sich noch mit Rauchzeichen verständigt, plötzlich ein Telefon finden würde», lässt sich der Wissenschaftler zitieren.

Tatsächlich findet man vergleichbare mehreckige Bauten erst Ende des 15. Jahrhunderts – in Mittelitalien. Nach Durch-Leonardo da Vinci (1452–1519).

sicht zahlreicher historischer Dokumente scheint denn auch alles darauf hinzudeuten, dass die Befestigung um 1507 von den französischen Besatzern (1499-1513) vollendet worden sein muss. Sie beherrschten damals das Herzogtum Mailand samt Locarno. Und sie fürchteten eine ausländische Offensive – deshalb wurde eifrig aufgerüstet.

Frappierende Parallelen Bereits 1894 entdeckte der Kunsthistoriker Johann Rudolf Rahn Parallelen zwischen den Bollwerken der Schlösser von Locarno und Mailand.

Und: Skizzen letzterer finden sich in Leonardos berühmten Notizbüchern, der just zum fraglichen Zeitpunkt auch als Militärarchitekt für Furore sorgte – im Dienst der Franzosen.

Zufall? Wohl kaum, wie auch Marino Viganò betont. Umso mehr, als aus jener Zeit und Region nach allen vorliegenden Quellen kein anderer Baumeister bekannt ist, der mit derlei Geistesblitzen hätte aufwarten können.

Zwei Jahre lang hat Viganò intensiv recherchiert, Puzzelstück um Puzzelstück zusammengesetzt. Fachleuten zollen seiner Arbeit entsprechend Anerkennung.

Den endgültigen Durchbruch für seine These erhofft sich der Historiker nun von einer C14-Datierung, mit der das Alter des Bollwerkes definitiv bestimmt werden soll.

red. ■

Ein schwarz-weißes Foto eines Mannes mit einem Bart.

Wer ihn kannte, mochte ihn. Unter dem Pseudonym «Clark Darlton» begründete er die legendäre «Perry Rhodan»-Romanreihe. Nach längerer Krankheit ist Walter Ernsting nun gestorben. Zurück bleibt die Erinnerung an einen Menschen, der sich in die Herzen seiner Fans schrieb.

«Mein Gott, ich kann nicht mehr schreiben…», fluchte Walter Ernsting (84) alias Clark Darlton Mitte 2004 in seinem letzten Brief an «mysteries». Und fügte augenzwinkernd hinzu: «Aber ich kann noch lesen!»

Am 14. Januar 2005 schloss der deutsche Science-Fiction-Pionier (rund 400 Romane) und «Perry Rhodan»-Erfinder seine Augen für immer. Rund 80 Trauergäste nahmen am 21. Januar am Friedhof Maxglan in Salzburg Abschied von einem grossartigen Menschen, den niemand vergessen wird, der ihn je persönlich kennen lernen durfte.

Inmitten eines regelrechten Blumenmeers in der Segnungshalle und unter den Kameras des ORF würdigten Freunde, Vertreter des Wiener Perry-Rhodan- Stammtisch, des Ersten Deutschen Fantasy Club und des Pabel-Moewig-Verlags seine literarischen Geniestreiche und sein humanistisches Weltbild. Dazwischen erklangen viele seiner Lieblingsoldies. Ein origineller Grabstein mit Ernstings Kultschöpfung «Mausbiber Gucky» soll künftig die Gedenkschrift säumen.

Karrikaturist und Autor Reinhard Habeck, der seinen Freund kurz vor dessen Tod noch einmal besucht hatte: «Es klingt skurril, aber ich weiss, dass Walter das Beisammensein mit den vielen Fans, Mitstreitern und der Familie sehr genossen hätte.»

lb. ■

Ein Mann, der ein Polstertier in seinem Schoß hält.

4500 Jahre altes sumerisches Rollsiegel. Warum befinden sich um die Sonne links oben elf Planeten?

Zeigt ein sumerisches Siegel unser Sonnensystem samt einem unbekannten Planeten? Ja, glaubt US-Bestsellerautor Zecharia Sitchin. Nein, kontert die Zeitschrift «Sky & Telescope». Einblick in einen kuriosen Briefwechsel.

Vor einiger Zeit stellte «Sky and Telescope» meine Vermutung in Frage, dass ein 4500 Jahre altes sumerisches Zylindersiegel aus Mesopotamien unser Solarsystem mit der Sonne im Zentrum zeigt, samt allen heute bekannten Planeten und unserem Mond. Zudem mit noch einem dazu: «Nibiru», wie ich ihn nenne.

Der Artikel von Dr. E. C. Krupp behauptete, dass dieses zentrale Beweisstück aus meiner Indizienkette für die ehemalige Existenz eines weiteren Planeten in unserem Sonnensystem nicht stichhaltig sei. Grund: das Bild zeige den Planeten Jupiter, der schon den alten Völkern bekannt war. Ausserdem zeige es ihn dergestalt, wie er den zentralen Teil der Konstellation Schütze – die so genannte «Teekanne» – durchliefe. Insofern urteilte die Zeitschrift: Keine ausserordentliche Kenntnisse der Sumerer, kein weiterer Planet…

Aber: Der Planet Jupiter, der beinahe elliptisch um die Sonne kreist, bewegt sich nie und nimmer 11 bis 12 Grad südlich, um in der «Teekanne» erscheinen zu können! Nach mehreren ergebnislosen Kontaktversuchen per Brief und Fax an «Sky and Telescope», mit der Bitte, dass man erstens eine Korrektur, zweitens ein Zugeständnis des Fehlers veröffentliche, erhielt ich von Dr. E. C. Krupp einen zweiseitigen Brief, in seiner Funktion als Direktor des Griffith Observatorium, Los Angeles.

«Alle Ihre Bücher gelesen» Was hat der angesehene Astronom nun zu sagen? «Ich bin entzückt, von Ihnen diesen Brief zu bekommen. Ich besitze alle Ihre Bücher, habe die meisten gelesen und Ihnen ein paar Mal am Radio zugehört. Natürlich habe ich den Argumenten Gedanken gewidmet, die Sie entwickelt haben. Obwohl die Art, wie Sie mit den Daten umgehen, in mir Skepsis weckt, erlauben Sie mir bitte, die Logik Ihrer Beanstandung anzuerkennen, betreffend die Art, wie ich in meiner Spalte in der Zeitschrift Ihre Gedanken über einen weiteren Planeten beurteilt habe.»

So, so. Aber was hat es nun mit der Unmöglichkeit seiner Behauptung auf sich, dass Jupiter in der «Teekanne» der Konstellation Schütze auftauchen könnte? «Sie haben Recht, wenn Sie darauf hinweisen, dass ich voreilig war, als ich für die Darstellung auf dem Zylindersiegel VA/243 die Konstellation Schütze anbot.

Gewiss können wir das Gebilde nicht als eine akkurate Karte der ‹Teekanne› betrachten – mit Jupiter mittendrin.»

«Voreilig»? War der Astronom nicht schlicht im Unrecht? Er schreibt weiter: «Wenn Sie mir Saturn als Alternative erlauben, kommen wir der Sache schon ein bisschen näher. Aber Sie haben Recht.

Meine Bildlegende hebt Jupiter hervor, stellt ihn innerhalb des Schützen und suggeriert eine echte Kartierung. Ihrem Einwand wird stattgegeben.»

«Andere Kandidaten» Folgt nun eine Entschuldigung? Keineswegs: «Gewiss, es gibt andere Kandidaten unter den Sternen. Zum Beispiel hätte ein Planet in der Nähe von Leo sein können, eingefasst von Regulus, Gamma Leonis, Zeta Leonis, Epsilon Leonis, Alpha Cancri, 38 Cancri, Delta Cancri, Zeta Hydrae, Epsilon Hydrae, und Iota Hydrae. Angesichts des Mangels an Präzision auf dem Zylindersiegel funktioniert diese Sternenkombination ziemlich gut. Ist sie jedoch unakzeptabel, können wir uns andernfalls einen Planeten in einer noch grösseren Einfassung vorstellen.»

Nach einem Sprung von Jupiter zu Saturn, dann von der Konstellation Schütze über das Herz des Löwen zu Krebs, bietet mir der Brief als Alternative noch weitere Sterne in diversen Konstellationen.

Was aber ist mit der offensichtlichen Alternative – dass die Abbildung tatsächlich unser Sonnensystem darstellt? Für Dr.

Krupp jedenfalls ist es keine. Einen weiteren Brief von mir an ihn liess er bis heute unbeantwortet.

Zecharia Sitchin ■