Kniefall vor dem Papst. Michael Hesemann (r.) überreicht dem katholischen Kirchenoberhaupt sein neustes Buch.
Hohe Ehre für Düsseldorfer Autor
Überraschende Einladung vom Vatikan: Der Düsseldorfer Sachbuchautor und Petrus-Forscher Michael Hesemann durfte dem Papst sein neues Buch überreichen – der ihm persönlich dafür dankte.
Drei Jahre lang forschte der Düsseldorfer Autor Michael Hesemann auf den Spuren des Heiligen Petrus. Das Ergebnis seiner Recherchen veröffentlichte er in seinem kürzlich erschienenen Archäologie-Thriller «Der erste Papst» (Pattloch- Verlag). Darin schildert er die Geschichte der Entdeckung des Petrus-Grabes – eines Jahrhundertfundes, der unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand.
Nicht zufällig erschien das Buch pünktlich zum 25. Jubiläum des 265. Nachfolgers Petri, Papst Johannes Paul II., am 16. Oktober 2003. Womit Hesemann nicht gerechnet hatte: Er wurde vom Vatikan eingeladen, das Buch dem Oberhaupt der Katholischen Kirche persönlich zu überreichen.
Am Tag vor der grossen Jubiläumsfeier, dem 15. Oktober 2003, sassen Hesemann und sein Verleger Bernhard Meuser vom Münchner Pattloch-Verlag während der wöchentlichen Papstaudienz in der ersten Reihe.
Nachdem Kardinäle, Bischöfe, Würdenträger und Pilgergruppen aus der ganzen Welt dem Pontifex ihre Glückwünsche übermittelt hatten, wurden Hesemann und Meuser vor den greisen Papst geführt, knieten nieder, empfingen seinen Dank und Segen. Hesemann: «Er wirkt einerseits müde und erschöpft. Aber wenn man in seine Augen schaut, ist man überwältigt von der Güte, die sie ausstrahlen.»
Ehrengast auf der Terrasse
Eine Woche lang blieb der Düsseldorfer in Rom, um an den Jubiläumsfeiern teilzunehmen. Den Höhepunkt der Festwoche, die Seligsprechung von Mutter Theresa am 19. Oktober, durfte er auf Einladung des Vatikans von der Terrasse des Papstpalastes aus erleben.
Zwei Wochen später traf beim Autor ein Dankschreiben ein, verfasst von Erzbischof Stanislaus Dziwisz, dem persöndrin»!
lichen Sekretär und engsten Vertrauten des Papstes: «Freude, Dank, Wertschätzung sind meine Gefühle für Sie, um Ihr Buch ‹Der erste Papst› gebührend zu loben. Endlich besitzen wir ein umfassendes wissenschaftliches Standardwerk über den Apostelfürsten Petrus. Im Gefühl väterlichen Stolzes entbietet Ihnen Papst Johannes Paul II. von Herzen seinen Apostolischen Jubiläumssegen!»
Papst Pius XII. hatte 1939 die «vatikanischen Grotten», die Krypta unter dem Petersdom mit den Papstgräbern, erweitern wollen, als die Arbeiter auf die Überreste antiker Mauern stiessen. Sie stammten von einer antiken Grabkammer. Diese gehörte zu einer Reihe von 22 Mausoleen, die eine Totenstrasse säumten. Das Ende der Strasse führte auf einen Hof, der exakt unter dem heutigen Papstaltar liegt.
«Petrus ist hier drin»
Die Tradition besagt, dass sich dort, unter dem Bronzebaldachin des Bernini, überragt von der Kuppel des Petersdomes, einst das Apostelgrab befand. Tatsächlich stiess man auf ein Grabmonument, das über einem einfachen Erdgrab aus dem 1. Jahrhundert errichtet worden war. Daneben befand sich eine Mauer, mit Anrufungen Jesu, Mariens und des heiligen Petrus bedeckt.
In ihr entdeckten die Archäologen eine mit Marmor ausgelegte Geheimkammer, in der sich uralte Gebeine befanden. Eine Inschrift verriet, wer hier bestattet worden war: «Petros Eni» – «Petrus ist hier drin»! ■
